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Mirjam B. Teitler

Mirjam B. Teitler ist Rechtsanwältin und Partnerin bei Teitler Legal and Media Consulting. Folgen Sie ihr bei Twitter: @MirjamTeitler

Babyshower

Babyshower

Eine «Babyshower» ist eine Art Polterabend vor der Geburt: Für eine Schwangere organisieren Freundinnen einen letzten Abend «unter sich». Nette Idee, aber das wollte ich als werdende Mutter nicht – gleichwohl entwickelte sich ein Kaffeekränzchen mit Jus-Studienkolleginnen doch noch dazu, als ich gefragt wurde, wie es sich anfühle, einen Menschen

Petri Heil, Kleiner!

Petri Heil, Kleiner!

Eine Bekannte erzählte mir, dass ihr vierjähriger Enkel sie in eine peinliche Situation gebracht habe, als er auf offener Strasse lauthals – und mit der Spielpistole in der Hand – geschrien habe: «Peng, peng, peng! Alle tot!» Die Öffentlichkeit strafte die Grossmutter mit missbilligenden Blicken – sie hätte sich, sagte sie, am liebsten

Casting, Kind und Kohle

Casting, Kind und Kohle

Das Deutschschweizer Fernsehpublikum traf am 11. April einen guten Entscheid, als es den elfjährigen Flavio Rizzello aus Thalwil zum Sieger in der Casting-Show «Das grösste Schweizer Talent» wählte. Auch ich war gerührt: der Mini-Star singt wunderschön und geniesst seinen Erfolg souverän. Nach den ersten Emotionen kamen vielen Zuschauern

Gerichtliche Abzockerei

Gerichtliche Abzockerei

Nicht schlecht gestaunt habe ich, als einem Klienten von mir eine Gerichtsgebühr von CHF 1770.– für das Ausstellen eines kurzen Erbscheins auferlegt wurde. Die Erbfolge war aufgrund des vorgängigen Testamentseröffnungsurteils klar, das Ausstellen des Erbscheins beschränkte sich also auf die Eingabe weniger Namen in ein vorgefertigtes Formular. Ich habe daher

Die rollende Alternative

Die rollende Alternative

Es ist ein nasskalter Abend. Ich muss nochmal raus und auf die andere Seite der Stadt. Gratis und zu Fuss? Per Tram mit dem 8-Franken-Ticket? Oder mit dem Taxi für 15 Stutz? Nichts dergleichen! Ich lade die Uber-App herunter und probiere ein neues Personentransportsystem aus. Kurz darauf

Cry Freedom

Cry Freedom

Ein Samstagmorgen im Winter. Es ist früh und ich bin auf dem Weg nach Brasilien. Die elf Stunden vergehen leider nicht im Flug. Nach dem Studium diverser Zeitungen und dem Genuss des neuen Woody-Allen-Streifens bleibe ich beim Scrollen durch das Bordprogramm bei «Cry Freedom» hängen. Der Film war

Steuerrulings sind besser als ihr Ruf

Steuerrulings sind besser als ihr Ruf

Die Institutionalisierung von Vermögensverwaltungsgesellschaften in sogenannte Steueroasen durch die Industriegruppe Ammann hat jüngst dafür gesorgt, dass das Tax- oder Steuerruling einmal mehr in Verruf geraten ist. Moment, Sie wissen nicht, was das ist? Nun, eigentlich ganz einfach: Steuerruling ist ein Verfahren, bei dem die Besteuerung des Subjekts mit den Steuerbehörden

Chronik eines Fiaskos

Chronik eines Fiaskos

Die Kartellgesetzrevision ist gescheitert und damit auch der Versuch, ein erstinstanzlich unabhängiges Kartellgericht zu schaffen. Die Odyssee hat ihren Anfang 2009 mit einer Expertengruppe genommen, die vierzehn teils beliebige Empfehlungen zur Änderung des Kartellgesetzes (KG) abgab. Der Bundesrat hat es dann unterlassen, die Spreu vom Weizen zu trennen, die Vorschläge

Schweizer Landesrecht über alles?

Schweizer Landesrecht über alles?

Laut SVP-Führung soll der Grundsatz, dass Schweizer Recht ausländischem Recht vorgeht, in der Bundesverfassung verankert werden. Am 25. Oktober werden die Delegierten der Partei über die Lancierung einer diesbezüglichen Initiative abstimmen. Bei Annahme nimmt die SVP eine Kündigung der Europäischen Menschenrechtskonvention, kurz: EMRK, bewusst in Kauf. Wir wären, falls

Zensur?

Zensur?

«Man sieht in diesem Jahr, hundert Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs, oft historische Photographien von Schlachtfeldern in Nordfrankreich und Belgien. Alle denken: Nie wieder. Unglaublich ist es in diesem Kontext, dass ein schweizerischer Uhrenhersteller mit Kriegsbildern Reklame macht, neulich in dieser Zeitung. Unter der Überschrift ‹Welcome to our

Kein Recht auf Vergessen

Kein Recht auf Vergessen

Seit dem Google-Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ist das «Recht auf Vergessen» in aller Munde. Was steckt dahinter? Mit dem Entscheid haben die Richter entschieden, dass Google einen Link zu einem (persönlichkeitsverletzenden) Suchresultat nicht zugänglich machen darf. Aber: Es gibt weder in den schweizerischen noch in den europäischen Rechtsordnungen

Verkappte Verkehrspolitik

Verkappte Verkehrspolitik

Das Morgental bildet mit seinen vielen Läden das Herz des öffentlichen Lebens von Zürich-Wollishofen. Der Stadtrat kam vor über zehn Jahren mit einem Plan, wie das Morgental «attraktiver» zu gestalten sei. «Attraktiver» bedeutet im links-grünen Zürich: eingeschränkter Individualverkehr. So auch hier: Die bisherige Tramhaltestelle sollte in beide Richtungen

In die Röhre geschaut

In die Röhre geschaut

Wenn es nach dem Nationalrat geht, soll künftig jedermann eine Radio- und TV-Abgabe bezahlen, unabhängig davon, ob er ein Rundfunkempfangsgerät besitzt. Der Rat hat in der Frühjahrssession einer entsprechenden Gesetzesänderung zugestimmt. Der Nationalrat bestimmte überdies, dass sich Haushalte bis fünf Jahre nach der Einführung der flächendeckenden Abgabe davon befreien

Ein Wille, der Berge versetzt

Ein Wille, der Berge versetzt

Roger Schawinski fragt sich: «Wer bin ich?» Landauf, landab waren die Blätter mit Kritiken und Interviews zur frisch erschienenen Autobiographie des Medienpioniers gefüllt. So viel Rummel um eine wohlbekannte Lebensgeschichte stimmte mich skeptisch. Deshalb kaufte ich das Buch. «You can get it if you really want» – Anstoss für Schawinskis «Radio

François und die Turteltauben

Was wäre, wenn François Hollande Schweizer wäre? Einfach: die Auserwählte, mit der er wilde Nächte geniesst, hiesse nicht Julie Gayet, sondern etwa Barbara Moser. Und die Filme, in denen sie mitspielte, hätten nicht so verführerische Titel wie «Un baiser s’il vous plaît», sondern vielleicht «Missen-Massaker». Hollande müsste sich