Ausgabe 976 - März 2010
Stop - mein Konto!
In dieser Ausgabe
Dossier
My Home is My Castle
Die klare Trennung zwischen Privatheit und Öffentlichkeit ist eine moderne Errungenschaft. Sie hatte es nicht leicht, hat sich aber in verschiedenen Etappen durchgesetzt. Sind wir in Facebook-Zeiten gerade dabei, sie wieder preiszugeben?
Grosse, gute, anonyme Gesellschaft
Anonymität wird mit dunklen Geschäften assoziiert. Und mit rechtlichem Graubereich. Zu Unrecht. Ohne Anonymität wäre die heutige Grossunternehmung nicht denkbar.
«Die Privatheit als Prinzip ist unantastbar»
Mit dem Bankkundengeheimnis steht ein zentrales Prinzip unseres Rechtsstaats auf dem Spiel – der Schutz der Privatsphäre. Wo sind seine Verteidiger? Der eidgenössische Datenschutzbeauftragte fühlt sich wie ein einsamer Rufer in der Wüste.
Musterschülerin auf Abwegen
Der Finanzplatz Schweiz wollte nicht nur kassieren, sondern auch sauber und kooperativ sein. Also hat die Schweiz mehr Gesetze erlassen als jedes andere Land. Das Ausland ist dennoch nicht zufrieden. Nun kann die Schweiz nicht mehr zurück. Doch es gibt einen Ausweg.
Wo würden Sie Vermögen anlegen?
Das Bankgeheimnis wurde 1935 eingeführt. Die Schweiz wollte damit die eigene Vermögensverwaltung schützen. Das tat sie mit Erfolg. Jedenfalls bisher.
«Es ist nie zu spät»
Das Image der Schweizer Bankiers ist angekratzt. Der ausländische Druck auf das Bankkundengeheimnis nimmt zu. Zeit, die finanzielle Privatsphäre preiszugeben? Nein, sagt der Bankier Christoph Ammann. Und skizziert, was zu tun wäre.
Verteidigung des Privaten
Es gibt stets Gründe, in die Privatsphäre einzugreifen. Und es gibt stets Leute, die ein reges Interesse daran haben. Gründe ändern sich. Und auch die Interessen. Doch dann ist es oft schon zu spät.
Auftakt
Es herrscht grosse Verwirrung. Und eine grosse Kakophonie. Die einen behaupten, das Bankgeheimnis sei durchlöchert wie ein Emmentaler Käse. Andere meinen, es werde ohnehin von niemandem mehr verstanden. Wiederum andere halten dafür, dass wir gut daran täten, es als Spieleinsatz in einem Wirtschaftspoker vorzusehen. Aber halt – was eigentlich ist das
Aktuelle Debatten
Die Blockwahl des Bundesrats (2/2)
Soll der Bundesrat vom Volk gewählt werden? Vor über zehn Jahren hat der Ökonom Jürg Niehans in den «Schweizer Monatsheften» einen originellen Vorschlag präsentiert: eine Ticketwahl des gesamten Bundesrats. Die Idee ist aktueller denn je. Wir drucken den Text erneut ab.
Auftakt
Soll der Bundesrat direkt vom Volk gewählt werden? Seit Anfang Februar 2010 sammelt die Schweizerische Volkspartei (SVP) Unterschriften für eine entsprechende Initiative. Die Chancen dafür stehen gut. Damit käme nach 1900 und 1942 zum drittenmal eine die Volkswahl des Bundesrats betreffende Vorlage vor das Volk. Anders als die von der
Dünnhäutige Beitrittsgegner
Debatte // Die Schweiz & die EU Die EU-Enthusiasten sind müde. Und die EU-Phobiker irgendwie schlapp. Wie weiter?
Die grosse Frage
Warum Klimamissionare gut sind. Und warum man ihnen dennoch nicht alles glauben sollte.
Eigenständig global
Die Schweiz muss sich global ausrichten, wenn sie ihre nationale Identität bewahren will. Sonst droht der langsame Erstickungstod in Folklore oder europäischer Umarmung.
Die Rettung Griechenlands und das Ende des Euro
Griechenland hat vom Euro profitiert. Und seinen Staatshaushalt lange über günstige Kredite finanziert. Nun droht der Staatsbankrott. Und vielleicht noch viel mehr.
Lady Merkel?
Margaret Thatcher hat erfolgreich vorgemacht, wie man eine radikale wirtschaftspolitische Wende herbeiführt. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel legt sich lieber nicht fest. Und verschiebt Reformen. Was treibt sie an?
Handelt der deutsche Staat legal?
Der Staat macht Gesetze. Das heisst aber nicht, dass alles, was er tut, auch schon Gesetz ist. Eine zweite deutsche Aussensicht.
