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Kolumne

Hier liegt ein Hund begraben

Simba, das ist meine zehnjährige «Zürcher Sennenhündin». Ebenso alt wie sie ist ihre Beziehung zu ihrem Tierarzt. Doch die ist nun zu Ende – das Zürcher Veterinäramt will es so. Warum? Nun, ab einem Alter von 70 Jahren sind Tierärzte verpflichtet, alle zwei Jahre ihre Fähigkeit zur Führung einer Praxis mit

…der Politikverdrossenheit

Der Verdruss hat in ganz Europa einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Bürger fühlen sich verraten und verkauft. Von Politikern und ihren Parteien, denen sie noch vor kurzem voller Zuversicht vertraut und ihre Stimme gegeben haben. Verkauft! In Zypern stehen sie vor geschlossenen Banken, weil sie den Beteuerungen der Politiker, dass

Jede (wirklich jede) Idee hat eine faire Chance

Jede (wirklich jede) Idee hat eine faire Chance

Der Kunstbetrieb erschafft sich gerne seine eigene Realität. Das darf er auch und ist sein grosses Privileg. Trotzdem: auch der Kunstbetrieb unterliegt den Gesetzen der Schwerkraft. Das ewige Mantra, den wahren Wert der Kunst an ihrer relativen Randständigkeit zu messen, gleicht dem Versuch, die Gravitation aufzuheben. Es soll deshalb hier

Kurt Imhof – bei aller Sympathie…

Der Diskurs ist sein Element. Kurt Imhof verstummt kurz, um sich die Frage anzuhören. Es ist, als würde er auf der Lauer liegen. Dann legt er wieder los. Imhof ist ein Meister der allmählichen Verfertigung der Idee beim Reden. Denkpausen, Zögern, Zaudern sind nicht vorgesehen. Seine mäandrierenden Ausführungen münden stets

Üben, üben, üben!

Letzten Monat habe ich hier angemerkt, dass wir bei zwischenmenschlichen Begegnungen nur allzu leicht den gängigen Vorurteilen auf den Leim gehen – und dass das mehr über uns selbst sagt als über unser Gegenüber. Aber: jemanden vorschnell zu verurteilen ist nicht nur deshalb ein gewagtes Unternehmen, weil Äusserlichkeiten täuschen können. Es

Husten für eine bessere Zukunft

Auf einer Reise nach Karlsbad war es, noch zu Zeiten des Arbeiter- und Bauernstaates, als ich einen Spaziergang auf einen der umliegenden Hügel unternahm. Oben angekommen, breitete ich in Erwartung frischer Luft die Arme aus und holte ganz tief Atem. Das hätte ich besser nicht getan: War unten die Luftqualität

Nachtgang

Eine Stunde nach Mitternacht eilen sieben Nonnen durch die Pforte der Finsternis. Hoch wie ein Haus ist der Eingang, vor ihnen liegt ein langer, spärlich beleuchteter Weg. Ob er ein Ende hat, ist ungewiss. Kein Licht winkt in der Ferne, kein fahler Schimmer, keine goldene Helle des Tages. Dennoch gibt

Authentisch ist auch nur animalisch

Ehrlichkeit und Authentizität gehören zu den moralischen Sehnsüchten der Gegenwart. Niemand will als verlogen, undurchsichtig, winkelzügig gelten. In vielen Managementbüchern wird den Menschen eingeredet, sie seien am glücklichsten, wenn sie sich einfach geben, wie sie sind. Auf den Talsohlen der Managementpraxis lautet die Frage: Ist es möglich, authentisch zu sein?

Nach der Spitzenleistung der Flop

Die erste Rettung der UBS durch den Staat im Oktober 2008 war vielleicht nötig. Sicher war sie gut gemacht. Die zweite Rettung war sicher unnötig und sicher miserabel gemacht. Unnötig für die UBS und miserabel für die Schweiz. Das kam so: Seit dem Frühling 2008 wussten die UBS, die Eidgenössische

Hehlerische Polizei

Mein Telefon klingelt. «Stadtpolizei Züri, grüezi. Sind Sie Frau Teitler?» Die freundliche Männerstimme in breitem Zürcher Dialekt erhellt meinen grauen Morgen. Ich: «Ja.» Dann halten beide einen Moment inne. Ich, weil ich überlege, was ich verbrochen haben könnte. Warum der Polizist eine Pause macht, weiss Gott. Dann fragt der Beamte,

…der Lethargie

Der Mensch wird von zwei Grundtrieben bewegt und gedrängt: dem Lebenstrieb und dem Todestrieb. Ziel des ersteren ist, Lust und Befriedigung zu finden, dem Leben Sinn abzugewinnen, Ziele zu erreichen. Der Todestrieb arbeitet in die entgegengesetzte Richtung: Er will das Aktivierungs- und Erregungsniveau herabsetzen, sucht den toten Zustand, arbeitet in

Im Taka-Tuka-Land

Im Taka-Tuka-Land

Mit Pippi-Langstrumpf-Politik haben wir es zu tun, wenn ihre Repräsentanten oder die Bürger glauben, die Gesellschaft per Dekret einem idealisierten Wunschbild entsprechen lassen zu können.

Schöne Literatur – nützlich oder elitär?

Schöne Literatur – nützlich oder elitär?

Merkwürdig doch, dass dort, wo überhaupt noch über Literatur – über sogenannte schöne Literatur – debattiert wird, vorab von deren Markttauglichkeit und Aktualität, allenfalls von deren Nützlichkeit für die Gesellschaft die Rede ist. So auch in unserm Kolumnen-Dialog. Wir reden von Literatur nicht als Kunst, sondern als Medium für etwas, das

Ferrari, Jeep, Klavier

Immer wenn ich mich über längere Zeit in der Schweiz aufhalte, unterrichte ich Musik an einer aargauischen Oberstufe. So auch gerade jetzt. Am besten gelingt mir das, wenn ich den Schülern die Theorie anhand von Stücken beibringe, die ihnen vertraut sind. Das heisst: Nas statt Beethoven («You Can»), wenn es