Ausgabe 1076 - Mai 2020
«Kämpfen Sie mit!»: «Kämpfen Sie mit!» Warum es sich lohnt, für die Freiheit einzustehen.
In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
Die autoritäre Versuchung des Notrechts
Die Verfassung gibt dem Bundesrat weitreichende Befugnisse, um in Notsituationen wie der Coronakrise schnell reagieren zu können. Das ist nötig – und gefährlich.
Schlagartig Schicksalsgemeinschaft
Pandemien, Kriege oder wirtschaftliche Zusammenbrüche können uns egoistischer und misstrauischer machen – aber auch hilfsbereiter. Welchen Weg wir gehen, hängt wesentlich vom bestehenden gesellschaftlichen Zusammenhalt ab.
Coronapocalypse now
Die Wirtschaft steht still, der Staat will mit fiskal- und geldpolitischen «Bazookas» den Kollaps abwenden. Die horrende Rechnung dafür kommt erst zum Schluss.
Die Stunde der Wahrheit für den Bitcoin
Bewährt sich die Kryptowährung in dieser Krise, stehen wir vor einer Revolution im Geldsystem.
Chinas virale Propaganda
Autoritäre Systeme meistern die Herausforderungen der Krise angeblich besser. Ein Trugschluss.
«Wir melden uns bei Bedarf bei Ihnen»
Tausende Freiwillige bieten ihre Hilfe an. Die Hilfesuchenden muss man aber erst mal finden.
Dossier
Von Macht und Ohnmacht grosser Worte
Probleme, die nur mit verschleierten Begriffen benannt werden, bleiben ungelöst.
Jedes Wort zählt
In der Diplomatie lauern so viele kommunikative Fallstricke wie sonst nirgends. Eine kleine Schulung in der Fachrichtung «Neutrales Reden».
Der Krieg der Worte in Zeiten der Seuche
Politiker erhalten ihre Macht nicht zuletzt durch einen geschickten Einsatz von Sprache. Das lässt sich auch in der Coronakrise wieder anschaulich beobachten.
Madame, geben Sie Gedankenfreiheit!
«Gendersensible Sprache» ist ein autoritärer Angriff auf unsere Gedankenfreiheit. Dass Universitäten zu Hochburgen dieser neuen Volksbelehrung gemacht werden, widerspricht jedem aufgeklärten Verständnis von Wisssenschaft.
Sagen Sie mal Pater Schulze,
wie ist es, wenn man dauernd zu Gott spricht, aber keine Antwort bekommt?
«Müssig geht der Pfau»
Wie die Kunstform des Schauspiels Texte mittels Körpereinsatzes zum Leben erweckt. Und der Körper sogar als Gedächtnis fungiert.Ein Gespräch über Sprache und Spiel.
Rechtschreibfrieden? Leider nein!
Aktuell herrscht ein unübersichtliches und willkürliches Regelchaos, das dringend nach Bereinigung schreit. Mehr Sprachdemokratie würde helfen.
Wie man eine Rechtschreibreform durchsetzt
Man kann hundert Millionen Menschen nicht zu neuen Schreibweisen zwingen, man kann sie aber zum Mitmachen überreden. Die Geschichte der Reform von 1996 ist ein Lehrstück geschickter Propaganda und vorauseilenden Jasagertums.
«Haben Sie einen Sack für mich?»
Manchmal sind es sprachliche Eigenheiten, die uns an die Heimat erinnern. Aber welche Heimat eigentlich? Eine moderne Odyssee aus der Fünften Schweiz.
Eingemauert im eigenen Körper
Die Bedeutung von Kommunikation wird einem bewusst, wenn man die Fähigkeit dazu verliert. So wie ich, als ich nach einem Schlaganfall weder sprechen noch mich bewegen konnte.
Aktuelle Debatten
Befreiungsschlag für die Freiheit
Verführerische Heilsversprechen von Fundamentalisten und Populisten bedrohen die liberalen Errungenschaften. Auch in der Schweiz haben wir die Freiheit zu lange für selbstverständlich erachtet. Zeit, für sie zu kämpfen.
Auf die Hoffnung folgte die Ernüchterung
Vor 100 Jahren stimmte die Schweiz dem Beitritt zum Völkerbund zu. Die Debatte über die aussenpolitische Rolle des Landes wurde damit aber erst so richtig lanciert. Kurz nach der Abstimmung gründete ein Kreis von Unterlegenen die «Schweizerischen Monatshefte», den heutigen «Schweizer Monat».
Weitere Beiträge
Hausmittel
Ob eine Knoblauchzehe gegen Warzen oder Kamillentee mit Honig gegen Bauchweh: Grossmutters «Medizin» kann alle Schmerzen lindern. Fast alle.
Editorial
«Alle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu: Was da lebet, muss verderben, soll es anders werden neu.» Johann Rosenmüller (1652), vertont 1714 von Johann Sebastian Bach in «Das Orgelbüchlein» (BWV 643). Alle Menschen müssen sterben? Noch ist das der Fall. Auch wenn natürlich niemand sich selbst und auch