Handelt der deutsche Staat legitim?
Deutschland kauft illegal erworbene Steuer-daten. Damit wagt es sich weit vor. Und schadet sich selbst. Eine deutsche Aussensicht.
Weitere Beiträge
Die erlesenen Perspektiven des Claus Helmut Drese
Das Theater ist in der Krise, heftiger und grundlegender, als man es noch vor zehn Jahren für möglich gehalten hätte. Längst ist sein Anspruch zerronnen in der fortwährenden Verwässerung des Kulturbegriffs, der von der «Unternehmens-» bis hin zur «Szenekultur» keinem, auch noch so marginalen, Lebensbereich vorenthalten wird. Die Mahnung, es
Keine Globalisierung im Niederdorf
Martin Suter hat einen Roman geschrieben, der mehr sein will als spannende Unterhaltung. Stand im Zentrum von Suters letztem Buch «Der letzte Weynfeldt» das Privatleben eines schrulligen Zürcher Millionärs, so konfrontiert das vorliegende seine Leser mit der Globalisierung. Ein mittelloser tamilischer Koch kämpft gegen erpresserische Landsleute, ausländerfeindliche Schweizer und seine
Was heisst denn hier Freiheit?
Eine Antwort aus dem Stegreif von Klaus Wellershoff Und ein Anstoss von ihm selbst: «Freiheit ist, nicht über Freiheit reden zu müssen.»
Schweizer Autoren in Kurzkritik XXIII
8 Bücher, vorgestellt in der dreiundzwanzigsten Folge der «Schweizer Autoren in Kurzkritik». Fortsetzung folgt.
Max Rüdlinger (2/2) Aus der Schublade
Auszug aus den Tagebucheinträgen über die Dreharbeiten von Clemens Klopfensteins «Das Schweigen der Männer»
Max Rüdlinger (1/2) Gespräch
Leser wissen selten, was Autoren beim Schreiben antreibt, freut und belastet. In «Werkgesprächen» berichten Schriftsteller über ihr Schreiben und präsentieren aktuelle Textauszüge. Diese Ausgabe setzt die Reihe mit einem Gespräch zwischen Gion Mathias Cavelty und Max Rüdlinger fort.
Editorial
Das Prinzip ist einfach: der Bürger deklariert Einkommen und Vermögen, weil sie ihm gehören. Hat der Staat den begründeten Verdacht, dass der Bürger ihm etwas vorenthält, kann er in dessen finanzielle Privatsphäre eingreifen – sonst nicht. Das ist der Kern des Bankkundengeheimnisses. Wo sind seine Verteidiger? Dies fragt sich auch der
Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag, lieber Herr Bichsel
Peter Bichsel: «Über Gott und die Welt. Texte zur Religion». Hrsg. Andreas Mauz. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 2009 (2010)
Der Bodensee sog – bis ins Montafon und ’s Ländle
Die nicht erst seit gestern weitverbreitete Sehnsucht nach einem Aufenthalt am Bodensee hat, und zwar über Jahrhunderte hinweg, bedeutende Literatur hervorgebracht. Vieles davon versammelt die eng bedruckte und schön gestaltete Anthologie «Im Sog des Bodensees», in der Herausgeber Klaus Isele auf Gedichte ganz verzichtet und damit Raum für Prosatexte von
Live on Stage
Holt die Lederhose aus dem Schrank, lasst bei Hemd oder Bluse vier Knöpfe offen, steckt euch die Piratenohrringe an – der Roman «Verlangen nach Drachen» von Verena Rossbacher liest sich wie ein Popstarcasting. Einziges Mitglied der Jury ist die attraktive, aber gnadenlose Clara vom Wiener Kaffeehaus Neugröschl, und wer sie am
Live on Stage
Holt die Lederhose aus dem Schrank, lasst bei Hemd oder Bluse vier Knöpfe offen, steckt euch die Piratenohrringe an – der Roman «Verlangen nach Drachen» von Verena Rossbacher liest sich wie ein Popstarcasting. Einziges Mitglied der Jury ist die attraktive, aber gnadenlose Clara vom Wiener Kaffeehaus Neugröschl, und wer sie am
Spittelers Standpunkt und mehr
Carl Spitteler: «Unser Schweizer Standpunkt. Hrsg. von Dominik Riedo. Luzern: Pro Libro, 200
Der Schwur des Studenten
Wer sich die «Kurzbiographie» Al Imfelds auf seiner Website anschaut, kann nur staunen. Der 1935 als Sohn einer Bergbauernfamilie geborene Autor, Journalist und Entwicklungsexperte wurde zunächst katholischer Priester, überwarf sich aber schnell mit der Kirche, promovierte dann in evangelischer Theologie, um schliesslich doch Journalist zu werden. Quasi nebenher qualifizierte er