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Cover: Regeneration der Universität
Februar 2008

Ausgabe 959 - Februar 2008

Regeneration der Universität

Autoren dieser Ausgabe:

In dieser Ausgabe

Dossier

(8) Optimiere dich!

Der moderne Student sieht sich als Unternehmer seiner selbst. Wer jedoch alles dem Nutzenkalkül unterordnet, verfehlt paradoxerweise diesen Nutzen. Ein Gedankenaustausch mit Ulrich Bröckling über das heutige Studentendasein und die Universität als Raum des Andersseins.

(7) Regeneration durch Wettbewerb

Eine sich wandelnde Gesellschaft braucht Experimente im Spannungsfeld von Wissensvermittlung, Persönlichkeitsbildung und Forschung. Wenn es, wie 1833 in Zürich, zu Neugründungen kommt, regeneriert das ganze Hochschulwesen.

(5) Wenn sich die Grenzen verschieben

Die Biologie ist zur Leitwissenschaft des 21. Jahr-hunderts avanciert. Damit einher geht ein Wandel im Verständnis der universitären Disziplinen: Natur- und Geisteswissenschaften bilden in den Biowissenschaften keinen Gegensatz mehr. Ein Rückblick – und ein Ausblick ins Ungewisse.

(4) Liberaler Kraftakt

Dem Fortschrittsglauben der liberalen Kräfte in den 1830er Jahren war nichts heilig – alles schien möglich. Aus diesem Geiste wurde 1833 die Universität Zürich geboren. Die Siege und Niederlagen in den Anfängen der Universität setzen sich bis in die Gegenwart fort.

(3) Diät macht fett

Die Universität ist zwar unabhängiger als früher, doch scheint die neue Unabhängigkeit sie nicht von der Bürokratie befreit zu haben. Es wird fleissig evaluiert, kalkuliert und kommuniziert. Allein wozu? Der satirische Bericht eines Dozenten.

(2) Von der Schwierigkeit, ein Leuchtturm zu sein

Die Gründer der Universität Zürich waren von der Vision der Volksbildung beseelt. Wie bewältigt die Universität heute den Spagat zwischen kantonaler Hochschule mit Bildungsauftrag und Ausbildungsstätte in der globalisierten Wissensgesellschaft? Eine Zwischenbilanz.

(1) Wille zur Exzellenz

Hans Weder, Rektor der Universität Zürich, fordert mehr Autonomie für Universitäten und weniger Bescheidenheit: Um international konkurrenzfähig zu sein, braucht es Höchstleistungen. Jeder soll studieren können, aber nicht automatisch für jedes Masterstudium zugelassen werden.

(0) Auftakt

Förderung von Exzellenz, Stärkung der Autonomie, Festigung der Freiheit des Denkens, Wettbewerb von Studenten und Dozenten – das sind die Ingredienzien einer erfolgreichen Universität.

Aktuelle Debatten

Von der Untertänigkeit

Wer sich zu tief vor andern verneigt, beschämt sie – und damit letztlich sich selbst. Die Unterwürfigkeit lauert auch in Zeiten der Gleichheit überall. Eine Analyse des Kampfes um Anerkennung mit dem Mittel der Selbstabwertung.

Rückzug statt Protest

Viele Jugendliche nehmen die sozialstaatliche Umverteilung einfach hin. Widerstand ist nicht in Sicht. Überlegungen zur Jugend in einer Gesellschaft, in der die Babyboomer ihre Privilegien verteidigen.

Die Regenerationsmaschine

Die Regenerationsmaschine

Wird eine Eidechse bedroht, kontrahiert sie im hinteren Körperbereich den Ringmuskel und stösst damit ihren Schwanz ab. Innert kurzer Zeit wächst der Schwanz jedoch wieder nach – er regeneriert. Muss einem Patienten wegen eines Tumors ein grösserer Teil der Leber chirurgisch entfernt werden, wächst auch diese wieder nach – die Leber regeneriert,

Weitere Beiträge

Was heisst denn hier Freiheit?

Philippe Rey zitiert Schiller: Kunst ist Tochter der Freiheit, nicht der materiellen Notwendigkeit. Doch heute herrscht das Bedürfnis tyrannisch über die Menschheit. Der Nutzen wurde zum grossen Idol, dem alle Kräfte und Talente huldigen sollen.

Editorial

Die Universität Zürich feiert ihr 175jähriges Jubiläum. Herzliche Gratulation! Ein Vergleich mit der Zeitschrift, die Sie in den Händen halten, sei an dieser Stelle erlaubt. Die «Schweizer Monatshefte» sind genau halb so alt wie die Universität. Beide Institutionen haben sich immer wieder regeneriert, um ihrer Idee – der Suche nach «Wahrheit»

Zürich, Spiegelgasse 12

Als Georg Büchner 1837 in Zürich nur 23jährig starb, fanden sich in seinem Nachlass drei unpublizierte Werke: ein abgeschlossenes Manuskript von «Leonce und Lena» sowie Bruchstücke von «Lenz» und die «Woyzeck»-Entwürfe, geschrieben in bis heute nicht an allen Stellen entzifferter Handschrift auf…

Parkieren. Literatur

Hans Boesch war Schriftsteller und Ingenieur, der Natur, Sinnlichkeit und Phantasie mit Abstraktion, Logik und Technologie vereinen wollte. Zur Wiederauflage seiner «Ingenieurstrilogie» veröffentlichen wir eine bislang unveröffentlichte Erzählung aus seinem Nachlass.

