In dieser Ausgabe
Dossier
Weniger Staatsangestellte, mehr Freiheit
Die Staatswirtschaft wächst auch in der Schweiz. Staatsangestellte ersetzen Milizpolitiker und kooperieren eng mit Verbands- und Gewerkschaftsfunktionären. Gegen diese Machtkonzentration hilft nur Wettbewerb – in der Wirtschaft und besonders in der Politik.
Wirtschaftsdemokratie wagen
Demokratische Politik und die bestehenden politischen Institutionen verlieren zusehends an Gewicht. Und internationale Finanzmärkte werden zum Taktgeber gesellschaftlicher Entwicklungen. Deshalb braucht es eine Demokratisierung der Wirtschaft. Diese setzt dort an, wo sich zu viel Macht ballt.
Wo der Hammer hängt
Spannungen zwischen Wirtschaft und Politik gehören zur Ordnung der Freiheit dazu. Nicht aber das anmassende Hineinregieren einer sich allmächtig gebärdenden Politik. Die Einengung der Privatsphäre hat wahrhaft destruktives Potential.
Verflochten und entfremdet
Politische und wirtschaftliche Eliten überschneiden sich immer weniger. Die einen beklagen eine «Ökonomisierung der Lebensverhältnisse», die anderen eine «Regulierungswut» der Politik. Beide haben recht. Doch Nostalgie ist fehl am Platz.
Aktuelle Debatten
«…dem ist ein Platz ganz nah beim Erlöser garantiert»
Wie lassen sich die Staatsschulden jemals abtragen? Und wird unser Geldsystem überleben? Dem Entdecker des Königswegs im finanzpolitischen Krisenmanagement, so erfahren wir von Ökonom Gunnar Heinsohn und Bankier Karl Reichmuth, winkt als Belohnung ein Platz im Paradies.
Weitere Beiträge
Editorial
Ein Staat, in dem alles öffentlich und nichts privat ist: dies ist meiner Meinung nach noch immer die konziseste Definition dessen, was eine totalitäre Gesellschaft in ihrem Innersten ausmacht. Wer solche Sätze schreibt, kommt sich in der digitalen Welt mittlerweile freilich wie ein Dinosaurier vor. Den eidgenössische Datenschützer Hanspeter Thür,
Freiheit ist Freiwilligkeit – oder sie ist nicht
«Kind. Krippe. Karriere»: Die Titelgeschichte der letzten Ausgabe (Nr. 1010) – das Streitgespräch mit Carolina Müller-Möhl – hat mir zahlreiche Zuschriften beschert. Ein Sieg nach Punkten ist nur schwer auszumachen, die Voten halten sich die Waage. Wir waren uns einig über das Ziel: Beruf und Familie müssen vereinbar sein. Der Disput
Impact ist Impact
In den letzten «Monaten» habe ich viel über die verschiedenen Wege zum Erfolg (und die auf ihnen liegenden Hindernisse) nachgedacht. Heute werfe ich einmal einen Blick auf die, die schon erfolgreich sind. Mir ist nämlich aufgefallen: Vielen finanziell erfolgreichen Menschen scheint ihr sozialer Aufstieg oder das verdiente Geld keine echte
Osteria Berlusconi
Sie humpelt, lacht selten, und das Herz trägt sie nicht auf der Zunge. Aber sie ist eine Seele von Mensch: Santina, die Besitzerin der Osteria/Pizzeria auf der Stadtmauer mit Blick in die mittelitalienische Landschaft und auf das Adriatische Meer, hinten im Giardino pubblico unseres Städtchens. Dort, wo wir gerne
Afrikas 9/11
Die Tür steht offen, in den Schaufenstern warten die Puppen. Sie sind unverletzt. Schicke Kleider, Tops, Schuhe, Handtaschen gibt es zu kaufen, auf Kreditkarte. Kein Fenster ist zersprungen, nichts ist zertrümmert oder ausgeplündert. Eine junge Mutter umklammert ihr Kind; der Schrecken ist ihr ins Gesicht geschrieben. Krampfhaft hält sie das
Die Bauernopfer der Sugar-Daddys
Frauen werden von Männern an ihrer Karriere gehindert; Frauen sind bessere Führungskräfte; Teams mit Geschlechtermischung arbeiten effizienter; Frauen wäre die Finanzkrise nicht passiert; Frauen sind Opfer verkrusteter Rollenbilder in der Gesellschaft; Frauen müssen in den Unternehmen die demographische Entwicklung kompensieren: Keine dieser Behauptungen ist nach wissenschaftlichen Standards so gut gestützt,
Auch du bist verdächtig!
Dank Edward Snowden wissen wir, wie detailliert und umfassend die globale Überwachung abläuft. Dabei gilt: Jeder ist verdächtig. Die Ausmasse sind gigantisch, die Aussichten trübe. Das müsse sich ändern, schreibt der eidgenössische Datenschützer.
Der Uterusneid des Mannes
Wer kennt nicht den Begriff des «Penisneids der Frau» von Sigmund Freud? Ich glaube nicht daran. Ich glaube an das Gegenteil – an den Uterusneid des Mannes. Und ich möchte Ihnen auch erklären, woher er kommt.
