Ausgabe 975 - Januar 2010
Gutes & schlechtes Geld
In dieser Ausgabe
Dossier
Der Todeskampf von Chimerika
China produziert und spart. Amerika konsumiert und macht Schulden. Dieses Modell neigt sich dem Ende zu. Die Zukunft birgt Konfliktpotential. Es stellt sich die Frage nach einer neuen Weltwährungsordnung.
Lebensnah Wert halten
Wächst die Wirtschaftsleistung, wächst auch die Kaufkraft des Geldes. So sollte es sein. Und so kann es auch sein. Hintergründe zum RealUnit.
«In realen Werten denken»
Finanzgeschäft und Realwirtschaft driften zunehmend auseinander. Das müsste nicht sein. Zwei Bankiers lancieren eine neue Währung, die auf Leistung statt auf gutem Glauben beruht.
Hayek und die Privatisierung des Geldes
Papiergeld beruht auf Vertrauen. Papier lässt sich beliebig vermehren. Vertrauen nicht. Das ist ein Problem. Wie könnte ein Geldsystem aussehen, das Vertrauen honoriert statt konsumiert?
Schreckgespenst Deflation
Fallen erst einmal die Preise, ist kein Halten mehr. Die Märkte brechen ein, die Unternehmen gehen Konkurs. Sagen die meisten Medien. Die Politiker. Und auch viele Ökonomen. Aber stimmt das wirklich?
Der Segen expansiver Geldpolitik ist kein Segen
Was tut der Staat, wenn eine Wirtschaftskrise im Anzug ist? Er versucht eine Panik zu vermeiden. Das tut er, indem er Geld drucken lässt und die Zinsen niedrig hält. Die Frage ist, ob dieser Trick auf Dauer funktioniert.
Ist unser Geldsystem das einzig wahre?
Kein Wirtschaftswachstum ohne leichte Inflation. Kein gutes Geld ohne staatliche Garantie. Das sind Gewissheiten unserer Tage. Scheinbare Gewissheiten. Denn alles könnte auch ganz anders sein. Und vielleicht sogar besser.
Das Geld und das Vertrauen
Die Zentralbanken geben es heraus. Und die Staaten brauchen es – das Papiergeld. Hat es Zukunft?
Der Schuster, der Bauer und der Fürst
Was eigentlich ist Geld? Eine kleine Einführung in Form einer Geschichte.
Auftakt
Wir sind auf die Finanzordnung fixiert, in der wir leben. Die Ordnung ist, wie sie ist, und sie ist gut so: staatliches Geld, möglichst unabhängige Zentralbanken, private und halbstaatliche Geldinstitute in einem Teilreserve-Bankensystem, in dem Geld aus dem Nichts geschaffen werden kann. Kein Zweifel – die Jahrzehnte seit dem Zweiten
Aktuelle Debatten
Über «Scharfmacher» und «Professoren»
Und die Demokratie? Brauchen wir mehr direkte Demokratie? Oder mehr Rechtsstaat? Die politische Debatte nach dem Minarettverbot hat sich auf ein allzueinfaches Entweder-Oder reduziert. Eine Nachlese.
Modellpflege im Reich der Zeitungen
Medienkritik II Die schweizerischen Leitmedien im Printbereich haben sich im fiebrigen Herbst 2009 zeitgleich erneuert. Es ging vor allem um Kosmetik und Design. Was aber ist mit den Inhalten?
Hilfe, ein Skeptiker!
Medienkritik I Der Klimawandel ist menschengemacht. Wer dem widerspricht, ist von der Fossilwirtschaft gekauft. Dies verkünden Klimaforscher. Und die meisten Medienleute. Damit ruinieren sie ihren Ruf. Vielleicht sogar nachhaltig.
Die grosse Harmonisierung kommt
CH & EU Die EU will den gemeinsamen Markt neu lancieren. Sagt sie. In Wahrheit ist sie daran, die Steuern der EU-Länder zu harmonisieren und also anzuheben. Die Schweiz sollte sich warm anziehen.
Schöne, neue Unsicherheit
Und die AHV? Hat unser Wohlfahrtsstaat Zukunft? Diese Frage lässt die «Schweizer Monatshefte» nicht los.* Dabei ist klar: in seiner heutigen Form hat er keine. Das ist gut so. Überlegungen eines jungen Realisten.
Die Marktwirtschaft floriert in den Slums
Markt oder Staat? Im Westen diskutieren wir, ob das Heil in mehr Markt oder mehr Staat zu suchen sei. Dabei kennen wir Märkte nur noch aus den Lehrbüchern. Anders die Asiaten. Sie reden nicht über den Markt. Sie praktizieren ihn. Und wie.
