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Cover: Schöne neue Arbeitswelt
April 2013

Ausgabe 1005 - April 2013

Schöne neue Arbeitswelt

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In dieser Ausgabe

Dossier

Lachende Anwälte

Auf meiner Floridareise stechen mir am Strassenrand riesige Plakate ins Auge. Darauf strahlen glücklich geschiedene Frauen und wohlgenesene Männer um die Wette und fragen: «Time for divorce?» – «Did you have an accident?» Auf diese Weise werben amerikanische Anwälte um die Gunst potentieller Klienten. So offensiv dürfte ich die Dienstleistungen meiner

Das schwerelose Leben, der alte Traum

Freiheit vom Zwang zur Arbeit? Diese Grundidee des bedingungslosen Grundeinkommens erfreut sich in allen Parteien wachsender Popularität. Dabei fusst sie auf einer Kritik an der Lohnarbeit, die hoffnungslos veraltet ist.

Aktuelle Debatten

Weitere Beiträge

Editorial

Editorial

Wer die Welt durch unser Magazin betrachtet, pflegt nicht den Röhren-, sondern den Röntgenblick. Die Leser bekommen Monat für Monat gedankliche Tiefenschärfe aus erster Hand geliefert – das ist der Anspruch unserer Arbeit als Macher einer Autorenzeitschrift und jener unserer Autoren sowieso. Apropos Arbeit. Sie ist in unseren Breitengraden längst nicht

Der Zornbürger

Thomas Minder ist der neue Volksheld der Schweiz. Gegen den vereinten Widerstand von Regierung, Parlament und Establishment hat er zusammen mit Claudio Kuster seine «Initiative gegen die Abzockerei» unerschrocken zum Erfolg geführt. Es gab zwar immer wieder Momente des Zweifels und der Schwäche, in denen er den Besänftigungsversuchen parlamentarischer Kollegen

Die Urteilsguillotine

Kennen Sie das? Sie treffen jemanden zum ersten Mal und denken: Ich kann ihn nicht ausstehen. Erst im nachhinein, vielleicht Jahre später, merken Sie, dass Sie diese Person sogar sehr mögen, vielleicht gar mit ihr verheiratet sind? Unsere Erfahrungen verleiten uns dazu, Individuen in extrem kurzer Zeit zu kategorisieren: «Gutmenschen»

Futterkrippenplätze

Das hätten Sie nicht gedacht: Die Schweiz ist in puncto Krippenplätze für Kinder europäische Spitze! Jedenfalls, was die Kosten pro Krippenplatz angeht. Die machen im Durchschnitt ein Drittel eines helvetischen Haushalteinkommens aus (in den Nachbarländern 9 – 19 Prozent). Sind mit anderen Worten für Familien, vor allem für solche mit mehr

Das Eisloch

Das Eisloch

Einsam sieht der Wachmann in die kalte Ebene hinaus. Das kreisrunde Loch ist mit einem Band abgesperrt. Am Boden liegen Eisbrocken, im Gegenlicht glitzern Splitter und Kristalle, man erkennt Fussabdrücke, Reifenspuren. Gleissendes Sonnenlicht erhellt die weisse Fläche. Die Taucher haben unter dem Eis nichts gefunden und die Suche nach mehreren

Unternehmen sind immer sozial

Im Management ist ein Verlust von Unterscheidungen zu beobachten. In einer Gesellschaft, in der das schlechte Gewissen zum Normalzustand wurde, moralisiert sich auch das Management. Betrieben von der Politik, den Medien, aber auch den Konsumenten, müssen Unternehmen nicht mehr nur wirtschaften, nein, «sozial verantwortungsvoll» sollen sie das tun. «Sozial» meint

Föderalismus, Vielfalt und Glück

Föderalismus, Vielfalt und Glück

Wenn das Mehr der Stände die Mehrheit der Wähler überstimmt, dann heisst es jeweils: weniger Föderalismus, mehr Demokratie! Das ist zu kurz gedacht. Und zu kurzfristig. Ein Plädoyer für echte kantonale Souveränität.

Zur Lage der Verbindlichkeit

Verbindlichkeit kommt von «Verbinden» und ist eigentlich eine Tugend. Sichere Bindungen und verbindliche Strukturen sind die Basis eines gesunden persönlichen Lebens, produktiven Wirtschaftens, einer freundlichen Gesellschaft. Verbindlichkeit beruht auf einer doppelten Übereinkunft. Sie setzt einen zeitlichen und örtlichen Rahmen voraus, an den sich alle halten. Ein Fussballspiel dauert immer 90

Raumplanung mal anders: Hongkong

Mein Konzert zuoberst auf einem 55stöckigen Hochhaus in Hongkong habe ich als etwas Besonderes in Erinnerung. Das Dach: eine fliegende Oase über einer Wüste aus aufgewirbeltem Sand. Von oben kaum zu sehen, aber kurz zuvor noch am eigenen Leib erfahren: Dicht an dicht bewegen sich die Menschen durch die Strassen

Wie alles begann…

Am Anfang der Selbstdemontage des Finanzplatzes Schweiz steht paradoxerweise eine geglückte Aktion: die Rettung der UBS durch den Staat vor sechs Jahren. Seither gibt Bundesbern den Ton an. Doch Erfolg macht blind. Bern hat seither manchen Flop gebaut. Wir erinnern uns: Im Frühjahr 2007 zählte sich die UBS in ihrem

Arbeitsweg

Arbeitsweg

Mein eigener Arbeitsweg führte mich schon in jungen Jahren zu Fashionshows auf der ganzen Welt. Modephotographie. Egal, ob in Kairo oder New York: Make-up, Licht, harte Linien, Wimpernaufschlag, Lippenstift. Nun diese Flipflops in rotem Dreck. Zwei Beine, die, balancierend, einen mühsamen Schritt vor den anderen tun. Der Weg zur

Mit offenen Armen in die Unmündigkeit

Mit offenen Armen in die Unmündigkeit

Der Schriftsteller Peter Stamm forderte jüngst lautstark mehr staatliche Unterstützung für die finanziell gebeutelte Autorenzunft. Dass ein selbsternannter Vertreter seiner Berufsgattung in deren Namen wiederholt einen Platz auf dem Subventions-Ponyhof einfordert, ist vorhersehbares Kalkül. Dies erfolgreich als zivilisatorischen Imperativ zu verkaufen: immerhin eine respektable Leistung. Der allgemeine Zuspruch darauf:

Die Dekonstruktion des Alltags

Die Dekonstruktion des Alltags

Er zeichnet und malt, liebt Cervelats, baut Skulpturen, und den Coverphotos schöner Models treibt er schon einmal Finger durch die Wangen. Beni Bischof weiss: das Leben ist kein Ponyhof. Aber als Spielwiese taugt es ausgezeichnet.

Der Ausverkauf von London

Der Ausverkauf von London

«Bumm!» statt Boom: der britische Schriftsteller John Lanchester hat einen Bestseller über die Finanzkrise geschrieben. Statt auf Zahlen und Fakten setzt er auf literarisierte Einzelschicksale und zeigt: Nichts ist mehr sicher. Auch dort nicht, wo es Geld regnet.

Aktuelles

Krankheit lohnt sich

Krankheit lohnt sich

Prävention wird kaum honoriert, Krankheit dagegen zuverlässig finanziert. Die Pflege-Unternehmerin Alessia Schrepfer erklärt, warum diese Fehlanreize Patienten und Pflegekräfte belasten – und weshalb das System von Grund auf neu gedacht werden muss.