zum Inhalt
Cover: Hingehen? Die Festivalisierung der Kultur
Juli 2009

Ausgabe 970 - Juli 2009

Hingehen? Die Festivalisierung der Kultur

Autoren dieser Ausgabe:

In dieser Ausgabe

Dossier

(6) Fest, Festspiel, Festival

Manifestation des Volkswillens, Inszenierung nationaler Ideologie, Marketing für Städte und Regionen. Ein geschichtlicher Abriss von der höfischen Fest- bis zur aktuellen Eventkultur.

(5) Der Allesfresser

Wer besucht die Festivals? Jeder, der die Mischung von Stilen, Gattungen und Niveaus zu schätzen weiss. Und der Buntes und Widersprüchliches geniesst.

(4) Romanze am Golf

Was passiert, wenn der Westen und der Mittlere Osten, ein Kulturmanager aus Basel und ein Bauherr aus Dubai zusammentreffen? Entsteht Kunst oder Kitsch, Kultur oder Kommerz? Ein Erfahrungsbericht.

(1) Wer braucht sie, wer will sie, wer bezahlt sie?

Der Blick in den sommerlichen Veranstaltungskalender zeigt statt der erwarteten Flaute ein verlockendes Angebot an Festivals. Was für die traditionellen Institutionen, die Opern- und Theaterhäuser Sommerpause bedeutet, ist für die Festivals Hochsaison. Festivals sind aus dem sommerlichen Kulturkalender nicht mehr wegzudenken. Das Publikum geniesst die lauen Sommerabende an Festivals, von

(0) Auftakt

Wandern in Heidiland und Skifahren in St. Moritz. Dass dies sommers wie winters Touristen anzieht, weiss jedes Kind. Doch vergessen wir nicht die Festivals! «Die Zahl der Veranstaltungen ist erstaunlich, die Vielfalt verblüffend», wirbt (darob offenbar selbst überrascht) Schweiz Tourismus, die nationale Marketing- und Verkaufsorganisation für das Reise-, Ferien- und

Aktuelle Debatten

Und unser Gold?

Um die Goldreserven der schweizerischen Nationalbank ranken sich Mythen. Dabei wäre Pragmatismus angesagt. Anregungen zur Versachlichung der Diskussion in einer spannungsgeladenen Zeit.

Konkordanz durch Konkurrenz

Grüne, CVP, FDP, SVP – wer ergattert den Bundesratssitz des abtretenden Sozialministers Pascal Couchepin? Immer diese Parteipolitik! Es wäre nun der Moment, um das Wahlverfahren der Bundesräte grundsätzlich zu überdenken.

Von Scheinmangel und Rezession

Je höher der Wohlstand, desto grösser die gefühlte Armut – kann das sein? Ja, es kann, wie die aktuelle Debatte um gegenleistungslose Grundeinkommen zeigt. Der Philosoph Peter Sloterdijk versteht die Welt nicht mehr.

Der unhintergehbare Körper

Der Körper als Mass aller Dinge: das ist Biometrie. Was anfangs als Identifikations-methode gedacht war, entwickelte sich bald zur Überwachungstechnologie. Wissen das jene, die in der Volksabstimmung für die Einführung biometrischer Pässe votiert haben?*

Der Staat und die vielen Nullen

Wenn die Konjunktur nicht von allein läuft, brauchen wir eben staatliche Konjunktur-programme. Sagen viele. Und denkt auch der Bundesrat. Wär die Welt doch so einfach! Warum politischer Aktivismus zumeist mehr schadet als nützt.

Weitere Beiträge

Lust auf Holzschnitte?

Emil Zbinden veröffentlichte mehrere Werke: «Landschaften und Menschenbilder» (Limmat, Zürich 2008), «Selbstzeugnisse und Bilddokumente» (Limmat, Zürich 2008) sowie den Ausstellungskatalog «Für und wider die Zeit» (Benteli, Sulgen 2008).

Editorial

Festivals. Es werden ihrer immer mehr. Sie ziehen die Massen an. Sie verbreiten gute Laune. Für den skeptischen Geist Gründe genug, sich zu fragen, ob unsere Hochkultur unter solchen Bedingungen nicht zu leiden beginne. Doch scheint das nicht der Fall zu sein, folgt man dem Tenor der für unseren Schwerpunkt

Blogs, Rede & Widerrede

von zwei Lesern Juni 2009 Andreas Fagetti, St. Gallen, Leserbrief zu «Aufgewacht? Die Folgen der Finanzkrise» Nr. 969 «Schweizer Monatshefte», S. 19 ff. Wenn alle schuldig sind, ist niemand verantwortlich «Alles löst sich derzeit im Wir auf. Wir alle waren doch gierig und sind daher mitschuldig an der Finanz- und

Was heisst denn hier Freiheit?

Was heisst denn hier Freiheit?