Weitere Beiträge
Briefe zwischen gelehrten Brüdern des 18. Jahrhunderts …
Das «reizlose Zurzach» verliess er schleunigst, und in Germersheim musste er «auf Stroh übernachten», was ihm durchaus nicht behagte – die erste grosse der zahlreichen Reisen des späteren Staatsmannes, Historikers, Publizisten und Kosmopoliten Johannes von Müller (1752–1809) begann 1769 eher unspektakulär und (ebenso zeittypisch wie zeitalterunabhängig) begleitet von väterlichen Mahnungen,
Editorial
Unbeirrt mehr vom selben – mehr Papiergeld, mehr Kredite, mehr Versprechen – hilft nicht, Abstürze unseres Finanzsystems in Zukunft zu vermeiden. Die Philosophen unter den Ökonomen kritisieren schon lange unser freischwankendes Geldsystem. Peter Bernholz sagt: «Die Frage ist, ob die Zentralbanken weiter auf Geldwertstabilität setzen können – oder ob sie diese Maxime aufgeben,
Filippo Leutenegger im Gespräch
FDP-Nationalrat und Verleger Filippo Leutenegger mag Zuspitzungen: Er kritisiert Staatshilfe als „politische Religion", die CO2-Abgabe als „modernen Ablasshandel" und warnt vor einem nicht finanzierbaren Sozialstaat. Der Etatismus-Kritiker mischt selbst in der Politik mit, die er heftig hinterfragt.
Gion Mathias Cavelty (1/2) Gespräch
Wie entstehen Bücher? Leser kennen meist nicht die Entstehungsgeschichte oder was Autoren beim Schreiben antreibt, freut oder quält. In den «Werkgesprächen» berichten Schriftsteller über ihr Schreiben und präsentieren Auszüge aus ihren aktuellen Arbeiten.
Gion Mathias Cavelty (2/2) Vorabdruck
Vorabdruck aus dem in Arbeit befindlichen Buch «Die letztesten Dinge» von Gion Mathias Cavelty
Schweizer Autoren in Kurzkritik XXII
13 Bücher, vorgestellt in der einundzwanzigsten Folge der «Schweizer Autoren in Kurzkritik». Fortsetzung folgt.
Was heisst denn hier Freiheit?
Eine Antwort aus dem Stegreif von Christophe Badoux «Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen.» (Zitiert aus den «Sudelbüchern» von Georg Christoph Lichtenberg)
Trotz Museumsgesellschaft nicht immer moralisch vollkommen
Thomas Ehrsam: «Silentium! Lesen und literarisches Leben in Zürich». Limmat: Zürich, 2009.
Webber mit Cook auf grosser Fahrt
Lukas Hartmann: «Bis ans Ende der Meere. Die Reise des Malers John Webber mit Captain Cook». Zürich: Diogenes, 2009.
… auch Liebende des frühen 20. Jahrhunderts schreiben sich noch
Was soll einer denken über diesen Briefwechsel? Nicht zu viel, wäre ein guter Ratschlag. Es führt zu nichts, wie meistens, wenn man versucht zu verstehen, was sich zwischen zwei Menschen zuträgt … «Werfen Sie Ihre Bücher & alles, was um Sie her liegt über den Haufen & kommen Sie!! Es wird
mich denkt strengen an
Christoph Simon: «ein pony in nachbars park, ein rennpferd in meinem». Zirl: Edition BAES, 2009.
Après vous, chère langue!
Felix Philipp Ingold: «Gegengabe». Basel/Weil am Rhein: Urs Engeler Editor, 2009.
Rauf auf den Säntis, am besten mit Buch
Rainer Stöckli versammelt in einer «Zirkumspektion» rund 100 Texte, die sich alle dem Säntis und dem Alpstein widmen. Sein Buch bezeugt eine erstaunliche Fülle einschlägiger Äusserungen, als Gedicht und Prosazitat, in Hochdeutsch und Mundart. Wiedergedrucktes findet sich neben bisher Unpubliziertem. Der Vielstimmigkeit entspricht, dass sich unter den Autoren grosse Namen
Viel Arbeit um des lieben Salzes willen
Salz ist eine «schöpferische Substanz» und lebt «in den Ritualen der Gastfreundschaft, auf den Opfertischen der Magier, im Denken der Philosophen und in den wuchernden Bildern der Dichter». Das schreibt Peter von Matt, und der Verlag zitiert es auf der Umschlagrückseite einer Studie, die der 1972 geborene, heute in Bern
Kein Ort für Abbilder
«Wäre die Welt ein Buch, wären Bücher überflüssig.» Mit dieser kurzen Sentenz widerspricht Bruno Steiger der Ebenbildlichkeit von Realität und Literatur. Bücher widerspiegeln nicht die Welt, sie sind eine Welt – in der realen Welt, zugegeben, wie Steiger in einer Variante der obigen Sentenz nachschiebt: «Wäre die Welt, gäbe es keine
CD im Tümpel, Finger weg
Die Kinder, wer kümmert sich um die Kinder… ja, es ist schon bewegend, was Michael Theurillat in seinem dritten Eschenbach-Krimi aufgreift, aber er verhebt sich gleich doppelt daran. Der Zürcher Kommissar ist auf der Fährte einer grossen Verschwörung rund um das Schicksal jenischer Kinder, die ihren Zigeunerfamilien bis in
Da nützt auch das Ohr im Garten nichts
Wolfgang Bortlik: «Fischer hat Durst». Zürich: Salis, 2009.