Dösen

Es ist fünfundzwanzig Minuten nach zwölf. Eine gute halbe Stunde bleibt, bis der Polier durch die Finger pfeift. Ich muss nicht lange herumsuchen. Gleich da kann ich mich hinlegen; der Bretterstapel ist breit genug. Zwar würde mir der Platz drüben am Waldrand besser gefallen. In den Lärchennadeln liegen, mitten im

Emil Staiger – Der Erotiker der Literaturwissenschaften

Für Peter von Matt war sein Lehrer Emil Staiger der «bisher fulminanteste Erotiker der deutschen Literaturwissenschaft». Staiger und die Erotik – passt das zusammen? Seine Studenten erinnern sich, dass der Zürcher Germanist schon bei vorsichtigen sexuellen Deutungen von Goethe-Gedichten erstarren konnte. Im «Zürcher Literaturstreit» kritisierte er vehement Freizügigkeiten auf dem

Görlitz. Schicht um Schicht. Spuren einer Zukunft

Ein Schweizer in Görlitz Der in der Schweiz nicht nur wegen seiner langjährigen Tätigkeit für «Pro Helvetia» bekannte Schriftsteller und Fotograf Michael Guggenheimer ist im Sommer 2007 für seine Verdienste um die an der Lausitzer Neisse gelegene Doppelstadt Görlitz/Zgorzelec mit deren Europamedaille ausgezeichnet worden. Seine jüdischen Vorfahren hatten die

Land

Nikosia, Izmir, Albanien, Barcelona oder Piräus Wie folgt man den Spuren längst zerstäubten Zuckergebäcks? Ein Schweizer Diplomat mit griechischen Wurzeln, im Roman nur «der Reisende» genannt, beginnt in Alexandria eine Odyssee rund ums Mittelmeer. Er sucht die verschollene Rezeptsammlung seines Grossvaters, eines Konditors. Inspiriert von den heiseren Ohrwürmern der legendären

Das Grinsen des Horizonts

Gehst als Tagwandler Manche Bücher erzählen Geschichten, andere vermitteln Wissenswertes. Wieder andere scheinen nichts weiter zu beabsichtigen als zu schwingen wie die Saite eines Instruments. Der Leser ist eingeladen, als Resonanzkörper mitzuspielen. Markus Bundis «Das Grinsen des Horizonts» ist eine schwingende Saite. In drei Teilen versammelt der Band parolenabgeneigte Prosa

Baur und Bindschädler

Amrain, Zentrum der Welt «Toteninsel», «Borodino», «Die Ballade vom Schneien» und «Land der Winde»: mit diesen 1979 bis 1990 erschienenen vier schlanken Romanen vor allem verbindet sich Gerhard Meiers später Ruhm. Aus Anlass seines 90. Geburtstags am 20. Juni letzten Jahres hat Suhrkamp sie in einer schmuck ausgestatteten Kassette neu

Privatstunden

Mit Hund über der Schulter Alain Claude Sulzers neuer Roman handelt von grossen Themen: Vertrauen und Verrat, erfüllten und unerfüllten Hoffnungen, Stolz und Selbstachtung. Im Zentrum der Geschichte steht der 22jährige Leo Heger, der im Sommer 1968 aus seiner tschechischen Heimat flieht und über Wien in die Schweiz gelangt. Durch

Flug

Abheben mit Reto Hänny Der Anfang ist unverändert geblieben, und ebenso das Ende. Dazwischen aber hat Reto Hänny seinen Roman «Flug» von 1985 gehörig durcheinandergewirbelt, so dass dessen Neufassung ein anderes Gesicht zeigt. Hänny hat den Roman beschleunigt, indem er ganze Absätze gestrichen hat, etwa solche, die von den Pionieren

Uf d Liebi chunnt’s alleini a. Mit Rudolf von Tavel in das 18. Jahrhundert

Begehrte Berner Barettlitöchter Den Bernern sagt der Volksmund gerne einen Hang zur Gemächlichkeit nach. Die Lektüre der Erzählungen des «Klassikers der berndeutschen Literatur», Rudolfs von Tavel (1866–1934), lässt jeden Nichtberner erfahren, worin diese Gemütlichkeit gründet: im Dialekt. Beginnt man nämlich von Tavels in Berndeutsch geschriebene Geschichten zu lesen, so

Aktuelles

Krankheit lohnt sich

Krankheit lohnt sich

Prävention wird kaum honoriert, Krankheit dagegen zuverlässig finanziert. Die Pflege-Unternehmerin Alessia Schrepfer erklärt, warum diese Fehlanreize Patienten und Pflegekräfte belasten – und weshalb das System von Grund auf neu gedacht werden muss.