Das Buch als Entwurf
Robert A. Fischer: Ich / Buchstabendrescher. Mit einem Text von Gina Bucher. Zürich: Edition Patrick Frey, 2011.
ist Literaturnetzwerker. Er lebt und arbeitet freischaffend in Luzern.
Robert A. Fischer: Ich / Buchstabendrescher. Mit einem Text von Gina Bucher. Zürich: Edition Patrick Frey, 2011.
Aurel Schmidt: Die Alpen. Eine Schweizer Mentalitätsgeschichte. Frauenfeld: Huber, 2011.
Der Zug war eine gute Wahl, auch wenn die Reise in den Süden Italiens Stunden dauert. Mit dem Auto wäre es zu weit gewesen. Nach der Mitteilung, dass ihr Vater im Sterben liege, hat Dora schnell ein paar Dinge eingepackt und sich auf den Weg gemacht. Im Speisewagen setzt ein
Die eigene Vergänglichkeit hat die Menschen seit je beschäftigt. Im Motiv des Totentanzes findet dies seinen Ausdruck. Die beiden Bieler Künstler M.S. Bastian und Isabelle L. erneuern diese alte Tradition mit modernen Ausdrucksmitteln. Auf einem 64-teiligen Leporello entfaltet sich vor uns eine grausliche schwarz-weisse Apokalypse. Zombies hängen
Während die Zeitungen im Wirtschaftsteil zu verstehen versuchen, wer die Finanzkrise angerichtet hat, liefert die Lausanner Schriftstellerin und Filmemacherin Marie-Jeanne Urech eine grandios schräge Vision des Börsensturzes. Ihr Roman «Mein sehr lieber Herr Schönengel» – auf Französisch schon 2006 vor der Finanzkrise erschienen – schildert eine vordergründig absurde Welt, in der
Bilder streben in die Fläche. Für einen Schriftsteller besteht so gesehen die Herausforderung bei der Bildbetrachtung darin, diese Flächigkeit sprachlich zu meistern. Ein Bild schreibend zu erkunden, kann freilich nicht heissen, es einfach nachzuerzählen. «Wichtig ist dabei weniger die Beschreibung der äusseren Gestalt als jenes Erleben und Empfinden, das sich
«Wäre die Welt ein Buch, wären Bücher überflüssig.» Mit dieser kurzen Sentenz widerspricht Bruno Steiger der Ebenbildlichkeit von Realität und Literatur. Bücher widerspiegeln nicht die Welt, sie sind eine Welt – in der realen Welt, zugegeben, wie Steiger in einer Variante der obigen Sentenz nachschiebt: «Wäre die Welt, gäbe es keine
Mit dem Schweizer Buchpreis 2009 wird Ilma Rakusa für ihr Buch «Mehr Meer» ausgezeichnet. In der Begründung lobt die Jury die sprachliche Schönheit ihrer Erinnerungsprosa. «Geschult im Umgang mit den grossen Lyrikern, die sie übersetzt, interpretiert und vermittelt, geschult auch durch die eigene lyrische Arbeit», habe sie eine Prosa geschaffen,
Der 30jährige Schweizer Autor Roman Graf wartet mit einem erstaunlichen Debüt auf. «Herr Blanc» erzählt von einem ebenso rechtschaffenenen wie rechthaberischen Schweizer, der sich selbst so sehr in die Pflicht nimmt, dass er darin gefangen bleibt. Was auf den ersten Blick bekannt und abgegriffen wirkt, erhält hier neue Facetten. Es
«Ursino III», aus «Progetto Siciliano», Acryl auf Leinwand, 120 x 120, 2003 Urs Jaeggi: «Weder noch etwas». Klagenfurt: Ritter, 2008 Urs Jaeggi: «Wie wir». Frauenfeld: Huber, 2009
Es ist schön in den Bergen, schwärmen die Touristen, die in roten Socken an der Alphütte vorbeiwandern und den Senn davor mit ihrer Kamera fotografieren. Im Brunnen waschen sie ihre Schuhe und denken nicht daran, dass dieser Brunnen den Bewohnern der Alp mehr ist als blosse Dekoration. Vier Männer teilen
Die neuesten Zahlen belegen, dass die Rüstungsausgaben weltweit ebenso zunehmen wie die Zahl der Friedensoperationen. Was jene anrichten, sollen diese glätten. Dafür allerdings braucht es Ausdauer, insbesondere wenn Konflikte nur beruhigt, nicht gelöst werden. In der südalgerischen Sahara beispielsweise hausen Flüchtlinge seit Jahrzehnten in Lagern, ohne Aussicht auf Heimkehr; der
Raphael Urweider: «Alle deine Namen. Gedichte von der Liebe und der Liederlichkeit». Köln: DuMont, 2008
Tim Krohn: «Vrenelis Gärtli». Berlin: Eichborn, 2007. Das dazugehörige Hörbuch, gelesen vom Autor, ist bei Kein & Aber erschienen.
«Tomate uf de Ohre. Spi Spa Spoken Word für Kinder». Audio CD. Luzern: Der gesunde Menschenversand, 2008. Wer Tomaten auf den Ohren hat, will entweder nichts hören, benimmt sich wie ein Handy-Affe oder möchte die Mutter beim Essen auf die Palme schicken. All dies und was es sonst mit
Anja Jardine: «Als der Mond vom Himmel fiel». Zürich: Kein & Aber, 2008.