Ausgabe 1064 - März 2019
Diagnose: Filz: Heimliche Wettbewerbsverhinderer – was tun gegen Cliquen, Klüngel und Kartelle? Mit Beiträgen von Katja Rost, Rainer Hank, Walter Stoffel u.a.
In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
Spiel mit gezinkten Würfeln
Wem in unserer Gesellschaft der ganz grosse Wurf gelingt, der hat viel geleistet, Glück gehabt – oder gute Beziehungen. Netzwerke haben eine natürliche Tendenz zu verfilzen. Was kann man dagegen tun? Bewusst den Zufall mitspielen lassen!
Der Fluch der Loyalität
Wo Loyalität wirkt, setzt sich nicht der Bessere durch, sondern der Nächste. Die Folge? Anhaltende Verwerfungen in Politik, Wirtschaft und Kultur. Ein Ideal auf dem Prüfstand.
Crash der Kulturen
Erfahrungen eines (damals unbekannten) Investors mit dem Schweizer Wirtschaftsfilz der 1980er Jahre.
Das Wunder des Wettbewerbsrechts
Man kennt sich in der Schweiz: Dieses Land hat also den Wettbewerb nicht erfunden. Aber vor dreissig Jahren doch noch entdeckt! Mitte der 1990er gelang es, die alten Zöpfe eines nicht mehr zeitgemässen Kartellrechts abzuschneiden – mit durchschlagendem Erfolg.
Mit Statistik gegen Kartelle
Wettbewerbshüter sind nicht länger nur auf die traditionellen Informationsquellen – Anzeigen, Selbstanzeigen oder Whistleblower – angewiesen, wenn es um das Aufdecken von Preisabsprachen und Kartellen geht. Big Data dürfte den neuen statistischen Werkzeugen weiteren Auftrieb geben.
Dossier
Als gäbe es kein Morgen
Trotz guter Konjunktur haben sich die meisten westlichen Länder in den letzten Jahren weiter verschuldet. Das ist gefährlich, denn mit den Schulden wird blosser Konsum finanziert – und nicht langfristige Infrastrukturprojekte.
Facts & Figures
Welche Nationen sind die grössten Schuldner? Was geschah mit Infrastrukturinvestitionen seit der Finanzkrise und wie wirkte sich das auf die Infrastrukturqualität aus? Warum kostet ein Meter Schweizer Autobahn 78 000 Franken? Acht Grafiken mit Antworten.
Öffentliche Investitionen: Wie viel ist zu wenig?
Die Erhöhung der öffentlichen Investitionsquote wird gern als Allheilmittel zur Stärkung der Wirtschaft empfohlen. Allerdings: Das empirische Fundament dieser Empfehlung ist brüchig, die Methoden zur Ermittlung des Bedarfs oft untauglich. Das führt zu teuren Fehlallokationen.
Tief im Westen
Vom Kohlenpott zur Logistikdrehscheibe: ein Besuch im Ruhrgebiet. Im Rheinhafen von Duisburg sorgt ausgerechnet Chinas Projekt «One Belt, One Road» für neue Infrastrukturimpulse.
Public? Private? Partnership?
Voraussetzungen für den Erfolg von Infrastrukturprivatisierungen.
Energie: Höchste Zeit für mehr Markt!
Die heutige Energiepolitik verfolgt Ziele wie CO2-Reduktion und Versorgungssicherheit mit sehr ineffizienten Mitteln. Wie der Strommarkt wirklich organisiert werden müsste, damit Private ausreichendes Interesse an langfristigen Investitionen in die Energieinfrastruktur aufbringen.
Risikoaversion: Kapital für Pioniere, nein danke?
Warum die Infrastruktur der Zukunft «Made in Switzerland» sein könnte.
Aktuelle Debatten
«Praktisch jede europäische Debatte ist eine Debatte über Europa»
Während eine neue Weltordnung entsteht, beschäftigt sich Europa mit sich selbst. Der ehemalige Premierminister Australiens, Kevin Rudd, rät dem Westen, im Umgang mit dem Aufstieg Chinas keinesfalls die eigenen Werte zu verraten.
Der Schutz der Freiheit
Wer die Praxis der Meinungsfreiheit philosophisch ausleuchten will, muss die Komfortzone verlassen. Tut man das, indem man (auch) rechtskonservative Gastredner in ein universitäres Seminar zum Thema einlädt, kriegt man in Deutschland keinen Applaus, sondern Morddrohungen.
Weitere Beiträge
Blattkritik: Philipp Albrecht über die März-Ausgabe des «Schweizer Monats»
Die Ausgaben des «Schweizer Monats» werden jeweils von einem eingeladenen Gast beurteilt. Diesmal von dem Journalisten Philipp Albrecht.
Der Bäcker und der Seefahrer
Mein Zuhause ist bescheiden: ein WG-Zimmer in einer Zweizimmerwohnung. Ob ich dieses Basislager aufgeben sollte?
Ein Glas Wein mit Anna Barbara Schranz
Anna Barbara Schranz ist Geschäftsleiterin von Schranz Geigenbau, Thun.
Sex für Betas
Gute Nachrichten für Softies: Aggressive Lebewesen müssen evolutionär betrachtet nicht immer die erfolgreichsten sein.
Ich werde bei Regen nicht nass
Brandon zeigt wenig Einfühlungsvermögen in T. C. Boyles Kurzgeschichte. Er wirft eine psychisch belastete Frau aus einer Bar, weil sie ihn störte, und verkuppelt zwei Freunde nur, weil beide übergewichtig sind.
Nacht des Monats mit Achim Haug
Achim Haug ist Psychiater und Autor. Gerade ist sein neues Sachbuch erschienen. Thema: «Wahn».
Editorial
«1, 2 oder 3 – letzte Chance: vorbei!» (Spruch aus der bekannten TV-Quizshow für Kinder.) Eins, zwei, drei – oder doch lieber gleich neun, zwölf oder achtzehn? Die Akkumulation von Verwaltungs- oder Stiftungsratsmandaten ist zum lukrativen Hobby vieler (Ex-)CEOs geworden – und ein eigentlicher Leistungswettbewerb, so die Organisationssoziologin Katja Rost in