In dieser Ausgabe
Dossier
Fürchtet euch nicht!
Robotik-Pionier Rolf Pfeifer baut Automaten, die lächeln, mitdenken und Persönlichkeit entwickeln. Können künstlich intelligente Maschinen natürlichen Menschen zu mehr Autonomie verhelfen?
ICH – jetzt noch besser
Dank technologischem Fortschritt werden wir präziser, schneller, grossartiger. Wir glauben, wir bewegten uns durch die digitale Welt wie die Eingeborenen durch den Dschungel. Aber liegen wir richtig?
Wir Simulanten
Ob bei der Wahl der Kleidung, beim Betreten eines Zuges oder auf über 10 000 Metern Flughöhe: Computersimulationen nehmen in unserem Alltag längst eine Schlüsselfunktion ein. Nach welchen Regeln funktioniert die Welt, die zwischen Fiktion und Wirklichkeit angesiedelt ist?
Das Ding denkt mit
Das Internet der Dinge wird unsere Beziehung zu Gegenständen verändern. Objekte, die uns lieb sind, werden intelligent und erhalten eine digitale Identität. Das bringt gewaltige Möglichkeiten. Wie diese genützt werden, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Nicht Ball werden, sondern Spieler
Die Informatik digitalisiert und automatisiert. Nun erfasst sie die Welt der Atome. Welche neuen Geschäftsmodelle entfesselt das Internet der Dinge? Und welche Risiken birgt die Verschmelzung von Informatik und Menschen?
Homo informaticus
Die Informatik entstand vor über 300 Jahren aus dem Traum, intellektuelle Arbeit zu vereinfachen. Heute ist diese Vision Realität: Sie hat alle Lebensbereiche erobert und steigert die Lebensqualität von Milliarden – oder führt sie in digitale Demenz.
Aktuelle Debatten
Was ist Eitelkeit?
Schon seit frühen Jahren wurde ich in der Auseinandersetzung mit Rom stets der Eitelkeit angeklagt. Deshalb sei hier gegen Ende meines Lebens im Rückblick ausdrücklich die Frage gestellt und beantwortet.
Weitere Beiträge
Editorial
Kluge Lektüre allein genügt nicht. Deshalb haben wir uns vorgenommen, Sie, liebe Leserinnen und Leser, in jeder Ausgabe noch stärker zu überraschen. Mit einem guten Themenmix. Mit qualifizierten Gegensichten, die zum Nachdenken einladen. Und mit Autoren und Interviewpartnern, die nicht nur etwas zu sagen haben, sondern dies auch in souveräner
Mythos Medienvielfalt
Der Bundespräsident hält eine Rede, und alle hören weg. Ich war persönlich nicht anwesend, aber dem Vernehmen nach sollen auf den Vortrag gar Buhrufe gefolgt sein. So geschehen am Kongress der Zeitungsverleger Mitte September in Interlaken, an dem Gastredner Ueli Maurer die Gelegenheit ergriff, den Medienvertretern den Spiegel vorzuhalten. Jene,
Wie ich Elefanten esse
Nach der Teilnahme an der Miss-Schweiz-Wahl als 18jährige stand ich plötzlich mittendrin im medialen Blitzgewitter. Werbeverträge mit grossen Marken und Einladungen zu allen möglichen schweizweit bekannten Veranstaltungen waren die Folge. Von null auf hundert in nur wenigen Wochen, vom Mädchen aus Lugano zum Promi im Schweizer Fernsehen – alles
Das hat er nicht verdient
Das hat er nicht verdient: Dass man ihm, von einem Tag auf den anderen, das Leben in einer Viereinhalbzimmerwohnung mit Bedienung, Privatlehrer, A-la-carte-Menus, Armani-Deo, Fitness- und Thai-Box-Instruktoren (Wert total: 29 000 Franken pro Monat) einfach so wegnahm. Für alle, die nicht regelmässig den «Blick»
Die Trauer der Hände
Ein Mann sitzt in der Hocke und hält das Haupt des Toten. Die eine Hand umfasst Kiefer und Hals, die andere Stirn und Schläfe. Es ist, als wollte er den Kopf festhalten, ihn beschützen, ein letztes Mal umfassen. Das Gedächtnis der Hände ist stärker als die Erinnerung des Auges. Die
Benchmarking auf der Hühnerfarm
Es war einmal ein Hühnerfarmer, der durch den Verkauf seiner Hühner und Eier ein gesichertes Auskommen hatte. Eines Morgens, als er gerade seine Herde füttern wollte, entdeckte er fünf tote Hühner. Bestürzt, wie er war, wusste er zunächst keinen Rat. Er beschloss aber, die Hühner intensiver zu beobachten. Nun stand
Freiheit, Reichtum und Familie
Carolina Müller-Möhl gilt als privilegierte Leistungsträgerin und setzt auf Eigenverantwortung statt auf fremde Urteile. Gleichzeitig fordert sie den Ausbau staatlicher Kinderbetreuung, um Frauen mehr Wahlfreiheit zu geben. Ein Widerspruch?
