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Kolumne

Väter und Söhne…

Meinungen gibt es beliebig viele. Schwierig ist es, eine eigene Stimme zu finden, die die Meinung aus dem grossen Rauschen hervorhebt und sie möglichst von den persönlichen Zuschreibungen an den Urheber emanzipiert. Mit Blick auf die Menschheitsgeschichte und ihre literarische und sonstwie künstlerische Verarbeitung deutet alles darauf hin, dass das

Über nachhaltigen und modernen Miserabilismus

Als ich zufällig im jüngsten Positionspapier des Bundesrats zur «Agenda für eine Nachhaltige Entwicklung» zu lesen begann, glaubte ich an eine Verwechslung.1  Diese willkürliche Aneinanderreihung von Begriffswolken, so sagte ich mir, kann unmöglich von der Landesregierung stammen. Wie sich zeigte, habe ich mich getäuscht. Das Elaborat wurde zwar von

Geisterjäger

Letzthin sah ich die «Gespenster» des norwegischen Dramatikers Henrik Ibsen. Das Theaterstück hält – verkleidet im Schafspelz eines Familiendramas – einer Gesellschaft den Spiegel vor, die sich in trägem Konservatismus und in sozialen Zwängen eingerichtet hat. Worum geht’s? Mutter Helene schickte ihren Sohn Osvald mit sieben Jahren aus dem heimatlichen Norwegen

Schliesst die Kommentarspalten!

Online-News-Portale gehören zur heutigen Medienwelt. Und zu ihnen gehören Leserkommentare. Diese dienen der öffentlichen Meinungsbildung. So lautet die Theorie aller mir bekannten Medienexperten. Aber: Stimmt diese politisch hochkorrekte Meinung? Dummes Zeug! Leserkommentare dienen nur dazu, dem von den Verlagen umworbenen Medienkonsumenten vorzugaukeln, er sei wichtig, seine Meinung gefragt.

Der Zaun

Der alte Stahlzaun ist angerostet, an vielen Stellen ist die Farbe abgeblättert. Dennoch ist er unverrückbar, unüberwindlich. Wer ihn überklettert, wird zurückgebracht. Mit einer Feile wären nur die dünnen Querstäbe zu durchtrennen. Ohnehin würde ein Durchlass wenig nützen. Wer nicht sogleich aufgegriffen wird, könnte sich zwar kurzzeitig auf der Insel

Die «richtige Entscheidung» ist eine falsche Idee

Zentral oder dezentral organisieren? Global oder lokal? In China investieren oder besser nicht? Freier Handelsvertreter oder Angestellter im Aussendienst? Langsam und wenig ändern oder rasch und viel? Diversifizieren oder konzentrieren? Fusionieren oder aus eigener Kraft wachsen? Anweisungen befolgen oder unternehmerisch handeln? Und jeder Chef weiss auch: Dem Mitarbeiter dienen ist

Rauchende Köpfe

Was haben der Marlboro-Man und Don Draper, der New Yorker Werber aus der US-Serie «Mad Men», gemeinsam? Die dauerbrennende Zigarette. Sie steht bei beiden für ungezähmte Freiheit und Männlichkeit. Im wirklichen New York verströmt der Rauch einer Zigarette aber schon lange keine Freiheit mehr. Die örtliche Anti-Tabak-

Der Finanzplatz wird langsam gekocht

Bis zur Finanzkrise war der Finanzplatz international ein Vorzeigeobjekt der Schweiz. Die Banken wurden bewundert, wenn auch nicht geliebt. Dann stürzte die UBS und wurde vom Staat zweimal gerettet. Die erste Rettung war eine wohl nötige Meisterleistung und hat der Schweiz im nachhinein sogar Milliardengewinne beschert. Die zweite war unnötig

…des Schweizer Fussballs

Fussball ist die wichtigste Nebensache der Welt. Er füllt Stadien, bringt Männer zum Verzweifeln, Brüllen und Weinen, fördert oder untergräbt lokalen und nationalen Stolz. Vor der WM 2014 fragen wir uns: Wie halten wir Schweizer es damit? Bestandesaufnahme: Der Oberwalliser Sepp Blatter steht der (nach der katholischen Kirche) mächtigsten nichtstaatlichen

Freiheit ist Freiwilligkeit – oder sie ist nicht

«Kind. Krippe. Karriere»: Die Titelgeschichte der letzten Ausgabe (Nr. 1010) – das Streitgespräch mit Carolina Müller-Möhl – hat mir zahlreiche Zuschriften beschert. Ein Sieg nach Punkten ist nur schwer auszumachen, die Voten halten sich die Waage. Wir waren uns einig über das Ziel: Beruf und Familie müssen vereinbar sein. Der Disput

Impact ist Impact

In den letzten «Monaten» habe ich viel über die verschiedenen Wege zum Erfolg (und die auf ihnen liegenden Hindernisse) nachgedacht. Heute werfe ich einmal einen Blick auf die, die schon erfolgreich sind. Mir ist nämlich aufgefallen: Vielen finanziell erfolgreichen Menschen scheint ihr sozialer Aufstieg oder das verdiente Geld keine echte

Osteria Berlusconi

Sie humpelt, lacht selten, und das Herz trägt sie nicht auf der Zunge. Aber sie ist eine Seele von Mensch: Santina, die Besitzerin der Osteria/Pizzeria auf der Stadtmauer mit Blick in die mittelitalienische Landschaft und auf das Adriatische Meer, hinten im Giardino pubblico unseres Städtchens. Dort, wo wir gerne

Afrikas 9/11

Afrikas 9/11

Die Tür steht offen, in den Schaufenstern warten die Puppen. Sie sind unverletzt. Schicke Kleider, Tops, Schuhe, Handtaschen gibt es zu kaufen, auf Kreditkarte. Kein Fenster ist zersprungen, nichts ist zertrümmert oder ausgeplündert. Eine junge Mutter umklammert ihr Kind; der Schrecken ist ihr ins Gesicht geschrieben. Krampfhaft hält sie das