Ausgabe 1044 - März 2017
Viel Arbeit: Der Schweiz fehlen bis 2030 rund eine halbe Million qualifizierte Arbeitskräfte, sagt Adecco-Chefin Nicole Burth Tschudi. Das grosse Gespräch über die Jobs der Zukunft – und wie man sich dafür fit macht.
In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
Angst vor dem Absturz
Scheitern ist verpönt – politisch wie pädagogisch. Dabei sind es Misserfolge, die Wachstum erst ermöglichen.
Hochgejubelt und ausgebuht
Die Gesellschaft pflegt einen zunehmend intoleranten Umgang mit Fehlern von Politikern und Wirtschaftsführern. Gedanken zur heutigen Fehler(un)kultur.
«Ideologie der Zerrüttung»
Während viele Menschen den Absturz fürchten, wird er im Silicon Valley zelebriert. Das ignoriere die Sehnsucht der Menschen nach Stabilität, sagt ein Kulturphilosoph aus Stanford.
Schuld und Scham
Man tut etwas, von dem man weiss, dass es schieflaufen könnte, macht es trotzdem, es läuft tatsächlich schief – ja, und dann?
Dossier
Föderalismus fördern
Die Schweiz ist stabil und sorgt für Rechts-, Handels- und soziale Sicherheit. Die hohe Eigenständigkeit der Gemeinden und Kantone macht’s möglich. Wer sie untergräbt, setzt die Zukunft aufs Spiel.
Bürokratie: Verursachen und geisseln
Bürgerliche Regierungsparteien empören sich über unnötige Regulierungen, die sie nicht selten selbst verursacht haben. Ein Besuch bei der Legislative.
«Die Schweiz muss mehr tun»
Bis zum Jahr 2030 fehlen im Land rund eine halbe Million Fachkräfte. Der technologische Wandel verschärft das Problem zusätzlich. Kann die Schweiz noch rechtzeitig reagieren?
Zukunft äufnen
Der hiesige Umgang mit Risikokapital ist ein Fiasko für Unternehmen an der Spitze des technischen Fortschritts.
Kleiner und mittlerer Untergang?
Der Wettbewerb für KMU wird rauher, der politische Ruf nach Schutz lauter, die Rahmenbedingungen werden komplexer. Was können die einzelnen Unternehmen tun, um den Herausforderungen zu begegnen?
Stichwort: Stabilität
Was hat Sie in den vergangenen fünf Jahren unternehmerisch besonders herausgefordert? Wir haben schon vor 20 Jahren auf Asien gesetzt. Heute können wir am Wachstum in Asien teilhaben und davon profitieren – und kompensieren so vor allem den teils eingebrochenen europäischen Markt der letzten Jahre. Sorgen gemacht hat uns vor allem
Stichwort: Frankenschock
Was hat Sie in den vergangenen fünf Jahren unternehmerisch besonders herausgefordert? Die Relation des Schweizer Frankens zum Euro war unsere grösste Herausforderung. Die Umsätze, die wir in Schweizer Franken erzielen, die ja theoretisch als «Hedge» dienen würden, kommen aus dem Handelsgeschäft. Das heisst: als die Aufwertung stattgefunden hatte, riefen am
Stichwort: Fachkräfte
Was hat Sie in den vergangenen fünf Jahren unternehmerisch besonders herausgefordert? Als führender Anbieter von Modulen und Chips für Positionierung und drahtlose Kommunikation war und ist geschicktes Diversifizieren gefragt, das heisst: in verschiedenen Bereichen – in der Automobil-, Industriegüter- und Konsumgüterindustrie – tätig sein. Dank unserer sehr global und divers aufgestellten Struktur
Aktuelle Debatten
Digitale Trollfabriken
Wie Fake News und Desinformation funktionieren – und wie eine freiheitliche Gesellschaft damit umgehen könnte.
Weitere Beiträge
Making Of 1044
Fachkräftemangel Nicole Burth Tschudi ist CEO des grössten Arbeitsvermittlers der Schweiz. Als Michael Wiederstein zum Gespräch über den hiesigen Arbeitsmarkt, über Fachkräfte und Fachkräftemangel bei ihr vorstellig wurde, traf er eine gut vorbereitete und debattierfreudige Ökonomin an, die keinen Zweifel daran liess, dass der gegenwärtige Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften
Vertrauen & Engagement
Berufstätige Eltern bringen grosses Engagement ausserhalb ihres Jobs auf. Sie sollten von ihren Arbeitgebern unterstützt statt mit Misstrauen bestraft werden.
Widerstand & Wandel
Über die Prise Dialektik, um die Donald Trump das politische System der USA bereichert.
Ein Glas Wein mit Sven Mumenthaler
Sven Mumenthaler arbeitet in der Kunstgiesserei Kunstbetrieb.
Volk
«Ein Volk ist ein einziges Herz, das in Millionen von Brüsten schlägt, ein einziger Atem, eine einzige Hoffnung.» Marine Le Pen Vorsitzende und Präsidentschaftskandidatin des Front National, in ihrer Rede zum Wahlkampfauftakt in Fréjus am 18. September 2016. Begriffe entstehen und wandeln sich im Gebrauch. So kann ein und dasselbe
Präpositionen
Short Story von Lionel Shriver Übersetzt aus dem Englischen von Gesine Schröder Mit Illustrationen von Wojtek Klimek
Das dreifache Ende der Kunst
Rearistokratisierung, Starkult und harte Konkurrenz: Was bleibt, wenn der autonome Künstler, sein Werk und Ideal Geschichte sind?