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Cover: Konkordanz: Verblassender Zauber
Februar 2004

Ausgabe 931 - Februar 2004

Konkordanz: Verblassender Zauber: Fotografien von Reto Camenisch

Autoren dieser Ausgabe:

In dieser Ausgabe

Dossier

Volkswahl des Bundesrats – kein Thema mehr?

Überlegungen jenseits des parteipolitischen Opportun Die Volkswahl des Bundesrats, von der SVP vor dem 10. Dezember 2003 als Drohung präsentiert, war danach kein Thema mehr. Es gibt aber gute Gründe, weiterhin nach tauglichen Alternativen zum jetzigen Wahlmodus zu suchen.

Konkordanz im Dauerstress

Unterwegs zur fortschreitenden Aushöhlung Das Konkordanzmodell beruht auf einem politischen Willensakt und ist verfassungsrechtlich nicht vorgeschrieben. Man könnte es auch ohne Beeinträchtigung der direkten Demokratie abschaffen, wenn eine Mehrheit dafür Hand böte.

Konkordanz blockiert Reformen

Ein Interview mit Marina Masoni Im Kanton Tessin wurde deutlich, dass es gegenüber der Zukunftstauglichkeit des Konkordanzprinzips begründete Zweifel gibt. Marina Masoni, Regierungsrätin im Tessin, berichtet über ihre Erfahrungen. Die Fragen stellte Robert Nef.

Konkordanz – unvermeidbar?

Stärken und Schwächen des herkömmlichen Modells Rasche Reaktionen auf den innen- und aussenpolitischen Wandel scheinen im Rahmen einer Konkordanzregierung kaum möglich. Aber ohne einen breit abgestützten Konsens auf Regierungsebene wird eine direkte Demokratie unstabil oder unregierbar.

«Seid einig – einig – einig –»

Es ist kein Zufall, dass die politische Konkordanz, als «Übereinstimmung der Herzen», zum eigentlichen Staatsmythos der Schweiz geworden ist und über alle Schwierigkeiten der Konsensbildung hinwegtrösten soll. Der sterbende Adlige Attinghausen beschwört in Schillers «Tell» die Einigkeit, jene Ressource, die immer dann am knappsten ist, wenn das Alte gestürzt wird

Aktuelle Debatten

Staat und Wahrheit

Der Staat beansprucht zunehmend die Wahrheitsgarantie in Werbung, Sektenüberwachung und Geschichtsschreibung. Eine kritische Analyse zeigt die Gefahren dieses staatlichen Reinheitswahns.

Grundkonsens als Basis wechselnder Koalitionen

Grundkonsens als Basis wechselnder Koalitionen

Das politische System der Schweiz baut auf Konkordanz. Politische Entscheide werden in einem komplizierten Verfahren so vorbereitet, dass möglichst viele Beteiligte möglichst früh damit vertraut gemacht und ihre Anliegen berücksichtigt werden. Politische Gruppierungen wurden in der 150jährigen Geschichte unseres Bundesstaates denn auch sukzessive und folgerichtig in die politischen Institutionen – bis

Weitere Beiträge

Und am Ende sind wir ja beide Idealisten…

Friedrich Schiller, zitiert aus seinem letzten Brief an Wilhelm von Humboldt («Wilhelm von Humboldt, Sein Leben und Wirken, dargestellt in Briefen, Tagebüchern und Dokumenten seiner Zeit», hrsg. von Rudolf Freese, Darmstadt 1986, S. 431 f.)

Der Gegenstand abstrakter Kunst

Die abstrakte Kunst stellt Kunsttherapeuten vor Deutungsprobleme. Der Autor nutzt Kants ästhetische Theorie, um zu zeigen, wie die Kategorie des Symbols interpretierend hilft, da abstrakte Werke weder abbilden noch darstellen.

Kants Botschaft

Die Permanenz der Aufklärung «Aufklärung» ist nicht nur die Bezeichnung einer von Kant entscheidend geprägten Epoche. «Aufklärung» ist auch der bis heute anhaltende Prozess des Ringens um eine postreligiöse und postmetaphysische Orientierung. Ein Experiment ohne Gewissheit, jemals mündig zu werden.

Politik als «republikanisches Trauerspiel»

In Schillers «Verschwörung des Fiesco zu Genua» steht die Frage nach der richtigen politischen Ordnung im Mittelpunkt. Das Drama oszilliert zwischen Machiavellis Pragmatismus und Kants Moralphilosophie. Wie alle Schillerschen Theaterstücke behandelt es das grundlegende Drama der Politik.

