Ausgabe 977 - April 2010
Gutes besser tun: Trends im Schweizer Stiftungswesen
In dieser Ausgabe
Dossier
Kooperationen: mehr als gemeinsame Finanzierung
Noch kommt es selten vor. Doch tragen mehrere Stiftungen gemeinsam ein Projekt, kann viel erreicht werden. Ein Beispiel aus der Praxis
Lasst uns Spass haben, solange wir leben
Stiftungen sind meist auf Dauer angelegt, doch Verbrauchsstiftungen bieten eine Alternative: Sie geben das Vermögen in absehbarer Zeit aus, vermeiden Verkalkung und ermöglichen dem Stifter, seine Vision noch zu Lebzeiten verwirklicht zu sehen.
Tips fürs Anlegen
Stiftungen sollten sich auf ihren Förderzweck konzentrieren. Und weder Geld noch Energie infolge einer ungünstigen Vermögensanlage verlieren. Warum nicht in eine Einkaufsgemeinschaft eintreten?
Muss es denn eine selbständige Stiftung sein?
Möglichst viele Stiftungsfranken in die Förderung. Was aber, wenn die Betriebskosten zu hoch sind und den Vermögensertrag auffressen? Die Dachstiftung als Alternative.
Nur wache Stiftungen erfüllen ihren Zweck
Die Verwaltung von Stiftungen kostet Geld. Das ist unvermeidlich. Unvertretbar wird dies, wenn als Folge zu wenig Mittel für die Erfüllung des Stifterwillens übrigbleiben und die Stiftung einschläft. Von der schwierigen Balance zwischen Vermögensertrag, Verwaltungskosten und Stiftungszweck.
Der «Swiss Foundation Code 2009»
Selbstregulierung statt staatlicher Intervention. 2005 wurde mit dem «Swiss Foundation Code» der erste europäische Good-Governance-Kodex für Förderstiftungen publiziert. Vier Jahre darauf folgte die zweite Fassung.
Dilemma zwischen Auftrag und Management
Wie lässt sich Gutes besser tun? Indem Effizienz und Wirtschaftlichkeit im Auge behalten werden. Gute Stiftungsführung, optimaler Ressourceneinsatz und Wirkungsorientierung: drei Forderungen für ein modernes und professionelles Stiftungsmanagement.
Freiheit darf nicht in Willkür kippen
In der Schweiz geniessen die Stiftungen grosse Freiheit. Eine zu grosse, meint Myriam Gebert. Aus Unwissenheit oder Willkür werden daher Milliarden von Franken leichtfertig eingesetzt. Ein Gespräch darüber, wie das Stiftungswesen verbessert werden könnte.
Vom glücklichen Umgang mit philanthropischen Tücken
Stiften ist im besten Fall soziales Unternehmertum, unternehmerisches Handeln im Dienste der Allgemeinheit. Eine Würdigung – und eine Diskussion häufig geäusserter Kritikpunkte wie auch möglicher Fallstricke.
Auftakt
Dagobert Duck, bis vor kurzem auf dem ersten Platz der «Liste der reichsten fiktiven Personen» des Magazins «Forbes», liebt es, kopfüber in seine Geldfluten einzutauchen und darin wonnig zu baden. Zwar wird auch er mehr oder weniger nackt auf die Welt gekommen sein – der Beginn seines Reichtums war ein «Glückszehner»
Aktuelle Debatten
Wir haben nichts zu sagen
Lieber draussen ohne als drinnen mit Stimmrecht, aber ohne Gewicht
Wahrhaft befreiter Glaube
Viele sehnen sich nach einer christlichen Leitkultur. Aber taugt Jesus Christus wirklich als Fundament einer solchen Kultur?
Freies, wahrhaftes Christentum
Die schweizerischen Landeskirchen pflegen eifrig den Dialog mit dem Islam. Wie aber halten sie es mit dem christlichen Bekenntnis?
Mehr Klarheit für das Bankgeheimnis
Gedanken zu einer helvetischen Institution und ihrer Zukunft
Die fetten Jahre sind vorbei
Der deutsche Sozialstaat ist nicht von hier, nicht von jetzt – und nicht für immer.
Killerspiele: Verbieten verboten
Die Politik will den Verkauf von Killerspielen an Kinder und Jugendliche verbieten. Damit kann sie vielleicht bei Erwachsenen punkten – nicht jedoch bei den Jugendlichen. Diese werden ihre Spiele weiterhin spielen.
