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Cover: Der Fliegenfänger mit der Leica
Dezember 2012

Ausgabe 1002 - Dezember 2012

Der Fliegenfänger mit der Leica

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In dieser Ausgabe

Dossier

Anspruch und Wirklichkeit: Menschenrechte in Zeiten der Krise

Anspruch und Wirklichkeit: Menschenrechte in Zeiten der Krise

Der Mensch ist Träger elementarer Rechte, die er sich über die letzten Jahrhunderte erkämpft und institutionell abgesichert hat – mit Erfolg. Aus der Einsicht, dass die Würde des Menschen eines besonderen Schutzes bedarf, entstand ein Netz von Institutionen und Gerichten. Diese haben Menschenrechten mittlerweile zum Status eines globalen Megathemas verholfen. Gleichzeitig

So war es nicht gemeint

So war es nicht gemeint

Zunehmend werden die in der Verfassung verankerten Menschenrechte herangezogen, um den Ausbau der staatlichen Fürsorge zu begründen. Vergessen geht dabei, dass Menschenrechte in ihrem ursprünglichen Sinn Abwehr- und nicht Anspruchsrechte sind.

Weil wir Menschen sind

Es ist gelungen, Menschenrechte zu standardisieren und ansatzweise zu institutionalisieren. Doch scheint die Entwicklung an Schwung verloren zu haben. Einige Gedanken zur Kraft der elementaren Idee, zu «humanitären Interventionen» und zur Gefahr entfremdender Bürokratisierung.

Gespannte Lage

Demokratie und Freiheitsrechte gelten als Zwillingspaar. Sie ergänzen sich gut. Doch stehen politische und private Entscheidung, Mehrheitsbeschluss und Schutz des Individuums zugleich in einem Spannungsverhältnis. Wie lässt sich die Spannung auflösen?

Aktuelle Debatten

Globi, der Kolonialist?

Das Kinderbuch Globi ist eine Schweizer Erfolgsgeschichte. Das Warenhaus Globus gab ihm seinerzeit den Namen und wollte damit – Achtung – Werbung für seine Kolonialwaren betreiben. Globi, der Papagei-Mensch, ist zwar in Afrika geboren, aber ein Schweizer geworden. Er ist unternehmungslustig und reist in der ganzen Welt herum. Nun widerfährt ihm

Vergesst Rousseau!

Vergesst Rousseau!

Jean-Jacques Rousseau war weder ein origineller Denker noch hat er der Freiheit einen Dienst erwiesen. Im Gegenteil. Dank seines süssen Gifts des «gemeinen Willens» landen offene Gesellschaften direkt im Kollektivismus. Wir sollten ihn endlich vergessen.

Lest Rousseau!

Jean-Jacques Rousseau gilt als Idealist und Freiheitsverächter. Falsch! Der Genfer war Republikaner und Verfechter föderaler Kleinstaatlichkeit. Anregungen zur Neuentdeckung eines ungelesenen Philosophen.

Der strebende Optimist

Die Schuld am eigenen Versagen abstrakten Systemen zu geben, ist menschlich. Aber ist der Kapitalismus überhaupt ein System? Und stimmt es, dass er so ungeeignet ist, soziale Zwecke zu erfüllen?

Der Mensch, das sozialvergleichende Wesen

Strebt der Mensch bloss nach der Maximierung des Eigennutzens? Ist er zutiefst altruistisch veranlagt? Oder schielt er ständig auf das, was er gerne hätte und der Nachbar schon hat? Denken wir den Menschen nicht weltanschaulich. Schauen wir hin, wie er wirklich tickt.

Händchenhalten mit Frau Wagenknecht?

Deutschlands bürgerliche Parteien liessen den Europäischen Stabilitätsmechanismus fast geschlossen durch den Bundestag passieren. Die Linke lehnte ihn deutlich ab. Der prominente Eurokritiker Frank Schäffler erwägt nun links-liberale Allianzen.

