Ausgabe 1039 - September 2016
Achtung, die Stadt!: Im Jahr 2050 werden 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Die Planung stösst schon heute an Grenzen. Höchste Zeit, den urbanen Raum neu zu verhandeln.
In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
Rückkehr der Stadtstaaten
Städte beanspruchen eine dominante Rolle in der globalen Politik – das bietet die Chance, Probleme zu lösen, an denen Nationalstaaten scheitern.
Wie viel Freiheit braucht eine Stadt?
Das sich selbst organisierende Lagos funktioniert völlig anders als das durchgeplante Zürich. Genau darum können europäische Stadtentwickler von der nigerianischen Metropole lernen. Gedanken zum Städtebau der Zukunft.
Kathedralen des Wohlstands
Ob in Zürich, Paris, Berlin oder London: im Warenhaus träumen sich Europas Städter von Etage zu Etage. Doch wie viel mondänen Duft versprühen Jelmoli, Lafayette, KaDeWe und Harrods – abgesehen von ihren Parfümabteilungen – auch heute noch? Eine urbane Kulturgeschichte.
Warum auch ich kein Konservativer bin
Der Titel dieses Textes verweist auf einen der berühmtesten und bekanntesten Essays Friedrich August von Hayeks unter dem Titel «Warum ich kein Konservativer bin», den er seiner 1960 veröffentlichten Abhandlung «Die Verfassung der Freiheit» als Anhang beigefügt hat. Hayek empfand es als notwendig, seinen Anspruch darauf anzumelden, als klassischer Liberaler
Wie haltet ihr’s mit dem Konservatismus?
Diese Frage stellen sich Liberale in Europa und den USA aktuell wieder vermehrt – die politische Realität zwingt sie dazu. Aber: eine Antwort ist nicht möglich, ohne zu eruieren, was Konservatismus überhaupt ist. Eine Untersuchung.
Dossier
Zukunft des Service public in den Medien
Über den gebührenfinanzierten Rundfunk in der Schweiz wurde politisch schon immer wild debattiert. Noch nie in ihrer 85jährigen Geschichte war die SRG aber beim Bürger so umstritten wie heute. Das stellt der langjährige Medienjournalist Nick Lüthi fest, der mit je einem Text den Anfang und das Ende unseres Dossiers zur
Das Beste aus zwei Welten
Die SRG versteht es, das Beste aus zwei Welten zu vereinen: Sie gibt sich unternehmerisch, schluckt aber jedes Jahr 1,2 Milliarden Franken Gebührengelder. Aufkommende Kritik lächelt sie weg. Die Chancen sind gross, dass das auch weiterhin so bleibt.
«Mit Stories alleine ist es nicht getan»
Es gibt gute Gründe, ganze Organisationen wie SRG oder ARD öffentlich zu finanzieren, sagt Publizistikprofessor Otfried Jarren. Trotzdem denkt er über andere Modelle nach.
Töpfe, Töpfe, Töpfe
Im Schweizer Medienbetrieb zanken alle nur noch um öffentliche Gelder, die Privaten eingeschlossen. Weshalb wir den Geldfluss einschränken oder umlenken müssen, um die Debatte neu zu beleben.
Service public netto
Die SRG verhält sich oft wie ein Privatsender. Sie ist aber öffentlich finanziert. Deshalb braucht es eine klare Aufgabenstellung.
Alternative: Lücken füllen
Statt Programme und Verbreitungskanäle zu fördern, sollte sich der Bund auf die Förderung von Inhalten konzentrieren, die Private nicht bereitstellen. Nur so gelingt es, den Rundfunkmarkt auf lange Frist technologisch flexibel und effizient zu halten.
Alternative: Vereinfachen
Auch in Zukunft gibt es noch Platz für die SRG. Allerdings nicht als Sendeanstalt, sondern als Produzentin. Das wäre nicht nur den Privaten gegenüber fair, es würde auch zur Medienvielfalt beitragen.
Alternative: Zusammenspannen?
Die gezielte Zusammenarbeit zwischen öffentlich und privat kann beiden Seiten nützen. In der Medienbranche bedrohen solche Public-Private-Partnerships (PPP) aber auch die Angebotsvielfalt und die Unabhängigkeit der Redaktionen. Welche Vorbehalte und Probleme gibt es? Und wie sind sie zu lösen?
Aktuelle Debatten
Europa neu denken
Die Europäische Union ist gezwungen, auf den Austritt Grossbritanniens zu reagieren. Zur politischen Einigung beschwört man weiterhin die sogenannte «europäische Identität». Doch existiert überhaupt ein gemeinsames, europäisches Gefühl? Einer der renommiertesten britischen Historiker glaubt: Nein.
Weitere Beiträge
Editorial
Vor dreissig Jahren lebten ca. 43 Prozent der Weltbevölkerung in Städten, für das Jahr 2025 wird bereits ein Anteil von 58,2 Prozent prognostiziert, 2050 dürfte die 70-Prozent-Marke geknackt werden. Landflucht und Verstädterung sind globale Megatrends, die die Welt von morgen schon heute verändern – während Zürich noch darüber
Making of 1039
Unterwegs Die Stadtentwicklerin Fabienne Hoelzel und unsere Redaktorin Olivia Kühni sind sich schon mehrfach begegnet, unter anderem auf Podien zum Thema Stadt. Hoelzel beeindruckt mit Analysen, die auf ideologische Befindlichkeiten keine Rücksicht nehmen – und mit ihrem Humor. Wir freuen uns, die international anerkannte Städtebauerin als Autorin für unser Magazin gewonnen
In eigener Sache
Im vergangenen Jahr hat der Verwaltungsrat den Historiker Florian Rittmeyer zum Nachfolger von Dr. René Scheu als Chefredaktor gewählt. Er war seit 2009 in verschiedenen Positionen für den «Schweizer Monat» tätig: zuerst als Praktikant, ab 2010 als redaktioneller Mitarbeiter, im Jahr 2011 wurde er Redaktor im Ressort Politik & Wirtschaft,
Durchatmen, weitermachen
Wie soll man als selbstbewusste, liberal eingestellte Frau reagieren, wenn das eigene Aussehen oder Privatleben beurteilt werden?
Populisten und Versager
Trump, Sanders, Farage, Hofer, Grillo, Le Pen, Varoufakis: Die Liste der lautstarken Anti-Establishmentarier von links und rechts wird länger.
Ein Glas Wein mit Roland Bartholet
Roland Bartholet ist VR-Präsident der Seilbahn-Baufirma BMF in Flums.
Elite
Es vergeht kaum ein Tag, ohne dass sich irgendwer über «die Eliten» ereifert, im raunenden Plural. Wer auch immer damit mit «denen da oben» im Einzelfall gemeint ist, die Phalanx der negativen Konnotationen, die ihn treffen, ist stets dieselbe: Ignoranz, Arroganz, Abgehobenheit, Degenerierung, Klüngel, Verlogenheit. Man reibt sich die Augen:
Jamaikas letzter Löwe
Kurzgeschichte von Marlon James Übersetzt von Anke Caroline Burger. Mit Illustrationen von Wojtek Klimek
Nacht des Monats mit Christian Wenker
Im Basler Zolli kennt man den Zootierarzt Christian Wenker.