Ausgabe 1086 – Mai 2021
Verrat an der Mittelklasse: Der Traum vom sozialen Aufstieg wird zur Illusion.
In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
«Der Kapitalismus ist ein fantastisches System – und ein schreckliches zugleich»
Zehn Fragen an Yanis Varoufakis: Der griechische Ökonom und Politiker spricht über die Auswirkungen der ultralockeren Geldpolitik, die Vorzüge der Marktwirtschaft und den Aufstieg des Technofeudalismus.
«Das ist kein Kapitalismus, sondern Technofeudalismus»
Die ultralockere Geldpolitik entkoppelt eine kleine Finanzelite von der Realwirtschaft. Freie Märkte? Das war einmal.
Der Abstieg der Mittelklasse
Der Kapitalismus hat Wohlstand für breite Teile der Bevölkerung geschaffen. Seine Big-Tech-Variante bedroht ihn.
Yeomanry’s global decline
Capitalism has created prosperity for large parts of the population. Its current Big-Tech-dominated version is endangering it.
Der «American Dream» lebt in der Schweiz
Auch wer keine reichen Eltern hat, verfügt hierzulande über intakte Chancen, gut zu verdienen. Das hat wesentlich mit der dualen Berufsbildung zu tun.
Spiessbürger retten die Welt
Bollwerk gegen den Kommunismus, Hüter der Demokratie: Das Kleinbürgertum wird sträflich unterschätzt. Eine Ehrenrettung.
Dossier
«Der Föderalismus muss in der Krisenbewältigung wohl hinterfragt werden»
Studio Schweizer Monat #6: Der Schwyzer alt Regierungsrat Franz Marty spricht über den Zustand des Föderalismus in der Schweiz, die Aufgabenverteilung in der Pandemie und die Tiefsteuerpolitik des Kantons Schwyz.
Experimentieren geht über Zentralisieren
In komplexen Systemen, wie es Gesellschaften sind, stossen Top-down-Strukturen an ihre Grenzen.
Brussels’ push for centralisation is based on an outdated view of how societies work
In complex systems, top-down decision making reveals its limitations.
Das Machtgefüge gerät aus der Balance
Föderalismus verlangt eine fein austarierte Kombination aus Autonomie und Mitwirkung. An beidem haben die Kantone eingebüsst.
Wettbewerb im Interesse der Bürger
Der Föderalismus wird oft als ineffizient kritisiert. Aus ökonomischer Sicht ist er aber besser als sein Ruf.
Verloren im zentralistischen Nebel
In der Krise hat die Schweiz die Vorzüge des Föderalismus mutwillig verspielt.
Die Schweiz neu aufteilen
Werden die bestehenden Kantone durch Grossregionen ersetzt, könnte dies ihren Handlungsspielraum stärken.
Helvetisches Chrüsimüsi
Die Verflechtung von Aufgaben schmälert das Potenzial des Föderalismus. Doch bei der Reform stehen sich die Kantone selber im Weg.
Die Gemeinden in Ketten
Die kommunale Ebene ist die Basis des demokratischen Engagements der Bürgerinnen und Bürger. Doch sie wird zunehmend von Bund und Kantonen gegängelt und eingeschränkt.
Update für eine Ära der Disruptionen
Globalisierung und Urbanisierung bringen neue Herausforderungen mit sich. Zeit, das föderalistische System neu zu denken.
«Der Föderalismus ist nie vollendet»
Der Schwyzer alt Regierungsrat sagt, weshalb wir nach der Pandemie die Aufgaben zwischen Bund und Kantonen neu verteilen sollten. Und warum tiefe Steuern allen nützen.
Aktuelle Debatten
«Ich habe 2 Millionen Schweizer Franken in Kryptowährungen»
Studio Schweizer Monat #7: Thorsten Hens, Professor für Finanzmarktökonomie an der Universität Zürich, hält Bitcoin für eine überholte Technologie und rät den Entwicklern, einen Konflikt mit den Zentralbanken zu vermeiden.
Vor lauter Viren geht unsere Psyche vergessen
Die Politik unterschätzt die Folgen der Corona-Massnahmen für die psychische Gesundheit. Gerade jungen Menschen drohen langfristige Schäden.
Das Ende von Bitcoin
Viele hoffen darauf, dass die Kryptowährung die Welt erobert. Doch sie könnte auch still und leise sterben. Sechs Szenarien, die Bitcoin den Garaus machen könnten.
Die EU setzt auf das falsche Pferd
Die Europäische Union setzt auf Effizienz durch zentrale Planung. Sie sollte es mit Wettbewerb versuchen.
Nieder mit den Barrieren!
Man soll Frauen nicht wie Kinder behandeln. Aber egalitäre Rahmenbedingungen schaffen, damit sie ihr Wissen und ihre Fähigkeiten einsetzen können.
Weitere Beiträge
Editorial
«Den Sozialismus – so sagt man bei uns immer – in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.» Erich Honecker Als der Generalsekretär des Zentralkomitees der marxistisch-leninistischen DDR-Staatspartei SED, Erich Honecker, diese Worte im August 1989 äusserte – wenige Monate vor dem Fall der Berliner Mauer –, wurde er ausgelacht. Doch
Die Trennung
Eine ungeschönte Episode aus dem Leben eines Manga-Zeichners im Nachkriegsjapan: Vom Scheitern, Entzweien und dem Versuch, unter widrigen Umständen Boden unter die Füsse zu bekommen.
Milizpolitiker im Staatssold
Viele Parlamentarier sind auch beruflich für Behörden tätig. Das Milizsystem wird so zur Farce.
La tyrannie des indignés
La susceptibilité généralisée menace les sociétés libres.
Die Tyrannei der Empörten
Die übertriebene Sensibilität gegenüber Karikaturen untergräbt die freie Gesellschaft.
Feminismus ohne Scheuklappen
Kathleen Stock: Material Girls. Why Reality Matters for Feminism.
Mit Markt und Innovation gegen den Klimawandel
Bill Gates: Wie wir die Klimakatastrophe verhindern. Welche Lösungen es gibt und welche Fortschritte nötig sind.
Der Einfluss eines Schweizer Klassikers
Wendy Law-Yone: Dürrenmatt and Me. Die Passage einer Schriftstellerin von Burma nach Bern.
Nacht des Monats
Jannik Belser besucht mit Iouri Podladtchikov die Richter-Ausstellung im Kunsthaus Zürich.
The End of… Bundesrepublik
Der Geist der alten Bundesrepublik hat den Oktober 1990 überlebt. Zwar hat die untergegangene DDR durchaus das latent vorhandene nichtatlantische, kapitalismuskritische Element Deutschlands verstärkt. Doch das mediale, wirtschaftliche und kulturelle Kraftzentrum blieb für viele Jahre die klassisch westdeutsche Rheinschiene mit ihren Entscheidungsorten Frankfurt und Düsseldorf. Daran konnte auch Planet Berlin