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Cover: Wissen ist gut, Skepsis ist besser!
März 2014

Ausgabe 1014 - März 2014

Wissen ist gut, Skepsis ist besser!

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In dieser Ausgabe

Dossier

Mythos: Gender

Mythos: Gender

Die humorlosen Debatten über Geschlechterfragen gehen mittlerweile allen auf die Nerven – und zementieren die Idee von der Frau als Sonderling. Hören wir endlich auf, um das Frausein ein solches öffentliches Drama zu machen.

Glauben Sie auch?

Mythen sind jene Geschichten, die wir uns so lange erzählen,bis wir an sie glauben. Sie werden zu Gewissheiten, die wir nicht mehr preisgeben möchten. Mythen haben Macht: Manches Weltbild fusst darauf, manche Nation, jede in sich geschlossene Ideologie. Sie beschreiben die Wirklichkeit nicht, sie erschaffen sie mit, indem sie

Mythos: Gewalt

Mythos: Gewalt

Die Welt wird oft als unsicherer wahrgenommen, doch das Gegenteil ist wahr: Wir leben in einer der friedlichsten Epochen der Menschheitsgeschichte. Erfahren Sie, warum diese positive Realität häufig übersehen wird.

Mythos: Steuerbelastung

Die Schweiz verfügt über eine niedrige Staatsquote, heisst es. Fakt ist: im Durchschnitt liefert jeder erwachsene Bürger mehr als 50 Prozent seines Einkommens in Form von Zwangsabgaben ab. Weiss er das? Will er das? Aber vor allem: was kann die Schweiz von skandinavischen Hochsteuerländern lernen?

Mythos: Gleichgewicht

Mythos: Gleichgewicht

Ob im Wald, im Leben oder in bezug auf das Klima: die Natur kennt keine Dauerhaftigkeit. Das Verharren in Gleichgewichten ist eine Illusion. Die Alternative besteht darin, sich dem Wandel zu stellen und auf stabile, gleichwohl aber produktive Ungleichgewichte zu setzen.

Mythos: Individualismus

Gesellschaftskritik gehört zum guten Ton, Abweichung ist ein Businessmodell, Querdenkertum der Normalfall. Alle bemühen sich, anders anders zu sein als die anderen. Und doch sehen sich alle zum Verwechseln ähnlich.

Aktuelle Debatten

Kulturbudgets: Transparenz ohne Rappenspalterei

Geht es nicht gerade um Raubkunst, schaffen es Kulturthemen eher selten auf die Frontseiten von Zeitungen. Ist Kunst medial schlecht verkäuflich? Interessiert Kultur die Massen nicht? Das wäre wohl eine zu kunstlose Interpretation, denn erst durch Kultur grenzt sich der Mensch bekanntlich von der Natur ab. Zutreffend ist aber sicher,

Weitere Beiträge

Editorial

«Das Magazin erschlägt uns zuverlässig. Monat für Monat!» Ein Satz, den ich in dieser oder ähnlicher Form oft zu hören bekomme. Ich verstehe ihn als Lob. Denn unsere Leser gehören in Wirtschaft, Politik und Kultur zu den mentalen Spitzensportlern – kurz: zu jenen, die sich nicht so leicht erschlagen lassen. Anderseits

Making of 1014

Herr Ebert, glauben Sie auch…? Erstmals trafen Florian Rittmeyer und Michael Wiederstein den Wissenschaftskabarettisten Vince Ebert in Tübingen. Das ist nun fast genau drei Jahre her. Und das dort entstandene Gespräch zum Thema Freiheit ist bis heute einer der meistgelesenen Texte auf der «Monat»-Website. Ebert ist der einzige Physiker,

Der «Monat» lebt – und wie!

