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Michael Braun

ist Literaturkritiker, schreibt u.a. für die NZZ, den «Tagesspiegel», den SWR und den Deutschlandfunk. Er lebt in Heidelberg.

Der entzündeten Pinselspur entlang

Der entzündeten Pinselspur entlang

In uns allen schlummern Geschichten, die erzählt werden wollen. Der Schriftsteller Klaus Merz bereist die Welt, um sie durch bildende Kunst zu entdecken. Seine Inspiration kam als Jugendlicher im Aargau, wo er als Kinderhüter arbeitete.

Fremdschläfer

Nobody in Montreal In jenem «alten Haus der Sprache», in dem sich laut Karl Kraus alle Schriftsteller (und Epigonen) tummeln, will Verena Stefan kein Wohnrecht mehr besitzen. Im Gegenteil: die 1947 in Bern geborene Autorin ist Ende der 1990er Jahre bewusst aus diesem morsch gewordenen Gebäude ausgezogen und in die

Der Dazwischer

Es darf als programmatische Pointe gelten, dass der Umschlag des neuen Gedichtbandes von Felix Philipp Ingold eine berühmte mathematische Figur zeigt: das Möbiusband. Diese seltsam verschlungene Figur hat – obwohl dreidimensional strukturiert – keine Rückseite. Ein poetologischer Glücksfall für einen durch und durch sprachreflektierten Autor wie Ingold. Denn die Poesie, wie er

Ars Amandi

«Liebe», so seufzte ein verzweifelter deutscher Romancier vor dreissig Jahren, «war ein grauenvolles Wort, das mich sofort an rosige Schleimhäute denken liess, an lebenslängliche sumpfige Gefühle, … an einen ebenso heimlichen wie lähmenden Frieden zu Hause.» Entsprechend erbarmungslos wurden Liebesversuche in den Romanen des späten 20. Jahrhunderts seziert. Liebende waren reine