Der Populismus ist auf dem Vormarsch. Trump, Sanders, Farage, Hofer, Grillo, Le Pen, Varoufakis… die Liste der lautstarken Anti-Establishmentarier von links und rechts wird länger, ihre Wahlerfolge beeindruckender. Die staatstragende Mitte schmilzt. Politiker, Journalisten und Intellektuelle reagieren erbost und verängstigt. In den Salons unserer Metropolen fragt man sich: Spinnen denn plötzlich alle? Wie kommen Bürger nur darauf, jenen Provokateuren zu folgen, die vor allem eine Botschaft haben: Das Establishment hat versagt, glaubt ihnen nicht mehr! Die Antwort ist einfach: Das Establishment hat versagt. Darum verliert es seine Glaubwürdigkeit. Ein Blick auf den Zustand der westlichen Staaten illustriert das eindrücklich: Lahmendes Wachstum, eine jeden Lebensbereich erfassende, ins Kafkaeske neigende Regulierungsdichte, getragen durch immer grössere und selbstherrliche bürokratische Wasserköpfe. Ineffiziente, aber unfassbar teure Wohlfahrtsstaaten, die die Menschen ruhigstellen sollen, sie aber bloss mit ihrem eigenen Geld in dauerhafter Unmündigkeit halten, sind die Regel. Und jener Teil der Bevölkerung, der noch im privatwirtschaftlichen Sektor produktiv tätig ist, wird durch eine immer höhere Abgabenlast erdrückt. Dennoch (oder deshalb) steigt die Staatsverschuldung ins Unermessliche. Und am Ende setzt eine perverse Geldpolitik dem Versagen die Krone auf – die Realeinkommen erodieren, Ersparnisse werden vernichtet. Ja, das Establishment hat versagt. Es hindert die Menschen, durch eigene Anstrengung ihr Los zu bessern – ein essenzieller Massstab guter Politik. Ist es also verwunderlich, dass immer mehr Bürger erbost jenen die Stimme geben, die vor allem eines sind: Gegner des Establishments? Nein. Verwunderlich ist eher, dass kaum einem Erbosten aufzufallen scheint, dass die neuen Populisten oft selbst dem alten Establishment entstammen, keine neuen Ideen in den politischen Prozess einbringen – sondern bloss eine deutlich höhere Konzentration altbekannter, falscher Rezepturen.
Populisten und Versager
Trump, Sanders, Farage, Hofer, Grillo, Le Pen, Varoufakis: Die Liste der lautstarken Anti-Establishmentarier von links und rechts wird länger.
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