«Freiheitlich, sachlich, mit Lust an der Debatte» – so habe ich den «Monat» vor drei Jahren in meinem Editorial anlässlich der Neulancierung unseres Magazins beschrieben. Ich finde die Charakterisierung unverändert zutreffend. Wir haben unser Profil seither erfolgreich geschärft. «Freiheitlich»: Wir biedern uns nicht an etatistische Modeströmungen an, sondern sind mit unseren

Mensch, menschlicher, Unmensch

Der Mensch steht im Mittelpunkt und darf damit als grösstes Hindernis für klare Sicht betrachtet werden. Er ist nicht nur in aller Munde, jedenfalls der Politiker, er verursacht auch Gedrängel, weil seine Vertreter ihn unermüdlich abholen und in den Arm nehmen wollen. Wo vom Menschen die Rede ist, gebe man

Von Fischern, Fischen und Ködern

Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Werbetreibende an unserer kleinen Strasse wohnen. Aber es müssen viele sein. Denn nur für sie kann die Botschaft bestimmt sein, die uns von der Hausfassade der Dorfbeiz im Riesenformat herunter zuruft: «Sorry, Venus, Brands fahren auf unsere Plakate, nicht auf Kurven ab.» Wie

«Ich glaube nicht an diesen  Hokuspokus!»

«Ich glaube nicht an diesen Hokuspokus!»

Seit seinem Rückzug aus der Finanzbranche kann Oswald Grübel frei reden. Ein Gespräch über Hochfrequenzhandel, die Bankenbranche als halbstaatlicher Sektor und ein in der DDR geschultes Sensorium für sozialistische Anwandlungen – zu denen auch Antritts- und Abgangsentschädigungen gehören.

Haarschnitt gefällig?

Die Schweiz braucht eine starke Industrie als Fundament. Ein übergewichtiger Dienstleistungssektor führt zu Arbeitslosigkeit und Prekariat. Nur eine robuste Industrie treibt die produktiven Dienstleistungen an – wir können nicht davon leben, uns gegenseitig nur noch Dienstleistungen zu verkaufen.

…des Wohlstandes

Die Schweiz lobt ihre Innovationskraft und rühmt sich als Insel der Glückseligen mit «freiem Unternehmertum» und «breit abgestützter» Wirtschaftskraft. Grund zum Feiern und Schulterklopfen? Wir denken nein: Seit einiger Zeit sind nämlich auch wir mit einer schleichenden Erosion der frei verfügbaren Mittel konfrontiert. Ein Angriff auf unser individuelles und kollektives

Küchenkompromiss

Kennen Sie das Harvard-Verhandlungsmodell? Nicht? Sollten Sie aber. Denn es stellt nicht nur ein kommodes Diplomatenwerkzeug dar, sondern ist auch für jeden Streit am Küchentisch ein unerlässliches Utensil. Schnitt, und Auftritt Klischeepaar. Sie: «Schatz, kommst du am Sonntag mit zu meinen Eltern?» Er: «Kann nicht, der FC Zürich spielt

Wozu eigentlich Ökonomen?

Das wissen viele Ökonomen selbst nicht so genau. Ich sage es immer wieder gern: Die Rolle eines Ökonomen ist bestimmt nicht, das BIP zu vergrössern, sondern – schon eher – die Fallhöhe von Konjunkturzyklen zu verkleinern. Das bedeutet: das BIP muss während prosperierender Jahre künstlich verkleinert werden, um Ressourcen zur Erholung zu

François und die Turteltauben

Was wäre, wenn François Hollande Schweizer wäre? Einfach: die Auserwählte, mit der er wilde Nächte geniesst, hiesse nicht Julie Gayet, sondern etwa Barbara Moser. Und die Filme, in denen sie mitspielte, hätten nicht so verführerische Titel wie «Un baiser s’il vous plaît», sondern vielleicht «Missen-Massaker». Hollande müsste sich

Buhmann oder Vorbild?

