Ausgabe 1106 – Mai 2023
Lasst uns handeln!: Lasst uns handeln! Für Magatte Wade ist Unternehmertum der Schlüssel zum Wohlstand
In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
Notrecht wird zur Gewohnheit
Im Fall Credit Suisse hat sich der Bundesrat einmal mehr mit Verweis auf eine ausserordentliche Situation über Verfassung und Gesetz hinweggesetzt. Es ist der neue Höhepunkt einer unheilvollen Entwicklung.
Der Niedergang des Zürcher Wirtschaftsfreisinns
Die Credit Suisse steht für eine Elite, die der Schweiz zu Reichtum verhalf. Bevor ihr das Land zu klein wurde. Die heilige Dreifaltigkeit Kreditanstalt, FDP und Grasshopper Club ist am Boden.
Der grosse Murks
Bundesrat, Nationalbank und Finma ist es gelungen, das Finanzsystem zu stabilisieren. Dabei haben sie jedoch rote Linien überschritten und neue Risiken geschaffen.
Spätes Erwachen kreiert Monsterbank
Finma, SNB und Bundesrat hätten den CS-Niedergang früher erkennen müssen. Jetzt gilt es, das systemische Risiko der neuen Monsterbank zu begrenzen, Managementkompensation neu auszurichten und Fusionskontrolle zu stärken.
Dossier
Die bereichernde Idee der Freiheit
In den letzten zwei Jahrhunderten ist die Menschheit dreissigmal wohlhabender geworden. Der Antrieb dafür war ideeller, nicht ökonomischer Natur.
«Zur Hölle mit der Armutslinderung – ich will Wohlstand!»
Bürokratie und Überregulierung seien die grössten Hürden auf Afrikas Weg zum Wohlstand, sagt die Unternehmerin Magatte Wade. Westliche Staaten sollten ihre Märkte öffnen, statt Entwicklungshilfe zu schicken.
Der Staat gehört an die kurze Leine
Zentralisierte Systeme funktionieren schlechter als dezentrale. Dennoch sind sie erstaunlich beständig. Wir müssen private Lösungen fördern und nicht auf staatliche Hilfe warten.
Rechtsstaatlichkeit ist unverzichtbar, aber unzureichend
Egal, wie klar und detailliert die Regeln sind, es bleibt stets ein gewisser Ermessensspielraum für Beamte oder Richter. Vor dessen Missbrauch schützt nur ein umfassendes System individueller Rechte.
Vom Tröpfchen der Revolution zum Motor des Fortschritts
Linke Theoretiker missverstehen den Menschen grundlegend, indem sie ihn als von unkontrollierbaren Kräften bestimmt ansehen. In Wahrheit sind wir autonome Wesen mit grossem Potenzial.
Kapitalismus für Arme
Selbst ihre Befürworter misstrauen der Freiheit oft, sobald es um die wirtschaftlich Schwächsten geht. Doch statt Armut von oben herab zu verwalten, müssen wir die Menschen stärken, damit sie ihr Leben selbst meistern können.
Freie Märkte brauchen prinzipientreue Unternehmer
Gegen Vetternwirtschaft und Korruption können Gesetze und Institutionen allein wenig ausrichten. Es braucht eine Kultur, die auf Vertrauen, Fairness und gutem Willen basiert.
Spätes Erwachen kreiert Monsterbank
Finma, SNB und Bundesrat hätten den CS-Niedergang früher erkennen müssen. Jetzt gilt es, das systemische Risiko der neuen Monsterbank zu begrenzen, Managementkompensation neu auszurichten und Fusionskontrolle zu stärken.
Aktuelle Debatten
Die Bünzlinken
Einst waren sie die emanzipatorischen Freigeister, heute wollen sie bevormunden: eine kleine Abstiegsgeschichte der Linken.
Kompetenz ohne Bildung
Kompetenzorientierung, selbstorganisiertes Lernen und integrative Förderung dominieren die Volksschule. Auf der Strecke bleibt das humanistische Bildungsideal.