Eine Antwort aus dem Stegreif von Markus Spillmann «Der Preis der Religionsfreiheit, der Redefreiheit oder auch der Pressefreiheit ist, dass wir ein ganze Menge Mist in Kauf nehmen müssen.» (Robert Jackson. Zitiert aus United States v. Ballard, 32 U.S. 78, 95 (1944)).

Dimitri im Gespräch

Dimitri gilt nicht nur als einer der grossen Clowns. Er hat auch ein eigenes Theater, eine eigene Truppe, eine eigene Schule und ein eigenes Komik-Museum gegründet. Und er hat noch viel vor. Suzann-Viola Renninger hat ihn, an einem Nachmittag vor einer Aufführung, in Basel getroffen.

Urs Faes 1/2 Gespräch

Urs Faes 1/2 Gespräch

Werkgespräche: Wie entsteht ein Buch? Schriftsteller erzählen über ihr Schreiben und stellen Textauszüge vor, an denen sie arbeiten. Diese Serie wird mit Urs Faes eröffnet, der anschliessend das Staffelholz an Klaus Merz weitergibt.

Bewegung ist eben alles

Man könnte neidisch werden. Er steigt in den besten europäischen Hotels ab, ob in Weimar oder Porto, Grenchen oder Zürich. Er besucht die berühmten europäischen Bäder, ob in Budapest oder Baden-Baden. Etwa das Friedrichsbad, diesen klassizistischen Badetempel von altkaiserlicher Pracht. Dort wurde auch an nichts, ob Marmor oder Messing,

…und hier um matchmaking

Texten aus dem Umfeld der Literaturwissenschaft haftet meist ein gewisser akademischer Stallgeruch an. Nicht so bei Peter von Matt. Schon in seinen grossen Studien über den «Liebesverrat» und «Die Intrige» hat der inzwischen emeritierte Zürcher Germanist gezeigt, dass man über gewichtige literarische Themen spannend und unterhaltsam schreiben kann. Sein neues

UN-Beobachter in der Wüste

Die neuesten Zahlen belegen, dass die Rüstungsausgaben weltweit ebenso zunehmen wie die Zahl der Friedensoperationen. Was jene anrichten, sollen diese glätten. Dafür allerdings braucht es Ausdauer, insbesondere wenn Konflikte nur beruhigt, nicht gelöst werden. In der südalgerischen Sahara beispielsweise hausen Flüchtlinge seit Jahrzehnten in Lagern, ohne Aussicht auf Heimkehr; der

Wb. – Von Thomas Mann bis Hürlimann

All dies war Werner Weber mit Sicherheit nicht: ein Lautsprecher, ein Selbstdarsteller, eine medienkonforme Persönlichkeit. Wer dem bescheidenen, stets liebenswürdigen Mann im Alter begegnete, mochte ihn vielleicht sogar unterschätzen. Dabei hatte man jemanden vor sich, der über die Schweiz hinaus dem literarischen Leben mindestes ein Vierteljahrhundert lang seinen Stempel aufdrückte.

12 Morde, auch für Krimifreunde

«Zufällige Begegnung» heisst eine der zwölf kriminalistischen Kurzgeschichten, die der Bielefelder Pendragon Verlag zum 75. Geburtstag des Schriftstellers Peter Zeindler in einem hübschen Band versammelt hat. Eine Unterhaltung zwischen zwei Fremden am Rande eines Trauerzugs gewährt gerade soviel Einblick in die Psyche einer verzweifelten Frau, wie notwendig ist, die Spekulationen

Diego? Diego!

Es ist ein schönes Buch, dessen Lektüre Freude macht – angenehme, freundlich formulierte persönliche Äusserungen zu Diego Giacometti, Photos, die ihn und seine Arbeiten zeigen, Abbildungen von Skizzen und Entwürfen, Tierskulpturen und Einrichtungsgegenständen, und von seiner Ausstattung des Picasso-Museums im Hôtel Salé in Paris, die als der Höhepunkt seiner persönlichen

Konjunktiv, verzettelt

Vortreffliche Literatur lässt sich definieren als das Zusammentreffen von guter Idee und gelungener Ausführung. Egal, welches Genre ein Schriftsteller wählt, der Einfall muss taugen und die Umsetzung halten, was das Konzept verspricht. Auf den konkreten Einzelfall angewandt heisst das, dass Ralf Schlatter für sein neues Buch «Verzettelt» eine aussergewöhnlich gute

Aktuelles

Krankheit lohnt sich

Krankheit lohnt sich

Prävention wird kaum honoriert, Krankheit dagegen zuverlässig finanziert. Die Pflege-Unternehmerin Alessia Schrepfer erklärt, warum diese Fehlanreize Patienten und Pflegekräfte belasten – und weshalb das System von Grund auf neu gedacht werden muss.