Ausgabe 967 - Februar 2009
In dieser Ausgabe
Dossier
(7) Die private Initiative kann die Welt verändern
Suzann-Viola Renninger im Gespräch mit Urs Egger
(6) Wir verkaufen die Fairtrade-Bananen des Finanzmarkts
Entwicklungshilfe gilt als zivilisatorischer Akt. Aber kann sie auch ein Geschäft für gewinnorientierte Anleger sein? Eine Antwort von responsAbility, einer Zürcher Firma für soziale Investitionen.
(5) Mikrofinanz – Werkzeug zur Armutsbekämpfung
Wer investiert in Mikrofinanzinstitutionen? Wer vergibt die Kredite? Und wer erhält sie? Zahlen, Fakten und Geschichten aus einer neuen Welt mit vielen Perspektiven.
(4) Zwischen Heilsbotschaft und Mantra
Mikrokredite gibt es nicht erst seit gestern: Menschen schliessen sich zusammen und leihen einander auf gut Glauben hin Geld. Bleibt die Frage, ob dies arme Menschen nachhaltig aus der Armut führt.
(3) Bald wird es Armut nur noch in Museen geben
Es begann mit Kleinstkrediten für die ärmsten Bewohner Bangladeschs. Inzwischen gibt es Mikrokreditinstitute rund um die Welt. Und den Sozialunternehmer als neuen Unternehmertyp. Wie Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus die Armut aus der Welt in die Museen verbannen will.
(2) Kleines Geld mit grosser Wirkung
Die Bilanz konventioneller Entwicklungshilfe ist ernüchternd. Dennoch haben alternative Modelle der Armutsbekämpfung erst in jüngerer Vergangenheit Mittel und Beachtung auf sich gezogen. Mikrofinan-zierung ist kein Allerheilmittel. Aber sie hat Potential.
(1) Entwicklungshilfe als Getränkeautomat?
Ärmeren Menschen in Entwicklungsländern helfen zu wollen, ist eine hehre Idee. Aber ist staatliche Entwicklungshilfe in der heute praktizierten Form auch eine gute Sache? Wer die Berichte internationaler Organisationen oder die Botschaft des Bundesrats liest, kommt zu einem anderen Schluss.
(0) Auftakt
«Kredit» kommt von lateinisch «credere», «glauben»: der eine, der Geld verleiht, glaubt an den anderen, der es entleiht. Der eine glaubt an die Rückzahlungsfähigkeit des anderen – wobei sich sein Glaube letztlich bloss auf dessen Glaubwürdigkeit stützt. Wer in Entwicklungs- und Schwellenländern kleine Kredite von weniger als 100 US-Dollar vergibt,
Aktuelle Debatten
Interview Teil 2: «Hungern oder gehen»
Im zweiten Teil unserer Interview-Reihe mit Anthony de Jasay schildert dieser die Kriegszeit in Ungarn.
2/2 Der Pionier
Eine Replik auf Ulrich Bröckling – und eine Verteidigung des Unternehmertums
1/2 Der Flaschensammler
Der Unternehmer wird kontrovers bewertet: als innovativer Macher oder profitgieriger Opportunist. Zwei Perspektiven beleuchten diese Ambivalenz: Ulrich Bröckling kritisiert die Unternehmergesellschaft skeptisch, während Michael Wohlgemuth das Unternehmertum verteidigt.
Die mageren und die fetten Kühe
Die Folgen der Finanzkrise sind noch nicht absehbar. Aber eines ist gewiss: die fetten Jahre für den westlichen Wohlfahrtsstaat sind vorbei.
Ausgeträumt
Der Traum einer risikolosen Welt – Kapitalisten und Kapitalismuskritiker haben ihn gleichermassen geträumt. Nun schweigen die einen, und die anderen geben sich siegestrunken. Wo bleibt der Lerneffekt?
Weitere Beiträge
Ein paar Nuggets, viel Sand
Jochen Kelter: «Ein Ort unterm Himmel. Leben über die Grenzen – Essays und Texte». Frauenfeld: Waldgut, 2008.
Editorial
Ich leihe dir kleine Summen Geld, damit du Schritt für Schritt deine Geschäftsidee verwirklichen kannst: das ist die Idee von Mikrokrediten. Rückzahlungsquoten von fast 100 Prozent in Entwicklungsländern lassen aufhorchen. Erwünschter Nebeneffekt: Mikrofinanzinstitute betreiben durch Kreditvergabe «Hilfe zur Selbsthilfe» an die Armen – und decken dabei die Schwachstellen staatlicher Entwicklungshilfe von
Blogs, Rede & Widerrede
18.1.2009 Robert Nef, SMH Blog, www.schweizermonatshefte.ch/blog Rechtschreibung: zurück zur Vernunft «Im Weltwoche-Editorial, mit dem ich inhaltlich weitestgehend einig bin, steht das Wort ‹Gräuel›, das mir jedesmal, wenn ich ihm in dieser Schreibweise begegne, ein wahrer Greuel ist. … Das Einfrieren der geschriebenen Sprache und das
Christoph Blocher im Gespräch
Christoph Blocher ist ein streitbarer Politiker mit anerkannten Unternehmerverdiensten. Er kritisiert menschenorientierte Führung als «Chabis» und sieht Menschen als «himmeltraurig», abhängig von Gottes Gnade. René Scheu traf ihn in Männedorf.
