Ausgabe 1094 - März 2022
In Chinas Testlabor.: In Chinas Testlabor. Adrian Zenz kritisiert Technologien der Unterdrückung.
In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
Wohlbehütet im Überwachungsstaat
Der Alltag in Chinas High-Tech-Metropole Shenzhen ist geprägt von Gesichtserkennung, QR-Codes und Internetzensur. Die Omnipräsenz der Technologie ist bequem, aber gefährlich.
Pekings kostspielige Kontrolloffensive
Die Regierung sieht China auf dem Weg zu einer modernen sozialistischen Nation. Sie greift immer stärker in den Technologiesektor ein. Selbst wenn das zulasten des Wirtschaftswachstums geht.
«Was mit den Uiguren passiert, ist ein Warnsignal für uns»
Die chinesische Regierung betreibe in Xinjiang ein Testlabor für Überwachung und Repression, sagt der Ethnologe Adrian Zenz. Aus seiner Sicht fehlt im Westen ein realistisches Verständnis von China.
A Hymn to Technologized Being in Shenzhen
A day in the life of a Western academic teaching at a University in China’s high-tech metropolis.
Dossier
Die Verwaltung sitzt am längeren Hebel
Durch die steigende Komplexität und Zahl der Geschäfte gewinnt die Verwaltung an Macht – nicht nur gegenüber dem Bundesrat, sondern auch gegenüber dem Parlament.
Beamte im Glück
Die Coronakrise hat das Wachstum des Staats beschleunigt. Die Verwaltung wird nicht nur grösser, sondern zahlt auch Spitzenlöhne.
Das verschleierte Kostenwachstum
Neue Methoden der Verwaltungsführung und die Auslagerung von Tätigkeiten an staatseigene Firmen versprechen den Staat effizienter zu machen. Heraus kommt das Gegenteil: Die Transparenz nimmt ab, die Kosten steigen.
Die Politik sollte sich an der eigenen Nase nehmen
Für den aufgeblähten Staat wird gerne die Verwaltung verantwortlich gemacht. Dabei kann der Gesetzgeber gegensteuern, wenn er Anspruch und Interventionslust zu zügeln vermag.
Eine Nebensächlichkeit namens Gesetzgebung
Das Parlament produziert Gesetze am laufenden Band, deren Qualität nimmt jedoch stetig ab. Das führt zu mehr Bürokratie und Rechtsunsicherheit.
Aufseher im Nebenamt
Die Parlamentarier haben zwar ein griffiges Instrumentarium für die Oberaufsicht über Bundesrat und Verwaltung. Oft fehlen ihnen aber die Ressourcen, um dieses tatsächlich zu nutzen.
Im Kampf gegen Berner Windmühlen
In der Stadt Bern dominiert Links-Grün das Parlament und die Agenda. Wer eine schlanke und effiziente Verwaltung anstrebt, steht oft auf verlorenem Posten.
Private Firmen haben das Nachsehen
Der Staat wird zunehmend in funktionierenden Märkten aktiv. Das führt zu Verzerrungen zulasten der Privatwirtschaft.
Auf zur Sisyphusarbeit!
Viele Politiker verstehen die Digitalisierung der Verwaltung als ein einmaliges Projekt. Doch sie ist ein nie endender Innovationsprozess.
Aktuelle Debatten
Das Parlament hat den Weg der Verfassung verlassen
Dem Coronagesetz fehlt eine konstitutionelle Grundlage. Selbst das Vollmachtenregime zu Kriegszeiten war juristisch sauberer.
Der Weltuntergang ist vertagt
Die Menschheit stosse an die Grenzen des Wachstums, warnten Wissenschafter vor fünfzig Jahren. Der Rückblick auf die damalige Debatte lohnt sich. Denn wir führen sie heute wieder.
Die irdische Hölle der Tugenden
In der Cancel Culture wirken weitaus ältere Mechanismen, als es den Anschein hat. Eine Erinnerung an eine Episode aus der Ära der Aufklärung.
Der Aufstieg der Sonderbaren
Menschen in westlichen Ländern unterscheiden sich psychologisch stark von jenen in anderen Weltgegenden. Der Grund liegt im späten Mittelalter – und hat die Weltgeschichte in eine ganz neue Richtung gelenkt.
Schule für alle – jeder für sich
Inklusion ist in aller Munde und soll im Klassenzimmer die Integration ablösen. Jedoch führt der gemeinsame Unterricht verschiedenster Schüler zur Vereinzelung. Und überfordert die Lehrkräfte.
Weitere Beiträge
Editorial
«Sobald etwas, das in der Welt geschieht, jemandem missfällt, sagt er: ‹Die Regierung sollte etwas tun, wozu haben wir eine Regierung? Die Regierung muss handeln!› Dies ist ein charakteristisches Überbleibsel in unserem Denken aus jenen vergangenen Zeiten, die unserer heutigen Freiheit, dem modernen Verfassungsstaat, dem repräsentativen Staat oder der modernen
Bitte einmal Minimalismus
Man muss es sich leisten können, Geld auszugeben, um mit wenig auszukommen.
Kulinarik ohne Käseklumpen
Die Eidgenossen seien Rosinenpicker, heisst es oft. Dabei besitzt die Schweiz eine gewachsene, ursprüngliche kulinarische Tradition.
«Das ‹Hiltl› war nie mit erhobenem Zeigefinger unterwegs»
Rolf Hiltl besitzt in Zürich das weltweit älteste vegetarische Restaurant in vierter Generation. Während das Vegetarierheim und Abstinenzcafé seiner Urgrosseltern belächelt wurde, boomen die fleischlosen Lokale heute.
Gehobene Gaumenfreuden
Die helvetische Küche entwickelt sich weiter. Als Gegenprogramm zu Monsterportionen mit Käse und Kartoffeln haben wir sieben Gänge mit viel lokalem Gemüse ausprobiert.
Die Konturen der Eidgenossenschaft
Lill Tschudi: Die Faszination des modernen Linolschnitts, 1930–1950.
Wo der Rubel rollt in der Schweizer Politik
Peter Buomberger und Daniel Piazza: Wer finanziert die Schweizer Politik? Auf dem Weg zu mehr Transparenz und Demokratie.
Die Ausländer bezahlen lassen
Die protektionistische Abwälzung von Kosten ist bequem, hat aber Nebenwirkungen.
Die stille Kontrolle
Sheldon S. Wolin: Umgekehrter Totalitarismus. Faktische Machtverhältnisse und ihre zerstörerischen Auswirkungen auf unsere Demokratie.
The End of… Velostadt
Das Velo wird sich in den Städten nicht durchsetzen. Zumindest nicht, wenn man sie so nimmt, wie sie gewachsen sind – meist über ihre eigentlichen Gemeindegrenzen hinaus. Die von Stadtbewohnern wahrgenommene Realität ist inzwischen eine ganz andere als das, was von den historisch entstandenen Verwaltungseinheiten definiert wird. Velofahren ist gesund,