Anlässlich eines Referats Ende des letzten Jahres wollte eine Zuhörerin von mir wissen, warum ich überhaupt noch den Begriff «Manager» verwende, da dieser doch heute mit negativen Vorzeichen belegt sei. Und ja, die Frau hat recht. Ich kann es ihr nicht verargen, wenn sie mich an einzelne Topmanager, insbesondere aus

Splitter aus der Redaktion

Bürgerkunde mit Thiel «Monat»-Autor und Bürgerschreck Andreas Thiel gab Fernsehzuschauern in der Sendung «Club» kürzlich eine Lektion in Bürgerkunde. «Das Geld, das ich bezahlen muss, um den ganzen Sozialstaat zu finanzieren, kann ich nicht in mein eigenes Geschäft investieren. Es langt langsam, ich werde quasi vom Staat zum Schaffen

Ray’s Exterminating

Ray’s Exterminating

«Statt Gift führe ich dem Volk liberale, intellektuelle Ameisen zu, die den Patriotismus der heimischen Ameisen untergraben und unter ihnen den Zweifel an der autoritären Herrschaft der Königin säen. Allmählich, über Generationen hinweg, wird die genetische Veranlagung der Ameisen derart geschwächt, dass sie nichts anderes mehr tun werden, als im

Freiheit, die sie meinen

Mit Freiheit betrügt man sich unter Menschen allzu oft. Wie die Liebe und die Gerechtigkeit zählt die Freiheit zu den erhabensten Werten, entsprechend erhaben fallen die Täuschungen aus. Mit dem Sturz des alten Regimes beginne die hohe Zeit der Freiheit, verheissen die Fahnen des Aufstands. Aber niemals war es die

Das Dia des Dialogs

Der Dialog – so könnte man wohl schlicht und einfach sagen – unterscheidet sich vom Monolog in erster Linie dadurch, dass er die Unterbrechung als strukturbildendes Element benutzt. Ein Gespräch kommt nur dann zustande, wenn die daran Beteiligten bereit sind, ihren Redefluss immer wieder zu unterbrechen oder unterbrechen zu lassen. Allein das

Endspiel

Endspiel

«Ziehen» steht auf der Scheisstür – und trotzdem drückt er jedes Mal. Wenn man irgendwo hineinwill, dann drückt man. Die Aufforderung zu ziehen erscheint ihm nicht nur unsinnig, sondern geradezu feindselig. Was aber, wenn man drinsteht und wieder rauswill? Julian ist früh dran, obwohl er immer zu spät ist. Dabei mag

Der Agent der kleinen Dinge

SINFONIA Immer wieder hörte er «Die Schuldigkeit des ersten Gebots», Mozart musste es mit 11 Jahren schreiben, ein göttlicher Befehl möglicherweise. Was glaubte er in dieser Musik zu finden? Eine Lösung? Eine Erlösung? Angelo war in dieser Zeit an einem Punkt angelangt, von dem aus er geneigt war, die Ereignisse

Schöpfungskrone und Pflanzenkunst

Schöpfungskrone und Pflanzenkunst

Der Mensch ist nur so einzigartig wie alle anderen Erdenwesen auch. Was als Einsicht harmlos klingt, ist genau besehen eine Zäsur in der Menschheitsgeschichte – und ein Ausgangspunkt für neue Kunstformen: Verschmelzen Menschen mit Petunien, sind wir im Zeitalter der Bio-Art.

Die Kunst der Stunde: Performance Art

Performance Art gilt weithin als die Kunstform der Stunde. Ständig und überall «beleben» Performances das Kunstgeschehen! Während im artverwandten Happening der 1960er und 1970er Jahre noch eine gewisse Komik angelegt war, herrscht bei der Performance heute aber ein heiliger Ernst vor. Das liegt vor allem daran, dass dem Publikum nie

Aktuelles

Krankheit lohnt sich

Krankheit lohnt sich

Prävention wird kaum honoriert, Krankheit dagegen zuverlässig finanziert. Die Pflege-Unternehmerin Alessia Schrepfer erklärt, warum diese Fehlanreize Patienten und Pflegekräfte belasten – und weshalb das System von Grund auf neu gedacht werden muss.