In dieser Ausgabe
Dossier
Wer ist «wir»?
Einmal im Jahr bitten wir vier ganz unterschiedliche Autoren um ebenso persönliche wie prononcierte Texte zu einem brisanten Thema, das eine vertiefte Auseinandersetzung verdient. Wir legen den ausgewählten Autoren die gleiche Frage vor, versehen mit denselben Anregungen aus unserer Redaktion. Ziel ist eine Debatte im Magazin – und eine weitere coram
Frischekur für die Volksseele
Die Schweiz steht vor einer Wahl: Entweder bewahrt sie ihre stolzen Institutionen wie ein Freilichtmuseum oder sie zeigt Mut zur Erneuerung. Ein nüchterner Optimist präsentiert notwendige Reformvorschläge für das Land.
Seid sportlich!
Mit dem «nationalen Zusammenhalt», permanent beschworen, wird Missbrauch getrieben. Der Bundesrat und staatsnahe Kreise kaschieren damit bloss ihre eigenen Interessen. Nicht Differenz und Dissens sind das Problem der Eidgenossenschaft, sondern voreilige Versöhnung und Pseudoharmonie.
Ich erinnere uns
Was die modernen Schweizer eigentlich ausmacht, ist ihre Lernfähigkeit. Doch warum verkennen wir heute die vergangene Rolle von Krieg, Glück und Zufall? Und warum haben kritische Patrioten Mühe, den Wert des Alpenmythos zu schätzen?
Volksbefragung
Zu einem WIR gehören zwei: ein DU und ein ICH. Um dem WIR auf die Spur zu kommen, müssen wir uns unterhalten.
Aktuelle Debatten
Piketty zerpflücken
«Capital in the Twenty-First Century» weckt primitive Instinkte und spaltet die Debatte ideologisch. Das zeugt von Denkfaulheit und verschleiert: Wohlfahrt durch Selfmade-Milliardäre ist zuverlässiger als eine Vermögenssteuer.
Wo ist die liberale Erzählung der Schweiz?
In der Politik bewegen sich die Bürger nicht auf einem «Marktplatz der Ideen», sondern vielmehr auf einem «Marktplatz der Geschichten». Es sind Narrative, sogenanntes «Storytelling», die den Menschen Politik emotional näherbringen. Keine noch so eindeutig datenbasierte Evidenz oder auch keine Auflistung von Vorschlägen ist so wirkmächtig wie eine gute Geschichte.
Weitere Beiträge
Ein Glücksfall?
Wie fühlt und fiebert die Schweiz im Sommer 2014, nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative? Bleibt die Confoederatio Helvetica zuverlässig ein Spezial-, ein Sonder-, ja eigentlich ein Glücksfall? Oder doch eher ein Fall aus der Zeit? Vier Autoren, die unterschiedlicher nicht sein könnten, geben Antworten auf die Frage, wie es um
Making of 1018
Wenn Hummler Marx liest Die Werke von Friedrich August von Hayek hat Ex-Bankier und Publizist Konrad Hummler en détail gelesen, aber jene von Karl Marx, dem Autor des mehrbändigen «Kapitals» und einem der folgenreichsten philosophierenden Ökonomen der letzten 200 Jahre? Hätte er sie studiert gehabt, wäre ihm Thomas Pikettys
Unglaubenszweifel
Sie nehmen in der Biographie mancher bedeutenden Persönlichkeit eine prominente, oft gar dramatische Rolle ein: die Glaubenszweifel. Der Moment, in dem ewig gültig geglaubte Wahrheiten ins Zwielicht rücken, wo der Rahmen des vertrauten Weltbilds auseinanderbricht. Man kennt das. Denn wie oft begegnen wir noch Menschen mit religiösen, mit weltanschaulichen Gewissheiten,
Publizisten und Unternehmer I
Wie werden Unternehmer in der medialen Öffentlichkeit wahrgenommen? Ich war kürzlich eingeladen, zu dieser Frage coram publico zu referieren, und habe gemerkt: Ich muss mit Selbstkritik beginnen. Dass hier strukturell bedingte Wahrnehmungsverzerrungen im Spiel sind, ergibt sich nämlich aus der Natur der Sache. Publizisten haben anders als Unternehmer Upside-Chancen,
«Populismus»
Der neue Feind, wie er im stattgehabten Europawahlkampf durch die Gassen getrieben wurde, heisst «Rechtspopulismus». Populismus leitet sich, wir ahnten es schon, von «populus» ab, also Volk, was schlimm genug ist, und meint landläufig: verantwortungslose Demagogen reden dummen Lümmeln nach dem Munde und machen ihnen zugunsten gegenwärtiger Vorteile Versprechungen, die
Spasspartei im Spassparlament
Martin Sonneborn sollte sich eine andere Bühne suchen, um den politischen Betrieb zu foppen.
