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Cover: Bye-bye Bürger?
Juni 2012

Ausgabe 997 - Juni 2012

Bye-bye Bürger?

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In dieser Ausgabe

Dossier

Uniform ist unkonform

Das Angebot ist gross: Bildungsbürger, Wutbürger und Spassbürger. Kleinbürger, Grossbürger und Spiessbürger. Aber ist der letzte einfache Bürger nicht längst ausgestorben?

Bürgerliche Tugenden?

Bürgerliche Tugenden?

Von Tugenden ist immer dann die Rede, wenn man sie vermisst. Was sie wirklich ausmacht, wird oft unterschlagen. Wirtschaftshistorikerin Deirdre McCloskey lichtet den Begriffsnebel und weiss: Nur das Leben aller bürgerlichen Tugenden schafft dauerhaften Wohlstand.

Bye-bye Bourgeois

Der Bourgeois trägt heute zerrissene Jeans und kauft bei Aldi ein. Jene, die ihn einst als Klassenfeind bekämpften, legen Wert auf Anzug und Krawatte. Die verkehrte Welt ist erklärbar. Und folgenschwer.

Der Wutbürger

Ein neuer Bürger ist geboren. Er weiss nicht, was er will. Aber er weiss, was er nicht will. Er stellt die selbsternannten Eliten in Frage. Und er begehrt auf. Wem gehört die Zukunft: dem Wutbürger oder der Wut auf ihn?

Unsere Bürgerdarsteller

Unsere Bürgerdarsteller

Die bürgerlichen Parteien haben sich von ihren Idealen verabschiedet. Der Sozialdemokrat könnte sich angesichts der Selbstdemontage des politischen Gegners entspannt zurücklehnen. SP-Nationalrat Cédric Wermuth erklärt, warum das keine Option ist.

Aktuelle Debatten

Der König ist tot…

Der König ist tot…

…lang lebe der König: Wie steht es um Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit im heutigen Europa? Eine Zwischenbilanz 223 Jahre nach der Französischen Revolution.

Hauptzweck, Nebenzweck, ohne Zweck

Hauptzweck, Nebenzweck, ohne Zweck

Die europäische Entwicklungshilfe bremst Aids und Islamismus. Subventionen für die Landwirtschaft dienen der Landschaftspflege. Der Euro bringt die politische Union aus sich hervor. Alles hängt irgendwie mit allem zusammen. Dabei bleibt nicht nur die Übersicht auf der Strecke.

Weitere Beiträge

Bürgerbildung

Bürgerbildung

Juni-Ausgabe mit Beiträgen von Norbert Bolz, Deirdre McCloskey, Cédric Wermuth, Bazon Brock, Götz Aly, Carlos A. Gebauer, Beat Kappeler, Hans Geiger, Peer Steinbrück, Klaus Modick, Kenneth Mauerhofer uvm.

Wunschpolitik, Wunschwähler, Wunschdenken

Wunschpolitik, Wunschwähler, Wunschdenken

Wer seinen Blick auf das Verhalten der Bürger in angeschlagenen europäischen Staaten lenkt, kann auf den Gedanken verfallen: Demokratien sind nichts anderes als Wunschpolitikproduktionsmaschinen. Demokratische Wunschpolitik spricht den Wähler in seiner höchsten Eigenschaft als Phantasiewesen an. Sie stiftet ihn an, an all die schönen Verheissungen zu glauben, die in Richtung

Programmierte Enttäuschung

Achtung, Apokalypse: Die Welt ist auf dem Weg in den Abgrund. Globale Erwärmung, Schuldenkrise, europäische Sparpläne, Stellenabbau, Protestbewegungen gegen Banken, Staaten, Schulden und überhaupt – keine guten Nachrichten im Westen. Gleichzeitig lesen und hören wir in Studien (NEF, OECD) von Menschen auf einsamen Inseln wie Vanuatu oder auf dem Dach der

In müder Erwartung

Sie sitzen in Reih und Glied und warten. Zwei Offiziere haben ihr Käppi abgenommen, einer gähnt herzhaft, um sich auf­zumuntern. Einige wenden den Kopf erwartungsvoll nach rechts, andere blinzeln in die Sonne oder starren grimmig vor sich hin. Manchen sind die Augen zugefallen; sie dösen halbwach vor sich hin

Kaufen Sie sich Ihren Richter!

Ohne alle Polemik kann man sagen: Die schweizerische Justiz ist korrupt. Nicht einzelne Richter, sondern die Justiz als solche, und zwar ganz offiziell. Dies gilt zumindest für das sogenannte öffentliche Recht, wo es um Streitfälle zwischen dem Staat und einem Privaten geht. Hier werden sämtliche Urteile von Richtern gefällt, die

Einigkeit und Recht und Freiheit

Einigkeit und Recht und Freiheit

Götz Aly bohrt dort weiter, wo andere aufhören. Seine Quellenarbeit erschüttert Geschichtsbilder und damit unseren Blick auf die Gegenwart. Der Historiker spricht über Gleichheit, Neid und Rassenhass – kurz: über nationalen Sozialismus.

Bargeld unter Verdacht

«Geld ist geprägte Freiheit», schrieb Dostojewski. Aber wer heute ein Auto mit Bargeld zahlt, ist verdächtig. Und wer Geldtransaktionen über 10000 Franken vornimmt, muss sich rechtfertigen. Wird Geld zur geprägten Unfreiheit?

Sue Shi, Karotten und ein VVVIP

Grosse Dinge beginnen mit einem Namen. Mit Etiketten. Mit roten Teppichen. Rang und Namen sind immer sexy, und auf der ganzen Welt werden rote Teppiche mit Ehrfurcht ausgelegt. In Singapur haben Äusserlichkeiten jedoch eine besondere Bewandtnis. Es gibt im Chinesischen diesen Ausdruck: das Gesicht wahren. Er bedeutet, dass – egal, was

Spielplatz

Spielplatz

Ich bin unsterblich verliebt. In einen Fussballstar. Das kann mir niemand verargen. So schlank ist er! So muskulös! Ein Mannsbild, sag ich Ihnen! Und wenn er den Ball trifft! Dieser Ausdruck! Diese Kraft – ja, Gewalt! Und immer trägt er sein unwiderstehliches Lächeln zur Schau. Das mich in seinen Bann zieht.

Vom Boot aus gesehen

Vom Boot aus gesehen

Mit jedem Projekt offenbaren sich dem literarischen Übersetzer inhaltliche Herausforderungen. Seine Selbstwahrnehmung bestimmt die Qualität seiner Arbeit. Obwohl er wenig Geld und Anerkennung erhält, erfüllt er eine für die Gesellschaft wertvolle Aufgabe.

Aktuelles

Krankheit lohnt sich

Krankheit lohnt sich

Prävention wird kaum honoriert, Krankheit dagegen zuverlässig finanziert. Die Pflege-Unternehmerin Alessia Schrepfer erklärt, warum diese Fehlanreize Patienten und Pflegekräfte belasten – und weshalb das System von Grund auf neu gedacht werden muss.