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Andreas Oertli

ist Unternehmensberater und Coach.

Wir haben fertig….

Wir haben fertig….

Liebe Leserinnen und Leser! Dies ist Ihr Glückstag: Heute lesen Sie unsere letzte Kolumne «Zur Lage…» Wir geben ohne Vorankündigung folgendes bekannt: Wir heben nicht die Franken-Untergrenze auf, sondern wir legen eine definitive Kolumnen-Obergrenze fest. Zwanzig. Keine Zeile mehr. Wir bitten um Verständnis, dass wir bis vor kurzem

…der Perfektion im Schweizer Infrastrukturbau

Was darf eine Tramhaltestelle kosten? Wir meinen natürlich eine mit einem Unterstand für Regentage, von Orthopäden entwickelten Bordsteinen und einem bärensicheren Abfalleimer. Wir hätten geschätzt, dass die zu Luxus neigende Little Big City grosszügig einige zehntausend Franken dafür springen liesse… immerhin World Class – Swiss Made. Dass aber gleich CHF 170

…im Hotel Angst

…im Hotel Angst

Christoph Marthaler persiflierte in einem seiner legendären Theaterstücke die Schweiz als «Hotel Angst». Was ist los mit der Angst? «Angst lügt nie», sagt der Psychoanalytiker Jacques Lacan. «Nur der Dumme hat keine Angst», heisst es. «Angst essen Seele auf», erfahren wir von Rainer Werner Fassbinder. Kaum ein Gefühl ist so

…des Gesundheitskonsums

…des Gesundheitskonsums

Wir haben in den letzten Wochen und Monaten viel über die freie Wahl der Krankenkasse und des Arztes, über Notwendigkeiten und Wünschbarkeiten in der Gesundheitsversorgung, über die überbordenden Kosten lesen und hören können. Schuldzuweisungen allenthalben: geldgierige Pharmalobby, Ärztefilz, Spitalgerangel, Kassenlobbyisten. Politiker fast jeglicher Couleur stimmten laute Wehklagen an und priesen

…der «Gutmenschen»

…der «Gutmenschen»

Was sagen wir, wenn wir jemanden als «Gutmenschen» apostrophieren, ihm die Wertung «gut» gewissermassen auf den Leib schreiben? Wir ironisieren: Wir finden ihn alles andere als gut, aber er ist dafür umso mehr von seiner eigenen Güte überzeugt. Gehen wir der Sache auf den Grund: Oft stellen wir fest, dass

…des konsequenten Weiterwurstelns

Die Saure-Gurken-Zeit bringt es deutlicher denn je ans Licht: Politik und Medien inszenieren eine gegenseitige Bespiegelung und fabrizieren Trugbilder, um über das Fehlen schmerzhafter Politik – die sich um reale Probleme kümmern würde – hinwegzutäuschen. Ob nun ein umtriebiger Politiker seinen Beamten­posten wegen seines dürftigen Leistungsausweises verliert und sich

…des Erbens

Thomas Piketty, Wirtschaftswissenschafter, lässt aufhorchen. Mit seinen Untersuchungen der zunehmenden Ungleichheit der Vermögen in vielen Ländern untermauert er seine These, die Leistungsmoral und das Funktionieren der Wirtschaft seien gefährdet. Als Gegenmittel fordert er signifikant höhere Steuern auf Vermögen und Erbschaften. Das ist zu kurz gedacht. Definitiv. Kritiker des Kapitalismus fragen

…des Umgangs mit dem Fremden

Knapp vier Monate sind seit der Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative vergangen und wir sind noch immer verärgert. Die primitive Stimmungsmache gegen Ausländer ist eine von vielen Quellen unseres Ärgers. Die Liberalen, die Linken und die Unternehmer haben sich zu sicher gewähnt, die untergründige Stimmung im Land nicht ernst und den

…des Messwahns

Kritische Erfolgsfaktoren, auf Englisch kurz KPI (Key Performance Indicators) – das sind im Management-Fachjargon Leistungsmerkmale, mit denen Controller und Berater den Erfolg einer Unternehmung oder eines Projektes messen. Es gibt sie auch in der medizinischen und psychotherapeutischen Erfolgsforschung, diese angeblich «objektiven» Kriterien und Messgrössen. Die Zielrichtung stimmt: denn nur was

…der (fehlenden) Männerbewegung

Seit Jahren wird das Thema «Mann» in den Medien und in der Wissenschaft gewälzt. Tut sich deswegen etwas? Hat die Diskussion etwas daran geändert, dass Männer heute das verletzlichere, schwächere und problematischere Geschlecht sind? Dass sie ungesünder leben, früher sterben, häufiger Selbstmord begehen und gewalttätiger sind? Kommen Jungen in der

…des Wohlstandes

Die Schweiz lobt ihre Innovationskraft und rühmt sich als Insel der Glückseligen mit «freiem Unternehmertum» und «breit abgestützter» Wirtschaftskraft. Grund zum Feiern und Schulterklopfen? Wir denken nein: Seit einiger Zeit sind nämlich auch wir mit einer schleichenden Erosion der frei verfügbaren Mittel konfrontiert. Ein Angriff auf unser individuelles und kollektives

…des Leben-und-Sterben-Lassens

Wir gefallen uns in unverbindlicher Toleranz für eigenwillige Lebensentwürfe. Wer andere nicht schädigt oder stört, kann tun und lassen, was er bzw. sie will. Was aber, wenn man/frau gar nicht mehr will? Lassen wir ebenso frei sterben wie leben? Der Rückzug auf die ureigenen Bedürfnisse, bis hin zur freien

…des Schweizer Fussballs

Fussball ist die wichtigste Nebensache der Welt. Er füllt Stadien, bringt Männer zum Verzweifeln, Brüllen und Weinen, fördert oder untergräbt lokalen und nationalen Stolz. Vor der WM 2014 fragen wir uns: Wie halten wir Schweizer es damit? Bestandesaufnahme: Der Oberwalliser Sepp Blatter steht der (nach der katholischen Kirche) mächtigsten nichtstaatlichen

…der Aufmerksamkeitsgier

Twitter, Facebook, Instagram und die ganze virtuelle Welt der Social Media sind für viele das echte Leben. Intimes ist gedankenlos und impulsiv per Tastendruck im Äther verewigt, beliebig für Unbekannte verfügbar und der Kontrolle des Versenders entglitten. Kürzlich wurde bekannt, dass kaum vorstellbare Mengen an Datensätzen mit privaten Informationen von

…des Schweizers Lust

Umfragen zufolge haben wir mehr guten Sex als die meisten in Europa, im Durchschnitt. Das erstaunt. Zurückhaltung, Gehemmtheit ist doch unser Markenzeichen. Politische Korrektheit nimmt überhand. Die Anmache in anderen Ländern wirkt von aussen betrachtet offener, Männer und Frauen scheinen es sich dort leichter zu machen, miteinander Spass zu haben.