Inge Muntwyler
Inge Muntwyler feiert ihren achtzigsten Geburtstag und präsentiert sich mit drei Texten über das Alter erstmals der Öffentlichkeit: «Der Tumor», «De mortuis nil nisi bene» und «Vergesst das Lachen nicht». Bislang lasen nur Familie und Freunde ihre Werke.
Hermann Burger
(1942–1989) «Ich hatte mein Leben als etwas Vorläufiges, Nebensächliches betrachtet, als eine Hauptprobe zur Premiere des Schreibens», so Hermann Burger in den «Ameisen». Der 1942 im Kanton Aargau geborene Schriftsteller Hermann Burger war vom Schreiben geradezu besessen.
Was heisst denn hier Freiheit?
Eine Antwort aus dem Stegreif von Rainer Stadler «Die Freiheit der Meinung setzt voraus, dass man eine hat.» (Heinrich Heine. Dieser häufig zitierte Satz wird allgemein Heinrich Heine zugeschrieben. Die Quelle ist nicht bekannt.)
Akribische Mordsarbeit
Ed McBain, der in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts den modernen Polizeiroman erfand, stellte jedem Fall seiner Kriminalisten vom 87. Revier eine Erklärung voran. Zwar seien sowohl die Figuren als auch der Schauplatz der Handlung erfunden, die geschilderte Polizeiarbeit jedoch beruhe auf bewährten Ermittlungsmethoden. Einen derartigen Authentizitätsanspruch weist Roger
Schweizer Literatur in Kurzkritik XIV
12 Bücher, vorgestellt in der vierzehnten Folge der «Schweizer Literatur in Kurzkritik». Fortsetzung folgt.
Die tapfere Schneiderin
Jeder findet irgendwann seine eigene Strategie, mit den grossen Ungerechtigkeiten des Lebens und den kleinen Banalitäten und Grausamkeiten des Alltags zurechtzukommen. Die Schneiderin Jolie zum Beispiel, nur auf den ersten Blick «adrett und einigermassen langweilig», baut im geheimen kuriose Luftschlösser. Tagtäglich über Hosensäume und Kostümjacken gebeugt, macht sie sich voller
Synagogen bauen in der Schweiz
Ron Epstein-Mil: «Die Synagogen der Schweiz». Fotografien von Michael Richter. Zürich: Chronos, 2008.
Immerhin wird stimmig gestorben
Der Roman stellt sich in die Nachfolge von Meinrad Inglins «Schweizerspiegel», der ebenfalls mit dem Besuch des deutschen Kaisers in Zürich anhebt, und Kurt Guggenheims «Alles in allem»: ein Epochenroman als Familienroman. «Das Gute» berichtet über mehrere Generationen der mittelständischen Zürcher Familie Frauenlob, und anhand ihres Bildes von der Geschichte
Getroffen in Niederbipp
Gerhard Meier, Werner Morlang: «Das dunkle Fest des Lebens. Amrainer Gespräche» Bern: Zytglogge, 4. Auflage 2007.
Lassen wir ihm das Geheimnis!
Ja, so ist es wohl: «Die Welt ist ein grosses Geheimnis! Wehe, wir decken es auf!». Der Satz steht im Debüt des 25jährigen Berners Christian Zehnder. Der schmale Band, die Erzählung «Gustavs Traum», hat es in sich – «es», das Geheimnis. Und man sollte nicht versuchen, es zu lüften. Denn dann
Rind im Zentrum
Arthur Zeller, der Geige spielende Sohn eines wohlhabenden Landwirts, hatte sich autodidaktisch zum Fotografen ausgebildet. Gleichzeitig war er Züchter und Kenner des Simmentaler Fleckviehs. Eine einmalige Situation, die es Zeller erlaubte, die wichtigsten Merkmale dieser damals reüssierenden Rinderrasse unter ästhetischen und ökonomischen Aspekten gleichermassen ins rechte Licht zu rücken; seine
Einmal Schmähungen, das andere Mal Statistiken
Das Freizügigkeitsabkommen der Schweiz mit der EU aus dem Jahre 2002 war ein epochaler Einschnitt in der Migrationsgeschichte der Schweiz. Wie unterschiedlich man auf die danach einsetzende Einwanderung aus den EU-Ländern – und besonders aus Deutschland in die Deutschschweiz – reagieren kann, zeigen die beiden hier zu besprechenden Bücher, die kaum
Kein Ausweg aus der Nichtsangst
Jürg Amann: «Nichtsangst. Fragmente auf Tod und Leben». Innsbruck/Wien: Haymon, 2008.