Ausgabe 1066 - Mai 2019
Die Ökonomie des Populismus: Was der Aufstieg europäischer Protestparteien mit nationalen Souveränitätsverlusten zu tun hat. Mit Texten von: Philip Manow, Gil Delannoi, Julie Smith u.v.a.
In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
Wahrnehmung und Wirklichkeit
Wie Bürgerinnen und Bürger Ungleichheit wahrnehmen und beurteilen, hat kaum etwas mit der tatsächlichen Einkommensverteilung zu tun. Das erhöht die Gefahr falscher politischer Interventionen.
Schnipp, schnapp
Neuste Zahlen zeigen: In der Schweiz öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter.
Apropos Ungleichheit
Eine Anekdote zur verkorksten politischen Debatte über Ungleichheit.
Dossier
Souveränismus & Mondialismus
Über das schwierige Verhältnis zwischen Bürger, Staat und übergeordneten Institutionen
Eine Einführung: Wie wollen wir zusammenleben?
Über den uralten und doch sehr aktuellen Widerstreit von mondialistischen und souveränistischen Gesellschaftsmodellen.
Die politische Ökonomie des Populismus
Europäische Populisten erstarken nicht durch Dummheit oder Naivität, sondern weil Staaten tatsächlich Souveränität und wirtschaftliche Kontrolle verloren haben. Ein führender deutscher Politikwissenschaftler analysiert diese Entwicklung.
Das Ei des Kolumbus?
Das institutionelle Rahmenabkommen Schweiz/EU: einer direkten Demokratie unwürdig. Ein Debattenbeitrag.
Wider die helvetische Selbstverzwergung!
Das institutionelle Rahmenabkommen Schweiz/EU: keine «Vasallisierung», sondern alles im bewährten Rahmen. Eine Replik.
Apathy in the UK
Der Brexit teilt Rhetoriker mit der SVP: «Masseneinwanderung» und Souveränität. Doch Politikverdrossenheit und der Aufstieg populistischer Parteien sind auch Folge von Versäumnissen der etablierten Mainstream-Politiker in Grossbritannien und Europa.
Souveränität, Legitimität, Solidarität
Politische Mehrebenensysteme sind in einer globalisierten Welt unabdingbar. Es ist deshalb wichtig, sie so auszugestalten, dass die Gewaltenteilung funktioniert, die knappen Legitimitäts- und Solidaritätsressourcen geschont werden und das Subsidiaritätsprinzip geachtet wird.
Freiheit und Weltwirtschaftsordnung
Die Welthandelsorganisation (WTO) ist von enormer Bedeutung für die weltweite Wirtschaftsfreiheit. Aktuell steckt sie in ihrer wohl tiefsten Krise. Ein falsch verstandener «Souveränismus» – auch im liberalen Lager – ist daran nicht unschuldig.
Es wird auch in Zukunft noch Nationen geben – gut so!
Die Nation sei ein Auslaufmodell, heisst es gern. Das ist falsch. Sie ist stabil und bleibt die beste Form, um den politischen Herausforderungen von heute zu begegnen – auch dem Nationalismus.
Aktuelle Debatten
Der Geburtsfehler des Kryptogeldes
Das Bitcoin-Protokoll ersetzt Vertrauen in eine zentrale geldpolitische Instanz durch einen Algorithmus. Das ist programmiertechnisch brillant, führt aber ökonomisch in die Sackgasse.
Die Brauerei am Gerichtshof der Vernunft
Philosophieprofessor Dieter Schönecker lädt Redner ein, die seiner eigenen Definition nach Rassisten sind. Er beruft sich auf Karl Popper zur Rechtfertigung. Doch in der Praxis befolgt er seine eigenen Argumente für wissenschaftliches Interesse nicht.
Weitere Beiträge
Editorial
«Die von den europäischen Protestparteien beklagten Souveränitätsverluste sind nicht eingebildet.» – Der Politikwissenschafter Philip Manow in dieser Ausgabe. Sein Buch «Die politische Ökonomie des Populismus» (Suhrkamp) katapultierte Philip Manow zum Ende des letzten Jahres im Handumdrehen in die Liga der meistdiskutierten Politikwissenschafter Deutschlands. Der Bremer Professor wies nach, dass viele populäre
Demokratie ist die Zukunft
Manche Liberale äussern Neid oder Anerkennung gegenüber autoritären Staaten wie Singapur.
Ein Glas Wein mit Roland Brack
Roland Brack ist Gründer des Onlinehändlers Brack.ch AG sowie Gründer und Inhaber der Firmengruppe Competec.
Nacht des Monats mit Alex Oberholzer
Alex Oberholzer ist Filmkritiker. Doch welches sind eigentlich seine Lieblingsfilme?
Wer bist du?
Vor 40 Jahren, im Jahr 1979, endete die Terrorherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha. Alice Grünfelder erinnert literarisch an die Grauen von damals.