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Fachkräftemangel

Nicole Burth Tschudi ist CEO des grössten Arbeitsvermittlers der Schweiz. Als Michael Wiederstein zum Gespräch über den hiesigen Arbeitsmarkt, über Fachkräfte und Fachkräftemangel bei ihr vorstellig wurde, traf er eine gut vorbereitete und debattierfreudige Ökonomin an, die keinen Zweifel daran liess, dass der gegenwärtige Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften noch nichts ist im Vergleich zu den Umwälzungen, die den Schweizer Unternehmen mit demographischem Wandel, neuer Bürokratie und technologischem Fortschritt erst ins Haus stehen. Dies und mehr im Dossier zu den Zukunftsherausforderungen des Wirtschaftsstandortes Schweiz finden Sie hier.


Scheitern!

Wer aufmerksam durchs Leben geht, dem fällt auf: Die Gesellschaft hat zunehmend Angst vor Fehlern. Das betrifft die öffentliche Sphäre, wo Fehltritte sichtbarer Personen sofortige Empörung auslösen – oft ohne Abwägung nach Relevanz,  Schweregrad oder überhaupt tatsächlicher Existenz eines behaupteten  Vergehens. Es betrifft aber auch die private Sphäre, wo Kinder in Watte  gepackt, dauerbetreut und vor Enttäuschungen abgeschirmt werden und  wo Menschen, die grosse Fehler gemacht haben, neben eigenen  Schuldgefühlen auch noch die Vorwürfe anderer ertragen müssen. Die  abnehmende Toleranz gegenüber Fehltritten steht – vielleicht nicht  zufällig – diametral dem Mantra entgegen, dem das Silicon Valley  huldigt: Mach Altes kaputt, steh nicht still, steh auf nach dem Fall.  Wir haben versucht, in einem Schwerpunkt zum Scheitern all diesen  Aspekten Raum zu geben. Ökonom Steven Horwitz erklärt, warum für eine blühende Wirtschaft Misserfolge genauso wichtig sind wie Erfolge. Mehr dazu hier. Die langjährige FDP-Politikerin Gabi Huber beschreibt, wie sich in ihren Augen die Fehlerkultur in der Schweiz verändert hat. Zum Artikel geht es hier. Der Philosoph Robert Pogue Harrison kritisiert die «Ideologie der Zerrüttung» des Silicon Valley (hier). Und die Autorin Gina Bucher erzählt in ihrem Artikel von ihren Gesprächen mit Menschen, die grosse Fehler gemacht haben. Wir wünschen anregende Lektüre.


Tage, wie dieser

Datumsangaben wie «11. September 2001» stehen für viel mehr als nur einen Tag. «9/11» hat sich im kollektiven Gedächtnis als Chiffre eingebrannt – und alle anderen Ereignisse des Tages in den Schatten der Zwillingstürme gestellt. Jenen Pechvogel etwa, der am 11.9.2001 von einem Alligator zu Tode gebissen wurde. Die Schriftstellerin Lionel Shriver berichtete unserer Redaktorin Alicia Romero von diesem Mann, als sie ihr die Kurzgeschichte «Präpositionen» zusandte. Mehr von diesem Tag, ob mit oder ohne Anführungszeichen, lesen Sie hier.


Das Richtige im Falschen

«Fake News» sind aktuell in aller Munde. Bereits im November 2016 erläuterte Stephan Russ-Mohl unserem Chefredaktor bei einem gemeinsamen Mittagessen, dass in der Debatte zum richtigen Umgang mit Falschmeldungen und Verschwörungstheorien gern vergessen werde, dass es sich um ein uraltes Phänomen handle, das in der gegenwärtigen Medienwelt bloss verschärft zum Ausdruck komme. In seinem Artikel zeichnet der Professor der Universität Lugano nun den Vertrauensverlust in die klassischen Medien nach – und erklärt, wie mündige Bürger ihre eigene «Bullshiterkennungskompetenz» ausbauen können.

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Prävention wird kaum honoriert, Krankheit dagegen zuverlässig finanziert. Die Pflege-Unternehmerin Alessia Schrepfer erklärt, warum diese Fehlanreize Patienten und Pflegekräfte belasten – und weshalb das System von Grund auf neu gedacht werden muss.