Die Aktionärsdemokratie ist ein Mythos
Alle reden von der Aktionärsdemokratie, der Minder-Initiative sei Dank. In der realen Welt herrscht jedoch die Aktionärsoligarchie. Assetmanager, Pensionskassen- und Vermögensverwalter haben das Sagen. Die grosse Frage ist: Wie kommen die Eigentümer – die mündigen Aktionäre – zu ihrem Recht?
Falsche Fürsorge
Filippo Leutenegger kandidiert in Zürich für das Stadtpräsidium. Wenn genügend Zürcher ihm dafür ihr Vertrauen aussprechen, entziehen sie ihm dadurch aber sein Mandat als Nationalrat. In der Stadt Zürich ist es nämlich verboten, gleichzeitig die Stadt zu regieren und in Bern zu debattieren. Die dafür verantwortliche Regelung heisst «Lex Wagner»
Banken ohne Vertrauen
Vertrauen beflügelt die Wirtschaft. Das gilt in besonderem Mass für das Bankgeschäft, das auch als Kreditgewerbe bezeichnet wird. Kredit steht für Vertrauen. Die einzigartige Position des schweizerischen Finanzplatzes hat viel mit Vertrauen zu tun: Vertrauen in die Banken, Vertrauen in die Schweiz. Im Englischen gibt es zwei Ausdrücke für Vertrauen:
Die Geldschöpfer
Geschäftsbanken vergeben Kredite, ohne dafür auf Ersparnisse zurückzugreifen. Und sie verdienen an Staatsanleihen, die sonst niemand freiwillig kaufen will. Wie ist das möglich? Wer profitiert? – Und wer bezahlt am Ende den Preis?
…des Schweizers Lust
Umfragen zufolge haben wir mehr guten Sex als die meisten in Europa, im Durchschnitt. Das erstaunt. Zurückhaltung, Gehemmtheit ist doch unser Markenzeichen. Politische Korrektheit nimmt überhand. Die Anmache in anderen Ländern wirkt von aussen betrachtet offener, Männer und Frauen scheinen es sich dort leichter zu machen, miteinander Spass zu haben.
Träumereien rund ums Grundeinkommen
Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) macht die Arbeit attraktiver, die Arbeitnehmer motivierter und die Menschen freier – im Idealfall. Im Realfall kommt alles ganz anders: Drei Szenarien für eine Schweiz zwischen traumhaftem Glück und schlimmstmöglichem Elend.
Das graue Rauschen der Gegenwartsliteratur
Ingolds skeptische Kolumne vom vorigen «Monat» zum «grossen Rauschen» in den kommunizierenden Röhren der Informationsgesellschaft gibt mir die willkommene Gelegenheit, hier und jetzt die etwas speziellere Frage nach dem Rauschen des hiesigen Kulturbetriebs zu stellen. Auch die Kultur, der ja heute zwischen Elfenbeinturm und Auktionshaus, Festspielhügel und Hallenstadion beliebig viele
Zu «Finsterworld» von Frauke Finsterwalder und Christian Kracht
91 Minuten «Deutschland heute» – und eigentlich ist alles drin, was unter der Chiffre «Germany» jenseits zeitgeistiger «Alles wird gut»-Merkel-Rhetorik zu finden ist: Die romantisch-deutsche Natursehnsucht, personifiziert im namenlosen Einsiedler, der sich im Urwald Ostdeutschlands seinen lebensreformerischen Rückzugsraum erobert hat. Ein paar Bäume weiter, auf der frisch geteerten
Sterne im Sterbehemd
Weil das weisse Hemd das Dunkle der Existenz betont, trägt es kaum einer mehr. Das gilt besonders in Los Angeles: als zu ernst, zu erwachsen, zu wenig kindlich gilt es hier. Die grosse Ausnahme: Sean Penn, der letzte Kerl von Hollywood. Hommage an einen Helden im Hemd.
Sehnsucht und Elend des Kunstsammlers
Ohne die Sammler würde der Kunstmarkt zweifellos nicht funktionieren. Einerseits ist der gesamte Kunstbetrieb von einer tiefen Dankbarkeit ihnen gegenüber erfüllt, andererseits von latenter Aggression. Daher ist es an der Zeit, hier einmal einen Blick auf die Motive und Gemütszustände der Konsumenten, der Kunstkäufer und Sammler zu werfen. 1. Das
John Wayne und die Korrektokratie
Die Reise durch die USA begann in Hollywood. Und zwar mit ungebremstem Fanatismus für John Wayne in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett. Genauso wild und frei wie John wollten wir auch sein – also fuhren wir spontan nach Tombstone. In der Cowboystadt im Süden Arizonas war alles originalgetreu nachgebaut: von der Sattlerei über