Arkadien und Robotien
Thomas Piketty trifft in seinem Bestseller einen Nerv der Zeit in der westlichen Welt: die Angst vor dem Bedeutungsverlust der Arbeit gegenüber dem Kapital. Hinter viel Zahlenmaterial und wissenschaftlich erscheinender Denkweise verbirgt sich vor allem eins: politische Absicht.
Am Rande des Chaos
Der Historiker Niall Ferguson sucht im Rauschen der Ereignisse nach Signalen, die den Menschen prägen. Und er stellt die Frage: Was, wenn es anders gekommen wäre? Ein persönlicher Schnelldurchlauf durch die Geschichte: von A wie AJP Taylor über N wie neutrale Schweiz bis Z wie Led Zeppelin.
«Das ist skandalös»
Vermögen zu erhalten, ist eine Leistung. Es zu mehren, erfordert noch mehr Kompetenz. Solange nicht alle über dieselben Talente verfügen, bleiben auch die Vermögen ungleich verteilt. Bleibt die Frage: lässt sich Kompetenzgleichheit herstellen?
…des Erbens
Thomas Piketty, Wirtschaftswissenschafter, lässt aufhorchen. Mit seinen Untersuchungen der zunehmenden Ungleichheit der Vermögen in vielen Ländern untermauert er seine These, die Leistungsmoral und das Funktionieren der Wirtschaft seien gefährdet. Als Gegenmittel fordert er signifikant höhere Steuern auf Vermögen und Erbschaften. Das ist zu kurz gedacht. Definitiv. Kritiker des Kapitalismus fragen
Betroffenheit ist nicht genug
Kürzlich haben Spitzenpolitiker bedeutende Abstimmungen verloren, und Grossbanken mussten Schuldbekenntnisse ablegen und hohe Bussen bezahlen. Darauf hörte man die Akteure sagen: «Ich fühle mich durchaus betroffen» oder «Wir sind uns keiner Schuld bewusst». Wird Verantwortung so wahrgenommen? Topmanager führen Erfolge gerne auf ihr eigenes Tun zurück. Bei Niederlagen und Misserfolgen
Wilhelm Tells Weltreise
Brasilien, Sommer 2014. Die Schweiz spielt nicht nur im Stadion, sondern vor allem auch ausserhalb: Präsenz Schweiz plant, bis zur nächsten Olympiade mit einem «House of Switzerland» durch Brasilien zu touren, Swissnex hat soeben einen Schweizer Innovations- und Technologiehub in Rio eröffnet und Pro Helvetia möchte künftig Schweizer Künstlern eine
Dasein ist In-Form-Sein
Sind Sportler die letzten Helden unserer Zeit? Oder bloss gedopte Entertainer? Ein Gespräch dreier Leistungsdenker über den Sport als lebenssteigerndes Mittel und Merkmal der Moderne – und die traditionelle Leibesverachtung der Intellektuellen.
Welche Anreize können Staaten zum Sparen bewegen?