Weitere Beiträge

Editorial

René Burri ist ein eminenter Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts. Er portraitierte Menschen aller Art: die Erfolgreichen, die Armen, die Überheblichen, die Mutigen, die Diktatoren. Pablo Picasso, Alberto Giacometti, Ernesto Che Guevara, Gina Lollobrigida und, ganz zu Beginn als 13jähriger, Winston Churchill. René Burri hielt sich jeweils diskret im Hintergrund, sich

Blick zurück – und nach vorne

In der Unübersichtlichkeit des Jahres 2012 vergessen wir leicht, wie ruhelos frühere Zeiten waren. Wie viel können wir von jenen lernen, die sich damals bemühten, die Dinge kritisch und klar zu sehen? Dieser Gedanke schoss mir immer wieder durch den Kopf, wenn ich mich mit der Geschichte der «Schweizer Monatshefte»

Ayn Rand, mein Idol

Ayn Rand liebte selbstzentrierte oder, wie man sagt, egoistische Menschen. Und viele lieben Ayn Rands Bücher. Sie fordern das gängige Denken heraus und rufen jeden dazu auf, sich seiner eigenen Denkkraft zu bedienen. Die aussergewöhnliche Sozialphilosophin verlangt darin eine Moral, die auf Verstand und Vernunft gründet. Darum stemmt sie sich

Sandy, die Medienkatastrophe

Sany, der «Frankensturm», fand – wie schon der Name sagt – in Europa statt. Genauer: in den deutschsprachigen Medien. Die höchsten Killerwellen schlug der verheerende Hurrikan in Online-Medien wie «Spiegel Online». Zugegeben: auch an Amerikas Ostküste hat der Sturm gewütet. 47 Menschen kamen im Bundesstaat New York laut Medienberichten ums Leben.

Malala

Malala

Sie sitzen auf weissen Plastikstühlen und warten. Jede hält ein Photo in den Händen, das durch eine Plastikhülle ­geschützt ist. Alle tragen die Schuluniform, einen blaukarierten Kamiz, eine weisse Hose sowie eine kurze Dupatta, die Haar und Schultern bedeckt. Von den Gesichtern ist kaum etwas zu ­sehen, ein paar Nasenspitzen,

Empörungsstürme und geistige Profitmaximierung

Digitale Empörungsstürme – sogenannte «Shitstorms» – ziehen durchs Land. Jüngstes Beispiel: an der Pädagogischen Hochschule (PH) Bern wurde ein prominenter Vortragsredner kurzfristig ausgeladen, weil Freunde der neuen Empörungskultur erfolgreich den Aufstand probten. Nicht Studenten, nein, diesmal war es ein Professor. Man sollte meinen: Die Dozenten der PH Bern sind es gewohnt, heterogene

Hanoi, Kulturschock

Meine Asientour ist in vollem Gange. Mag ja sein, dass sich die Metropolen der Welt immer mehr ähneln – ich leide bei der Ankunft in jeder asiatischen Stadt immer noch unter sogenannten «Kulturschocks»: Ich bin dauermüde, alles schmeckt anders und, ja, neu ist nicht immer gut. Bis vor kurzem steckte ich

Kamin

Kamin, -e, m oder s (schweizerisch), helvetisiert Cheminée [min]. Dem Deutschen unnötigerweise aufgedrängter Latinismus resp. Franzismus, der das gotischstämmige Wort Esse hat vergessen lassen und als zweitsilbenbetonter Fremdling seit Simplicissimus’ Zeiten neben Kakadus (›Haubenpapageien) und Kanapees (›Lotterbetten) vom Komfort camoufliert klandestin in unserer Sprachlandschaft kampiert. K.e dienen heiligen Nikoläusen

Ausverkauf der Philosophen

Tag: 6 ZEIT: kurz vor St. Nimmerlein, also frühestens am Ende unseres Jahrhunderts ORT: im unplatonischen Ideenhimmel des Verfassers, wo Gott und sein Sohn ihren philosophischen Kramladen entrümpeln JESUS: Vater mein, wo bleiben denn die Sprachanalytiker? Du weisst schon: Frege, Moore, Russell, Ryle… GOTT: Sie haben meiner Sache zwar nicht

Aktuelles

Krankheit lohnt sich

Krankheit lohnt sich

Prävention wird kaum honoriert, Krankheit dagegen zuverlässig finanziert. Die Pflege-Unternehmerin Alessia Schrepfer erklärt, warum diese Fehlanreize Patienten und Pflegekräfte belasten – und weshalb das System von Grund auf neu gedacht werden muss.