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Reinhard K. Sprenger

ist Philosoph und einer der führenden deutschen Managementberater. Zuletzt von ihm erschienen: «Gehirnwäsche trage ich nicht: Selbstbestimmt leben und arbeiten» (Campus, 2023).

Vertrauen macht den Ball schnell

Vertrauen macht den Ball schnell

Economy of Speed prägt dieses Jahrhundert. Doch Dinge bewegen sich nicht schneller, nur weil wir schneller sind. Höhere Geschwindigkeit entsteht nicht durch härtere Arbeit. Nur Vertrauen macht wirklich schnell.

Die «richtige Entscheidung» ist eine falsche Idee

Zentral oder dezentral organisieren? Global oder lokal? In China investieren oder besser nicht? Freier Handelsvertreter oder Angestellter im Aussendienst? Langsam und wenig ändern oder rasch und viel? Diversifizieren oder konzentrieren? Fusionieren oder aus eigener Kraft wachsen? Anweisungen befolgen oder unternehmerisch handeln? Und jeder Chef weiss auch: Dem Mitarbeiter dienen ist

Die Bauernopfer der Sugar-Daddys

Frauen werden von Männern an ihrer Karriere gehindert; Frauen sind bessere Führungskräfte; Teams mit Geschlechtermischung arbeiten effizienter; Frauen wäre die Finanzkrise nicht passiert; Frauen sind Opfer verkrusteter Rollenbilder in der Gesellschaft; Frauen müssen in den Unternehmen die demographische Entwicklung kompensieren: Keine dieser Behauptungen ist nach wissenschaftlichen Standards so gut gestützt,

Benchmarking auf der Hühnerfarm

Es war einmal ein Hühnerfarmer, der durch den Verkauf seiner Hühner und Eier ein gesichertes Auskommen hatte. Eines Morgens, als er gerade seine Herde füttern wollte, entdeckte er fünf tote Hühner. Bestürzt, wie er war, wusste er zunächst keinen Rat. Er beschloss aber, die Hühner intensiver zu beobachten. Nun stand

Der Teich stinkt vor dem Fisch

Was macht der gewöhnliche Manager, wenn der Umsatz rückläufig ist, der Aktienkurs lahmt, der Innovationsmotor stottert? Er schaut sich das eine Weile an – und dann fährt der Blitz nieder. Wohin? Auf den Mitarbeiter. Der einzelne ist schuld! Unfähig! Und sollte der Mitarbeiter selbst eine Führungskraft sein: Fehlbesetzung! Was der gewöhnliche

Wertschätzung hat ihren Preis

Wertschätzung – in welche Führungsleitlinie man auch hineinschaut, dieses Wort fehlt nie. Gefordert wird der «wertschätzende Umgang», eine «Kultur der Wertschätzung» oder gar – sprachspielerisch – «Wertschöpfung durch Wertschätzung». Warum diese Konjunktur? Weil es an Wertschätzung mangelt, wie es die aktuelle Konjunktur der Chefbeschimpfungsbücher nahelegt? Weil sie ein gedankenloses pars par tout für

Der Chef ist kein Papa

Freunde in der Not sind nicht so selten, wie uns das Sprichwort glauben macht. Einige warten geradezu auf die Not, um zu helfen. Mit dem Eifer eines Trüffelhundes suchen sie das Missliche. Es ist ihnen verdriesslich, nicht helfen zu können. Sie ärgern sich, wenn der Kollege mit seiner Not selber

Authentisch ist auch nur animalisch

Ehrlichkeit und Authentizität gehören zu den moralischen Sehnsüchten der Gegenwart. Niemand will als verlogen, undurchsichtig, winkelzügig gelten. In vielen Managementbüchern wird den Menschen eingeredet, sie seien am glücklichsten, wenn sie sich einfach geben, wie sie sind. Auf den Talsohlen der Managementpraxis lautet die Frage: Ist es möglich, authentisch zu sein?

Unternehmen sind immer sozial

Im Management ist ein Verlust von Unterscheidungen zu beobachten. In einer Gesellschaft, in der das schlechte Gewissen zum Normalzustand wurde, moralisiert sich auch das Management. Betrieben von der Politik, den Medien, aber auch den Konsumenten, müssen Unternehmen nicht mehr nur wirtschaften, nein, «sozial verantwortungsvoll» sollen sie das tun. «Sozial» meint

Warum Erfolgsrezepte niemals erfolgreich sind

Im Management die immer gleichen Fragen: Warum gewinnen die einen und verlieren die anderen? Warum kippt ein Unternehmen nach langer Blütezeit plötzlich ab oder – umgekehrt – erhebt sich wie Phönix aus der Asche? Und was kann man davon lernen? Dass man davon nichts lernen kann. Da gibt es das Unternehmen, in

Manager sind keine Vorbilder

Kein Topos der Managementliteratur ist so stabil wie der Appell an die Vorbildfunktion der Führungskräfte. Klar ist: Manager werden beobachtet. Sicher auch in besonders sensibler Weise. Doch bleibt zu fragen: Soll man bei Managern höhere Massstäbe anlegen als bei Nichtmanagern? Fachliche? Menschliche? Ist es überhaupt möglich, Vorbild zu sein? Man

Kultiviertes Misstrauen

Das Volk vertraut den Politikern nicht. Und die Volksvertreter haben wenig Vertrauen ins Volk. So entsteht eine Spirale des Misstrauens, die zu immer neuen Gesetzen führt. Darunter leiden die Bürger – und zuletzt auch die Politiker