Es gibt derzeit kaum Anreize für Staaten, ihre Schulden abzubauen – denn wer damit beginnt, signalisiert: bei uns ist nichts mehr zu holen, uns geht es schlecht. Und man erleidet womöglich einen Nachteil mit dem Abbau der Schulden, wenn es zum Beispiel doch irgendwann zu einem Schuldenschnitt kommen sollte. Wenn Sie
Kein Recht auf Vergessen
Seit dem Google-Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ist das «Recht auf Vergessen» in aller Munde. Was steckt dahinter? Mit dem Entscheid haben die Richter entschieden, dass Google einen Link zu einem (persönlichkeitsverletzenden) Suchresultat nicht zugänglich machen darf. Aber: Es gibt weder in den schweizerischen noch in den europäischen Rechtsordnungen
Rede gegen die Weltretter
Essen, Geschlecht, Klima: Sage mir, wie du darüber denkst, und ich sage dir, ob du ein guter Mensch bist. Eine Handvoll theologischer Gedanken zu den gegenwärtigen Glaubenssätzen für eine bessere Welt. Oder besser gesagt: eine Predigt. Aber eine richtige.
«Die Schweiz wird nie energieautark sein»
Welche Technologien soll die Politik wie fördern, um die Energieversorgung des Landes zu gewährleisten? Würde man hierzu am besten ganz auf den Import setzen? Doris Leuthard beantwortet Fragen, die sich aus unserem Energiedossier (Juni 2014) ergeben haben.
Frau Lorieuthard
«Meine Damen und Herren, Politik bedeutet, und davon sollte man ausgehen, das ist doch, ohne darum herumzureden, in Anbetracht der Situation, in der wir uns befinden» – ziemlich unklar. Also nochmals von vorn: Politik bedeutet, davon muss man ausgehen, dass mit vielen Worten wenig Aussagen gemacht werden. Bei Loriot führt das
Lasst sie dampfen!
E-Zigaretten dienen als Ausstiegsdroge. Die saubere Alternative zu Tabakprodukten kann Leben retten. Doch Ärzte und Gesundheitsbehörden stel-len sich gegen sie – warum nur?
Splitter aus der Redaktion
Ausgewählte Stilblüten Jüngst und erst halbwach stand ich am Kühlregal vor einem erlesenen Angebot: «Auserwählte Sushis» fühlten sich berufen, mir preisreduziert eine Freude zu bereiten. Ich liess sie links liegen – wer weiss, welch heikle Mission die Migros in meinem Magen erfüllen will – und kaufte stattdessen die Samstagszeitung. Die respektable Fehlerbilanz
Redefreiheit
Für die geistige Wohlfahrt der Nation ist die Freiheit der Rede unverzichtbar. Sie untergräbt den Stolz des Dogmatismus und bewahrt vor den Versuchungen der Selbstgerechtigkeit. Sie schützt vor übereilter Zustimmung und unterbricht den Schlummer der unbestrittenen Meinung. Konsens ohne Argumente endet in Konformismus. Der Wahn eigener Unfehlbarkeit stützt sich meist
Ein Ort, ein Garten, etwas Zeit
Der Dichter Durs Grünbein polarisiert: seine Gedichte werden von Kritikern ebenso oft ausgezeichnet wie der altertümelnden Gelehrsamkeit bezichtigt. Auf dem Monte Verità gibt er sich entspannt, kritisiert den heisslaufenden Literaturbetrieb – und plant die eigene Künstlerkolonie.
Bilder vom heiligen Bill
Wer als gläubiger Mensch, Tourist oder – wie ich – als Ruhesuchender im Berner Münster einkehrt, wird von den dort seit neustem installierten Bildschirmen überrascht sein. Statt Fernsehpredigten, wie man vielleicht hätte erwarten können, zeigen Videos rätselhaft handelnde, stumme Menschen in Slow Motion und HD. Mein Gott, ist es etwa Kunst? Hat
Wachs-Tum und Freiheit
Loredana Sperini arbeitet mit Stickerei, Wachs und Spiegelglasskulpturen – jedes Medium trägt ihre unverwechselbare künstlerische Handschrift. Die international anerkannte Künstlerin vereint erfolgreich ihre kreative Praxis, ihre Galerie und ihr Familienleben miteinander.
Nacht des Monats beim Grasshopper Rugby Club Zürich
Gegründet wurde der «Rugby Club Zurich» 1968 von englischsprachigen Expats aus dem Vereinten Königreich.