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Hans-Rüdiger Schwab

Keine Fluchten mehr!

Die männliche Hauptfigur dieses Romans ist Mitte 50 und bekommt ein nachgerade klassisches existentielles Problem: «Wie überspringt man die Jahre, … wie kehrt man noch einmal zu dem zurück, der man war, zu der Frau, die man liebte? Und für die man sich doch nie ganz entschieden hat.» Der so redet,

Jeanne Hersch – hundert Jahre

Euphorischer Aufschwung und Scheitern zugleich: darin besteht die bleibende Erfahrung der ersten Liebe in Jeanne Herschs kurzem Roman gleichen Titels. Gerade weil sie beteuert, glücklich verheiratet zu sein, hält es die schwangere Protagonistin für dringlich, ihrem Mann (der während des Krieges an der Grenze wacht) davon zu berichten. Sich den

Verrückt in Gott

Silja Walter: «Das dreifarbene Meer». Freiburg i.Ü.: Paulus, 2009 Valentin Boltz: «Bibeldramen. Gesprächsbüchlein», hrsg. v. Friederike Christ-Kutter. Zürich: Chronos, 2009

Wb. – Von Thomas Mann bis Hürlimann

All dies war Werner Weber mit Sicherheit nicht: ein Lautsprecher, ein Selbstdarsteller, eine medienkonforme Persönlichkeit. Wer dem bescheidenen, stets liebenswürdigen Mann im Alter begegnete, mochte ihn vielleicht sogar unterschätzen. Dabei hatte man jemanden vor sich, der über die Schweiz hinaus dem literarischen Leben mindestes ein Vierteljahrhundert lang seinen Stempel aufdrückte.

Ein Modernitätsmüder

Hält der Zug der Moderne seine Spur oder drohen ihm jene «Entgleisungen», vor denen Jürgen Habermas warnt? Schon als er gerade volle Fahrt aufzunehmen begann, meldeten sich Skepsis und Kritik. Der 1818 in Basel geborene Jacob Burckhardt ist dafür ein ganz besonderer Zeuge. Mit noch nicht 28 Jahren outete sich

Aktenlektüre zumal, doch wie erregend…

Dass es bei der offiziellen Schweiz wenig Freude hervorrief, wenn Karl Barth sich, nach seinem von den Nazis erzwungenen Weggang aus Deutschland, zu den Verhältnissen dort äusserte, war früh bekannt. Erstmals ist nun aber das ganze Räderwerk der Schikanen zu besichtigen, in das er durch Regierungsinstanzen und nachgeordnete Behörden geriet

300 Jahre Albrecht von Haller 1/2

Albrecht von Haller war Physiologe, Botaniker, Dichter, Arzt und Staatsdenker. Der vor 300 Jahren in Bern geborene Universalgelehrte schrieb tausende Briefe europaweit. Sein Porträt zierte den 500-Franken-Schein. Die folgenden Beiträge zeigen, warum sich Hallers Werke lohnen.

In Mundart quer durch die Evangelien

«Nach den vier Evangelien» gearbeitet zu sein, beansprucht Hansjörg Schneiders Dialektstück «Jesus und die drei Mareien», das bis zum 22. März während dreieinhalb Monaten in der Luzerner Mariahilf-Kirche zu sehen war. Der Untertitel verweist auf ein erstaunlich legeres Verhältnis des vor allem seiner Hunkeler-Krimis wegen beliebten Autors zur

Baur und Bindschädler

Amrain, Zentrum der Welt «Toteninsel», «Borodino», «Die Ballade vom Schneien» und «Land der Winde»: mit diesen 1979 bis 1990 erschienenen vier schlanken Romanen vor allem verbindet sich Gerhard Meiers später Ruhm. Aus Anlass seines 90. Geburtstags am 20. Juni letzten Jahres hat Suhrkamp sie in einer schmuck ausgestatteten Kassette neu

Die Tanne brennt!

Alle Jahre wieder: Die Tanne brennt auch 2008 Die Geschichte, in der der Autor sich am weitesten vorwagt, ist die drittletzte des Bandes «Die Tanne brennt!» von Beat Brechbühl. Schöpfer heisst der Protagonist ihrer Binnenerzählung, er ist Angehöriger der Generation Fünfzig plus und frisch gebackener Eheaussteiger. Als Vertreter von Assekuranzen

Magie und Macht

Souveränität – worin sie besteht, ist rein abstrakt schwer zu definieren. Besser man hat ein anschauliches Beispiel vor Augen, auf das sich verweisen lässt. Eines wie das aktuelle Buch von Jean Starobinski etwa. Derlei nämlich kann nur geschrieben werden, wenn stupende Vielseitigkeit sich mit intimster Kennerschaft und der Lust paart, die