Sicherheitsindustrie in der Sackgasse
Die Politik arbeitet fleissig daran, den Schweizer Rüstungssektor ganz aufzugeben. Das ist fahrlässig.
Weitere Beiträge
Blattkritik über die Mai-Ausgabe
Die Mai-Ausgabe des Schweizer Monats wird von Lucien Scherrer beurteilt.
Editorial
«Wir müssen es wieder schaffen, maximale Verantwortung zu übernehmen, zunächst für unser eigenes Leben, aber auch für die Gesellschaft und die Welt allgemein. Wir müssen uns gegenseitig die Wahrheit sagen, in Ordnung bringen, was kaputt ist, abreissen und neu errichten, was nicht mehr zu retten ist.» Jordan Peterson Als das
Gross träumen
Wer nicht bereit ist, grosse Träume zu hegen an deren Umsetzung in die Realität zu arbeiten, wird bleiben, wo er ist.
Wer überleben will, muss ein wenig verrückt sein
Die hiesigen Literaturverlage stehen unter wachsendem ökonomischem Druck. Um langfristig Erfolg zu haben, braucht es Kreativität – und den Mut, Bestehendes zu hinterfragen.
«Das rein Schweizerische kommt selten vor»
Daniela Koch, Verlegerin von Atlantis, sieht in der Mehrsprachigkeit der Schweiz eine grössere Herausforderung als in ökonomischen Zwängen für Literaturverlage. Deren Zukunft sieht sie allen Widrigkeiten zum Trotz positiv.
Der Bund braucht mehr Geld
Eine Ausfallgarantie von 100 Milliarden Franken und eine Verlustgarantie von 9 Milliarden hat der Bund der Nationalbank respektive der UBS bei der Übernahme der Credit Suisse abgegeben, um «ausserordentlich hohen Schaden für den Finanzplatz und die gesamte Volkswirtschaft» abzuwenden. Dieses Ziel habe «zu den tiefstmöglichen Kosten für Staat und Steuerzahlende
Schweizer können nicht nur Mundart
Die hiesigen Literaturverlage sind ungebrochen produktiv. Ein kleiner Überblick und einige Tips zu aktuellen Publikationen.
Zu Besuch bei der Rast Kaffee AG
Ein Gespräch mit Beatrice Rast, Co-CEO Rast Kaffee AG.
Fragmente einer schwindenden Erinnerung
Monika Neun: Und dann verschwinden. Zürich: Atlantis-Verlag, 2023.
Exakt modellierte Zufälle
Was ein Münzwurf mit dem Zerfall radioaktiver Isotope gemeinsam hat.
Allzu pflegliche Auseinandersetzungen
Andri Silberschmidt und Esther Girsberger (Hrsg.): Wohin, liebe Schweiz? 12 Gespräche mit inspirierenden Persönlichkeiten. Basel: NZZ Libro, 2023.
Politik ist ein notwendiges Übel
Die Vorstellung einer Welt ohne kollektive Entscheide ist eine Illusion.
Nacht des Monats mit Christoph Geiser
Vojin Saša Vukadinović lässt sich von Christoph Geiser das einst verwegene Bern zeigen.
Terrorist und Familienmensch
Adrian Hänni: Terrorist und CIA-Agent – die unglaubliche Geschichte des Schweizers Bruno Breguet. Basel: NZZ Libro, 2023.
Das Casino wird zum Computertempel
Im 27. Kanton steht bekanntlich ein grosses Casino – ein stillgelegtes Überbleibsel einer Vergangenheit, als jener Kanton noch nicht zur Schweiz gehörte. Nun hat sich eine Gruppe von Unternehmern, Wissenschaftern und Politikern entschlossen, das alte Casino umzufunktionieren und darin einen riesigen Supercomputer unterzubringen. Der Erfolg der maschinellen Lernsoftware im Stil von