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Felix Philipp Ingold

Felix Philipp Ingold ist Slawist, Kulturpublizist, Schriftsteller und Übersetzer. Emeritierter Professor an der Universität St. Gallen, lebt er in Zürich und Romainmôtier. Sein Roman Alias oder Das…

Moskau – Kijew einfach

Moskau – Kijew einfach

Wem gehört die Krim? Wem die Ukraine? Wer so fragt, muss auch fragen: Wann? Denn: Kijew war schon eine reiche Metropole, als Moskau noch nicht einmal den Rang einer Stadt hatte. Ein historischer Streifzug durch das Dickicht nationaler Besitzansprüche.

Das Dia des Dialogs

Der Dialog – so könnte man wohl schlicht und einfach sagen – unterscheidet sich vom Monolog in erster Linie dadurch, dass er die Unterbrechung als strukturbildendes Element benutzt. Ein Gespräch kommt nur dann zustande, wenn die daran Beteiligten bereit sind, ihren Redefluss immer wieder zu unterbrechen oder unterbrechen zu lassen. Allein das

Die Infantilgesellschaft und das grosse Grinsen

Bin ich ein «Kulturpessimist», wenn ich feststelle, was jedermann feststellen kann – dass nämlich der heutige globale Kulturbetrieb bei all seiner phänomenalen Buntheit und Diversität eben doch nur ein graues Gesamtbild abgibt? Es geht mir keineswegs darum, den vorherrschenden Zeitstil, der die Stilvielfalt zur Stillosigkeit verkommen lässt oder, umgekehrt, die Stillosigkeit

Das graue Rauschen der Gegenwartsliteratur

Ingolds skeptische Kolumne vom vorigen «Monat» zum «grossen Rauschen» in den kommunizierenden Röhren der Informationsgesellschaft gibt mir die willkommene Gelegenheit, hier und jetzt die etwas speziellere Frage nach dem Rauschen des hiesigen Kulturbetriebs zu stellen. Auch die Kultur, der ja heute zwischen Elfenbeinturm und Auktionshaus, Festspielhügel und Hallenstadion beliebig viele

Kultur, Betrieb, Kulturbetrieb

Kultur, Betrieb, Kulturbetrieb

Noch so gern würde ich Ingolds – im letzten «Monat» zur Schau gestellten – Optimismus teilen und hochgemut davon ausgehen, dass irgendwann in der Zukunft «jede (wirklich jede) Idee» ihre Chance auf Verwirklichung und Verwertung hat. Mit Idee ist hier wohl generell das Gute, Schöne und Wahre gemeint, das sich entgegen unterschiedlichsten

Wem der Schuss gehört

Wem der Schuss gehört

Felix Philipp Ingold entwickelt einen Roman über den polnischen Literaten Jan Graf Potocki (1761–1815). Wie in einem Computerspiel vermischt sich historische Realität mit Fiktion. Potocki reist durch die Aufklärungszeit, gerät auf Malta in ein Duell, das erst Jahre später endet.

Schöne Literatur – nützlich oder elitär?

Schöne Literatur – nützlich oder elitär?

Merkwürdig doch, dass dort, wo überhaupt noch über Literatur – über sogenannte schöne Literatur – debattiert wird, vorab von deren Markttauglichkeit und Aktualität, allenfalls von deren Nützlichkeit für die Gesellschaft die Rede ist. So auch in unserm Kolumnen-Dialog. Wir reden von Literatur nicht als Kunst, sondern als Medium für etwas, das

Die Lyrik Felix Philipp Ingolds (2/2) Neue Gedichte

Gegessen Ist das Leben Schwester oder Beutetier? Und wer oder was sein Held? Ob Poe! Ob Ich! Schön ist erlegt was ragt. Was Erhabenes nämlich nie nicht zuerst. Erst danach trifft die Ohrfeige ein zu grünen zwischen Schläfe und Ohr. Und noch viel später kommt der Wind in wehender Hose

Der Dazwischer

Es darf als programmatische Pointe gelten, dass der Umschlag des neuen Gedichtbandes von Felix Philipp Ingold eine berühmte mathematische Figur zeigt: das Möbiusband. Diese seltsam verschlungene Figur hat – obwohl dreidimensional strukturiert – keine Rückseite. Ein poetologischer Glücksfall für einen durch und durch sprachreflektierten Autor wie Ingold. Denn die Poesie, wie er