Ausgabe 950 - Dezember 2006
Scheitern ist nicht strafbar: Bilder von Christoph Schreiber
In dieser Ausgabe
Dossier
(6) Schnittstellen der Verantwortlichkeit
Wo Konkurrenz herrscht, gibt es auch Konkurse. Die sprachliche Verwandtschaft beider Begriffe ist kein Zufall, sondern deutet auf innere Zusammenhänge hin, deren vielfältige Schnittstellen Gegenstand dieses Beitrags sind.
(5) Erfolg um des Erfolges willen
Erfolgsstreben wird dann zur Tretmühle, wenn der Erfolg zum Selbstzweck wird. Doch das Ziel wirtschaftlicher Aktivitäten ist die Maximierung des subjektiven Wohlbefindens.
Sind die Enron-Verantwortlichen Verbrecher?
Die Ursachen des Zusammenbruchs von Enron sind sehr komplex. Wer den Konkurs allein den damals verantwortlichen Unternehmensführern in die Schuhe schiebt und sie zu Verbrechern stempelt, vereinfacht das Problem in populistischer Manier.
(3) Zum rationalen Umgang mit ökonomischem Misserfolg
Investieren ist spekulieren und enthält somit Misserfolg immer schon als Möglichkeit. Die Kunst besteht darin, in einer unübersichtlichen Welt hinreichende Integrität durchzusetzen, ohne die Hexenjagd zur Institution zu erheben.
(2) Der Kampf zur Erzwingung des Glücks
Die moderne Demokratie ist geradezu gezwungen, mit Umverteilungsangeboten zu arbeiten, um Mehrheiten zusammenzubringen.
(1) Gegen die Jagd auf Sündenböcke
Nachträgliche Besserwisserei, die Verwechslung des Teils mit dem Ganzen und eine Fehleinschätzung des Verhältnisses von Tun und Unterlassen sind jene verhängnisvollen Denkmuster, die jedes Scheitern mit Schuld verknüpfen und die vorurteilsfreie Analyse durch eine Jagd auf Sündenböcke ersetzen.
(0) Scheitern ist nicht strafbar
Der Begriff des Scheiterns (ursprünglich «Schiffbruch erleiden») entstammt weder der Ökonomie noch der Rechtswissenschaft. Er weckt zunächst philosophische und psychologische Assoziationen. Das Bild des untergehenden Schiffs ist aber vielsagend, denn beim Untergang eines wirtschaftlichen Unternehmens sind in der Regel, wie beim Scheitern eines Schiffes, mehrere Personen involviert, als Beteiligte und
Aktuelle Debatten
Zum Kulturauftrag der Universität
Zwischen neuen Herausforderungen und bleibenden Prioritäten
Von der Unabhängigkeit zur Freiheit
Historisch basiert Montenegro auf solidarischen Kleingemeinschaften
Scheitern gehört zum Programm der Wirtschaft
Ist Scheitern strafbar? Die Frage ist derart provokativ, dass man unwillkürlich und dezidiert mit einem «Nein» antworten möchte. Misslingen muss ja auch dann sanktionsfrei bleiben, wenn es, wie das Wort «Scheitern» suggeriert, mit einer nutzlos grossen, manchmal fast verzweifelten Anstrengung verbunden ist. Die Antwort bleibt auch dann «Nein», wenn man
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Der Tod ist, keine Geschichten mehr hören und erzählen zu wollen
Editorial
Erfolg ist der Lohn der Leistung. Schon die Schule vertritt das Prinzip, dass «Ungenügend» oder «Ausgezeichnet», «Versetzt» oder «Nicht versetzt» die Leistungen eines Schülers honorieren. Auch im späteren Leben gilt das Ideal: Leistung und Erfolg sind verschwistert. Jeder, so die Hoffnung, bekommt seine Chance, durch Fleiss und Tüchtigkeit zu
«Schöpferischen Zerstörung»
Joseph A. Schumpeter war ein bedeutender Ökonom des 20. Jahrhunderts. Seine Erfahrungen als Unternehmer, Politiker und Wissenschaftler flossen in brillante Analysen ein, die liberale, konservative und interventionistische Perspektiven verband.
Das letzte Wort hat die Sprache
Im Sommer dieses Jahres wurde die «Schweizer Orthographische Konferenz» gegründet
Paul Parin zum 90. Geburtstag
Am 20. September wurde der Psychoanalytiker und Schriftsteller Paul Parin 90 Jahre alt. Das Psychoanalytische Seminar Zürich ehrte ihn am 24. September mit einer Matinée. Ein Geburtstagsbrie und zwei Vorträge sind auf den folgenden Seiten zu lesen.
Vorschau
Das Dossier der Ausgabe Januar/Februar 2007 gilt dem Thema «Expertokratie». Gast in der Galerie ist der Schweizer Künstler Hans Danuser.
Die Besichtigung eines Jahrhunderts
Christian Haller erzählt drei Generationen: Seine Grossmutter emigriert 1926 aus Bukarest in die Schweiz, sein Grossvater baut dort ein Stahlimperium auf, sein Vater erlebt schwere Zeiten. Der Schweizer Schriftsteller erhält den Aargauer Literaturpreis.
Kälteschock und Schmelze
In Silvio Huonders Roman sind Versehen und Zufall die treibenden Kräfte der Liebe
Irritation statt Ästhetik
Die Ausstellung des Berner Kunsthauses zum Thema Tod zeigt verstörende Bilder, Fotos und Videos von Sterbenden und Toten. Sie wirken oft qualvoll, faszinieren aber dennoch und laden zu tieferen Reflexionen ein.
Torawimpel, Würfel, bemalte Holzbrettchen und eine Viehschere
Die jüngsten Sammlungszugänge des Jüdischen Museums in einer Sonderausstellung
Alois Riklin: Machtteilung. Geschichte der Mischverfassung
Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2006
Zur Kritik der gegenwärtigen Katastrophenszenarien in der Klimapolitik
Marcel Leroux's 2005 work questions warming claims in climatology. Lyman, Willis, and Johnson documented upper ocean cooling in 2006. Heinz Hug examined environmental fears that year. Svensmark's 2006 research explored ions' role in atmospheric particle formation.
Hans-Jörg Heusser und Kornelia Imesch (Hrsg.): «Art & Branding»
Zürich: Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, 2006