Boomer bremsen die Jungen aus
Noch nie war eine Generation so privilegiert wie meine. Doch was haben wir daraus gemacht? Wir hinterlassen den Jungen ungedeckte Kosten und Schulden.
Jahrgang 1949, promovierte an der Uni Zürich in Theologie, Germanistik und Philosophie. Nach McKinsey war er in Führungsfunktionen tätig, zuletzt als Verwaltungsratspräsident bei Clariant.
Noch nie war eine Generation so privilegiert wie meine. Doch was haben wir daraus gemacht? Wir hinterlassen den Jungen ungedeckte Kosten und Schulden.
Nicht Ungleichheit, sondern historisch einmalige Homogenität dominiert die Lebenswirklichkeit. Eine Ergänzung zum Themenschwerpunkt der letzten Ausgabe.
Wir sind reicher, gesünder und werden älter als alle unsere Vorfahren. Das muss endlich Auswirkungen auf unsere Lebensarbeitszeit haben. Ein Plädoyer.
Der Staat, so heisst es auch hierzulande, sei daran, sich kaputtzusparen. Ein populärer Irrtum: Die Staatsausgaben wachsen seit Jahren zuverlässig. Höchste Zeit, genauer hinzublicken.
Wer den Status quo der staatlichen Kulturfinanzierung hinterfragt, gilt schnell als Kunstbanause. Ein einfacher Hebel könnte aber Kulturbudgets erhöhen und die öffentliche Hand entlasten: die Anerkennung von Gemeinnützigkeit im Subventions- und Steuersystem.
Wilhelm Tell kannte nachhaltiges Handeln. Heute ist das Wort alltäglich, doch seine volle Bedeutung bleibt oft unbekannt: Nachhaltigkeit ist ein komplexer ökonomisch-sozio-ökologischer Dreiklang. Die Ökonomie muss den Grundton setzen, denn Nachhaltigkeit ist wirtschaftlich oder sie ist nicht.
Alle reden von der Aktionärsdemokratie, der Minder-Initiative sei Dank. In der realen Welt herrscht jedoch die Aktionärsoligarchie. Assetmanager, Pensionskassen- und Vermögensverwalter haben das Sagen. Die grosse Frage ist: Wie kommen die Eigentümer – die mündigen Aktionäre – zu ihrem Recht?
Aufmerksamkeit ist wertvoller als ein neues Auto. Ein Liter Benzin sollte etwa 5 Franken kosten. Reines Wirtschaftswachstum führt in die Irre, sagt Theologe und Philosoph Rudolf Wehrli, Präsident von Economiesuisse. Wie denkt dieser ungewöhnliche Wirtschaftsdachverbands-Chef?