Zuerst das Fressen, dann die Ökologie
Beim Gang durch die Gassen von Mykonos strömen mir im Oktober glücklicherweise keine Unmengen von schwitzenden Touristen mehr entgegen – dafür aber ein ungewohnt eisiger Wind. Es ist kalt, wirklich kalt. Und deshalb mache ich mich auf einen Abend im Inneren einer schummrigen Taverne gefasst. Schliesslich lande ich unten am Hafen,
Der Mensch und sein Monster
Wir kennen unsere Gene, aber deshalb haben wir unser Selbst noch lange nicht erkannt. Dies zeigt sich in der Genetik immer klarer. Zugleich macht sich der Mensch in der angewandten Forschung zu seinem eigenen Rohstoff. Was bedeutet das für das menschliche Selbstverständnis?
«Als Bloody Hedge Fund Manager lebt man in einer wunderbaren Welt»
David Harding nutzt mathematik- und physikbasierte Anlagestrategien und wurde Grossbritanniens grösster Steuerzahler. Seine Branche trug aber zum Beinahe-Kollaps des globalen Finanzsystems bei, weil sie vergass, dass Finanzmärkte soziale Gebilde sind.
Die Nationalbank als Hoffnungsträger
Der Bundesrat und die Schweizer Banken demontieren unseren Finanzplatz. Sie tun das in einem labilen Umfeld. Das Finanzsystem der westlichen Welt hat sich seit 2008 ebenso selbst demontiert und befindet sich in einem kritischen Zustand. Europa und die USA erkaufen sich mit der Droge des billigen Geldes kurzfristige Sicherheit und
Vom Geschlecht keine Ahnung
Es gibt genügend Gründe, die hyperaktive und übergriffige Genderpolitik abzulehnen.
…der Aufmerksamkeitsgier
Twitter, Facebook, Instagram und die ganze virtuelle Welt der Social Media sind für viele das echte Leben. Intimes ist gedankenlos und impulsiv per Tastendruck im Äther verewigt, beliebig für Unbekannte verfügbar und der Kontrolle des Versenders entglitten. Kürzlich wurde bekannt, dass kaum vorstellbare Mengen an Datensätzen mit privaten Informationen von
Schweizer Revolutionär
Alfred Eschers Einfluss auf die moderne Schweiz ist enorm. Er verquickte privates Unternehmertum und öffentliches Engagement, war Treiber eines Wirtschaftswunders und prägte die Politik des jungen Bundesstaats. Vom dramatischen und lehrreichen Leben in einer Umbruchzeit.
Unerträgliche Leichtigkeit?
Ich zähle mich nicht zu den hartgesottenen Kulturpessimisten. Deshalb will ich auch nicht in ein allgemeines Lamento über den Zu- bzw. Missstand der einen oder anderen Kunstform einstimmen. Ich kann aber mit Sicherheit sagen, dass es nicht an zeitgenössischen kulturellen Leistungen mit Anspruch mangelt, die ihre verdiente Anerkennung erfahren. Trotzdem
Felsgeburt
Der deutsche Schriftsteller Thor Kunkel ist aus dem eitlen Berlin auf die ruhige Riederalp im Wallis gezogen. Wenn er gerade nicht schreibt, wandert er. Seine hier exklusiv vorliegende «Bergmeditation» ist nicht weniger als der würdige literarische Abschluss des Wanderherbsts 2013.
Mut zur Lücke!
Man nehme Buch und Schere, schneide sich durch Seiten und Sätze – und schreibe so eine neue Geschichte. Jonathan Safran Foer bastelt nicht nur sein Besteck selbst, sondern auch seine Bücher. Ein Gespräch über die kreative Neuordnung der Wortwelt und die tröstliche Existenz von Lexika.
Der Testosteronbunker von Usedom
Die Journalistin und Schriftstellerin Silvia Tschui erhielt Zutritt zu Deutschlands renommiertestem Boxstall. Entstanden ist dabei das flirrende literarische Kurzportrait einer abgeschotteten Männergesellschaft. Und die ist so angenehm nicht.
Bünzliges Bümpliz
Die afghanische Graffiti-Künstlerin «Shamsia» (aka Ommolbanin Hassani) ist im Westen sehr beliebt. Ihr Markenzeichen sind lebensgrosse Frauenfiguren in leuchtendblauen Burkas, die sie auf die grauen und durchlöcherten Mauern der afghanischen Hauptstadt Kabul sprüht. Der jungen Künstlerin und Kunstschuldozentin wird hoch angerechnet, dass sie zumindest den Anspruch der Frauen auf
Dreihundertdollarsandwiches
«Singapur ist teuer», warnte ich ihn schon am Telefon. Mein Schweizer Freund lachte und meinte, dass es wohl teurer als zwischen Basel und Chiasso kaum sein könne. Er sollte sich bös irren. Als er kam, zeigte ich ihm den Wasser speienden Merlion und die anderen Wahrzeichen der Stadt, unter anderem
Nacht des Monats mit Joel aus Münster
Ein Tramper: Joel, 21, aus Münster, ist auf dem Weg nach Hause.