Die verlorene Swissness der Schweiz
Die Schweiz hebt mit allerlei Eitelkeiten vom Boden ab – kann das gut gehen?
Weitere Beiträge
Die zwei Leisten des Vallotton
Félix Vallotton: «Die Seufzer des Cyprien Morus». Zürich: NZZ Libro, 2009 Rudolf Koella: «Über Félix Vallotton. Aufsätze aus 40 Jahren Forschungstätigkeit». Zürich: NZZ Libro, 2009
Editorial
Liebe Leser Seit der Annahme der Anti-Minarett-Initiative wird viel über christliche Werte debattiert. Brauchen wir tatsächlich eine christliche Leitkultur, wie nun viele angesichts der islamischen Herausforderung wollen? Mehr darüber, wie weit Religionsfreiheit gehen soll, lesen Sie ab S. 14 von zwei evangelisch-reformierten Pfarrern. – Und wie weit ist
Wolfgang Sofsky im Gespräch
Er ist einer der profiliertesten Machtkritiker der Gegenwart. Er schreibt klar, konzentriert, kompromisslos. Und er fühlt sich unwohl in seinem Staat: der deutsche Soziologe Wolfgang Sofsky. René Scheu hat ihn in Göttingen zu einem Streitgespräch getroffen.
Leistung statt Sozialneid (2/2)
Wir verstehen die Chinesen nicht. Und wir unterschätzen sie. Das wiederum freut die Chinesen. Denn sie wollen nur eins: leisten, leisten, leisten.
Schweizer Autoren in Kurzkritik XXIV
12 Bücher, vorgestellt in der vierundzwanzigsten Folge der «Schweizer Autoren in Kurzkritik». Fortsetzung folgt.
Was heisst denn hier Freiheit?
Eine Antwort aus dem Stegreif von Rolf Dobelli Mit einem Anstoss, zugeschrieben Paul Hindemith: «Es ist ein Zeichen geistiger Freiheit, einen Bestseller nicht gelesen zu haben.»
Francesco reist nach Lugano
Kurt Aebli: «Der Unvorbereitete». Basel / Weil am Rhein: Urs Engeler Editor, 2009
Kein Verlass auf die Impotenz!
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Und das ist, in dem vorliegenden Fall, eine ganze, grosse Lesergemeinde, also wir, die neugieriggewordenen Frisch-Leser und -Liebhaber. Endlich sind sie da, diese «Entwürfe zu einem dritten Tagebuch». Begonnen hatte Max Frisch mit der Arbeit an diesen Aufzeichnungen im Frühjahr 1982.
Ob schweizerisch oder indisch – Schnüffler bleibt Schnüffler
Wer sich heute dem ehrwürdigen Genre des Detektivromans widmet und mehr als eine Kopie sattsam bekannter Vorbilder abliefern möchte, sollte ausser Erzähltalent auch einige originelle Einfälle mitbringen. Der Zürcher Autor Sunil Mann, 1972 als Sohn indischer Einwanderer im Berner Oberland geboren, hatte die naheliegende Idee, einen Sohn indischer Einwanderer in
Heile, heile, Mundart
Dagegen verwahrt sich Andreas Neeser vehement: «Ich bin kein Archivar», sagt er, «ich will keine Wörter vor dem Aussterben retten. Im Archiv stirbt eine Sprache. Lebendig bleibt sie nur draussen, unter den Leuten.» – Oder drinnen, in den Büchern, liesse sich ebenso lebhaft nachtragen. Dann beispielsweise, wenn man sein Mundartbuch «No
Monte Verità im Spiessermuff
Im Inflationsjahr 1923 hat der Verlagsbuchhändler Werner Ackermann genug von Berlin und zieht mit Freunden gen Süden, um die Sehnsucht nach einem freien, besseren Leben nicht zuschanden gehen zu lassen. Er landet dort, wo 1905 schon die vor dem Wilhelminismus geflohenen Naturapostel aus Schwabing gelandet waren, in Ascona. Zwei Jahre
Verrückt in Gott
Silja Walter: «Das dreifarbene Meer». Freiburg i.Ü.: Paulus, 2009 Valentin Boltz: «Bibeldramen. Gesprächsbüchlein», hrsg. v. Friederike Christ-Kutter. Zürich: Chronos, 2009
Fotoalbum bis 1960
«Aufbruch in die Gegenwart. Die Schweiz in Fotografien 1840–1960», hrsg. von Dieter Bachmann und den Schweizerischen Landesmuseen. Zürich: Limmat, 2009.