Macht und Ohnmacht der Ideen

Die «Tragödie der Mittel» in Schillers «Don Karlos» Noch ehe die Französische Revolution zur blutigen Schreckensherrschaft wurde, hat Schiller – jenseits und vor der geschichtlichen Erfahrung – im «Don Karlos» illustriert, dass die Macht die Ideen frisst, wenn diese Autorität gewinnen wollen.

Dem Neuen zum Durchbruch verhelfen

Die «Jungfrau von Orleans» und «Wilhelm Tell» als Innovatoren Sowohl «Tell» als auch «Jeanne d’Arc» sind – entgegen Schillers Intention – als Idole des Nationalismus missbraucht worden. Man kann beide Figuren aus heutiger Sicht als Unternehmer im Bereich der politischen Ideen deuten.

Demokatie Plus

«Die Mehrheit? Mehrheit ist Unsinn, Verstand bei wenigen nur. Der Bettler muss seine Stimm dem Mächtigen verkaufen. Man soll Stimmen wägen, nicht zählen. Der Staat muss untergehn, wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.» (Leo Sapieha, Schillers «Demetrius», 1805)

Konstanten der Schweizer Politik?

Ein Heft über die Zukunft der Demokratie, das mit Denkverboten von Franz Muheim eingeleitet wird! Wenn es nicht zum Weinen wäre, könnte man darüber sogar lachen. Denn wie könnte man das neue helvetische Malaise trefflicher karikieren? Bei näherem Hinsehen erweisen sich nämlich die angeblichen Konstanten der Schweizer Politik als nostalgische

Leserbrief zu «Fehlkonzept Rechtschreibreform»

Das Dossier zur Rechtschreibreform in der Novemberausgabe 2003 der «Schweizer Monatshefte» löste grosses Echo aus. Die Redaktion verfolgt das Thema weiter und veröffentlicht vier kritische Leserzuschriften. Stefan Stirnemann wird die «Sprachverwirrung» in kommenden Ausgaben kommentierend begleiten.

Komplexe Phänomene sind nicht zu steuern

Die Rechtschreibreform hat auch nach sieben Jahren noch keine allgemeine Akzeptanz bei ihren Nutzern gefunden. Seit ihrer Einführung finden laufend kleine Reförmchen in Form von Änderungen und «Verbesserungen» statt. Anpassungen der Rechtschreibung sind an sich nichts Neues; es gab sie in den Jahren vor der bürokratischen Rechtschreibreform ständig. Der Duden

Die Folgen für die Praxis sind verheerend

Im Dossier «Fehlkonzept Rechtschreibreform» —wurde – in dieser Gründlichkeit hierzulande zum ersten Mal – aufgezeigt, welches Unheil die mit allerlei Winkelzügen ewigmorgiger Reformer durchgesetzte Reform angerichtet hat. Die im Druck- und Verlagswesen Tätigen – also die Hauptbetroffenen – wurden bei der Erarbeitung der Reform geflissentlich ferngehalten und alle ihre Warnungen in den Wind geschlagen.

Benachteiligung rechtschreibschwacher Schüler

Die Repolitisierung der Debatte, wie sie Heide -Kuhl-mann in ihrem Artikel in der Novemberausgabe der «Schweizer Monatshefte» beschreibt, ist paradoxerweise notwendig, damit die verantwortlichen Politiker dieses Sachthema überhaupt wieder einer sachlichen (im Gegensatz zu: politischen) Betrachtung unterziehen. Hilfreich sollte dabei das Argument sein, daß die ideologisch motivierten Ziele der

Wo bleibt die Fähigkeit, Fehler zu berichtigen?

Erfreulich und beruhigend ist es, daß die Verursacher und Betreiber des Dauerskandals «Rechtschreibreform» die kritische Öffentlichkeit noch nicht völlig kaltgestellt haben und daß sie immer wieder ihr Vergehen gegen Sprachkultur und Leser vorgehalten bekommen. Indes selbst aus so etwas Mißglücktem wie der «Rechtschreibreform» kann man zumindest Erkenntnisgewinn ziehen. Erstens ist

Aktuelles

Krankheit lohnt sich

Krankheit lohnt sich

Prävention wird kaum honoriert, Krankheit dagegen zuverlässig finanziert. Die Pflege-Unternehmerin Alessia Schrepfer erklärt, warum diese Fehlanreize Patienten und Pflegekräfte belasten – und weshalb das System von Grund auf neu gedacht werden muss.