In dieser Ausgabe
Dossier
Tausch oder Raub
Ich gewinne, du verlierst. Wer hat, der hat es anderen genommen. Klingt vertraut, oder? Es ist die Räuberlogik. Matt Ridley erklärt im Gespräch, wie die Welt wirklich funktioniert. Und warum wir immer reicher werden, auch wenn wir es nicht merken.
Von helvetischem Wohlfühlen und brasilianischer Dynamik
Herrn Schweizers Weltzentrum ist Europa. Die mentale Orientierung an den Zuständen in den benachbarten EU-Staaten ist angenehm für ihn. EU-Vergleiche geben die negative Folie ab, vor deren Hintergrund Herr Schweizer das eigene Land in umso schönerem Glanz erstrahlen lassen kann. Kritisiert er die Schuldenwirtschaft der EU-Staaten, lobt
Lasst uns ein Steuerparadies werden!
Aussenpolitisch scheint es ein ungemütliches Jahr zu werden für die Schweiz. Die USA setzen im grossen Steuerstreit sichtbar nicht auf Deeskalation. Und auch die EU tut alles, um den Abschluss neuer Steuerabkommen mit der Alpenrepublik zu torpedieren. Hier wie dort wittern die politischen Umverteiler: mit etwas mehr Dreistigkeit und Druck
Sternegucker sind keine Himmelsstürmer
Ich sitze im Flieger von Los Angeles nach New York und habe gerade eine anstrengende Pressekonferenz hinter mir. Zwei Sitze weiter liest ein junger Mann ein Buch: «Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere nicht». Der Autor ist Malcolm Gladwell. Tonnenweise Bücher wurden geschrieben über das, was Menschen angeblich
Zaungäste
Sie erkennen keine Gesichter, nur Rücken, Schultern, Hinterköpfe. Die Plakate sind fern, und manche Worte des Redners verhallen im Rauschen der Bäume. Doch bietet sich von oben die beste Sicht. Niemand kann die Szenerie so gut überblicken wie die beiden Zuschauerinnen von ihrem Ausguck. Farbtupfer in Grün, Blau und Rot
Berner Gehirne, wollt ihr ewig leben?
Der Wissenschafts- und Forschungsstandort Schweiz muss weiter vorankommen. Das Fördern von Bildungsexport und Talentimport gehört zum erklärten Ziel des Bundes. Das Anliegen firmiert neudeutsch unter «brain circulation». Zu diesem Zweck hat das Staatssekretariat für Bildung und Forschung neunzehn Wissenschaftsräte rund um den Globus stationiert und beauftragt, Informationen über die Strategien
Eine Frage der Ehre
Die Menschheitsgeschichte ist eine Armutsgeschichte. Erst vor 200 Jahren änderte sich das. Warum eigentlich? Wirtschaftshistorikerin Deirdre McCloskey über die entscheidende Ablösung des Kriegers durch den Erfinder.
Safari, Zirkus, Plüsch und Plausch
Starker Franken, wenig Schnee und kalte Betten: beim Besuch in Arosa blicken die Hoteliers Hans C. und Hitsch Leu zurück auf vier Jahrzehnte bewegter Hotelleriegeschichte. Stillstand ist für sie auch in Zukunft keine Option.
Jeder mit jedem. Vom Nutzen des globalen Marktplatzes
Erzählt Ihre Nachbarin vom begeisterten Stöbern und Feilschen auf dem Bücherflohmarkt, so wird sie bei Ihnen wahrscheinlich Sympathiepunkte sammeln. Erzählt die gleiche Person mit der gleichen Begeisterung, dass sie das gleiche Buch kürzlich nach einer Online-Recherche bestellte, ist der Sympathiebonus wohl dahin. Warum ist das so? Die Interaktion auf
Nachts ist’s kälter als draussen
Vom Stillsitzen hält er wenig. Die meisten Sätze führt er nicht zu Ende. Für uns macht er eine Ausnahme. Kabarettist Piet Klocke über deutsche Hysterie, dadaistische Konkurrenz aus Bayern und sein gestörtes Navigationssystem.
(M)eine Entdeckungsreise
Ein Kind einer Bauernfamilie verliert seinen Hof in der Grossen Depression. Doch als Nobelpreisträger Vernon L. Smith zu experimentieren beginnt, entdeckt er, wie Menschen auf Märkten wirklich handeln.
Das Wunder des Bleistifts
Kein einzelner Mensch weiss genau, wie ein Bleistift hergestellt wird. Und doch ist es das normalste Schreibgerät der Welt, das täglich millionenfach produziert, gekauft und verkauft wird. Wie ist das möglich?
Warum wir tauschen
Wir tun es jeden Tag und hinterfragen es sehr selten: tauschen. Was geschieht, wenn wir tauschen? Wer profitiert davon? Und vor allem: Ist es moralisch?
Kein «Versager»
Monopole, öffentliche Güter und Externalitäten: wo der Markt nicht funktioniert, muss der Staat intervenieren. Heisst es. Wenn es nur so einfach wäre.
Kleine Eiszeiten
«Unmenschlich, die Kälte in diesem Wien», sagt Veronika am Eingang des Kunsthistorischen Museums. «Es ist Winter», entschuldigt sich ihr Mann und hofft, sie würde sich gleich für prächtige Gemälde erwärmen. «Die Kleine Eiszeit – Winterlandschaften flämischer Meister», liest sie über dem Portal des Saals und folgt Heiko, der sich in respektvoller
Dem Künstler gibt’s der Herr im Schlaf
Der Künstler: ein Leben zwischen Prekariat und Übersubventionierung, je nach Gesellschaft Aushängeschild oder Reizwort. San Keller nimmt sich des Berufsstandes künstlerisch an und überlegt, was Künstler und Dentalassistentinnen gemeinsam haben.
Zur Kenntlichkeit entstellt
Wer wissen will, was die Welt im Innersten zusammenhält, greife zum Roman und nicht zum Sachbuch! Denn die Fiktion hat entscheidende Vorteile: sie legt grundlegende Mechanismen nicht nur frei, sondern macht sie tatsächlich erlebbar. Und sie rettet sogar Leben.
Aktuelle Debatten
Europäische Machtspiele
Madame Merkel und Herr Sarkozy führen die EU durch die bisher grösste Krise ihrer Geschichte. So weit die offizielle Version. Die inoffizielle: Deutschland und Frankreich ringen gerade um die Vormachtstellung in Europa – auf Kosten der EU.
Durchwursteln
Alles lief gut: der europäische Binnenmarkt wurde zum Erfolgsprogramm, der Frieden in Europa eine Realität. Doch seit 1992 hat sich die Europäische Union verrannt. Ist sie ein «Irrläufer der Evolution»?
Wie uns der Staat reich macht
Wie viel ist ein nichtbörsenkotiertes Unternehmen wert? Dies bestimmt die Verwaltung. Der Clou dabei:sie macht die Unternehmer virtuell reich, um sie reell zur Kasse zu bitten.
Weitere Beiträge
Nacht des Monats mit Francesco Micieli
Francesco Micieli, Sohn italienischer Gastarbeiter, ist heute vor allem eines: Schriftsteller.
Schreien, Feilschen, Tauschen
Auf den Marktplätzen dieser Welt wird leidenschaftlich geschrien, geworben, gefeilscht, getauscht. Das Treiben wirkt chaotisch, doch bekommt am Ende jeder, was er will. Darum mögen wir die bekannten Marktplätze vor unserer Haustür. Getauscht und gefeilscht wird auch auf den grossen globalen Märkten. Dennoch trauen viele Zeitgenossen diesen grossen Brüdern nicht.