In dieser Ausgabe
Dossier
Auftakt
Zwischen der Realität und ihrer Darstellung klafft ein immer grösserer Graben –neudeutsch: ein immer tieferer Gap. Während die meisten Medien über den ungezügelten Markt herziehen und Sozialabbau beklagen, nehmen marktwirtschaftliche Freiräume laufend ab und wächst der Wohlfahrtsstaat in einem fort, Jahr für Jahr. Der kritische Zeitgenosse ist geneigt zu fragen:
Seinen Weg gehen
Wir pflegen die Rhetorik von Risiko und Eigeninitiative. Zugleich bauen wir täglich am goldenen Käfig: Totalbetreuung, Rundumabsicherung, Abwendung des Unvorhersehbaren. Wovor fürchten wir uns? Anregungen aus der Klosterzelle.
Freiheit für die Ameisen!
Die Schweizer setzen bei der Altersvorsorge seit je auf die eigenverantwortlichen Ameisen. Aber sie füttern auch die sorglosen Grillen durch, die nicht selbst vorsorgen, obwohl sie könnten. Dem vorbildlichen 3-Säulen-System droht deshalb der Kollaps.
«Das ist mein Job»
Was hätte er an der Spitze der SNB entschieden? Welches wären seine Forderungen als Premier Griechenlands? Und wäre er gerne Präsident der EZB? Ein Gespräch mit Hans-Werner Sinn über gigantische Geldflüsse. Ihre Hintergründe. Ihre Folgen. Und seine innere Ruhe trotz allem.
Aktuelle Debatten
Öffnet die Grenze!
Seit Jahrzehnten verwehrt der Westen Afrika den Marktzugang. So entscheiden sich junge Afrikaner für die Emigration.
Weitere Beiträge
Editorial
Die Fiskalquote ist der Entmündigungskoeffizient einer Gesellschaft. Die Zahl besagt, über wie viel vom Erwirtschafteten die einzelnen Bürger frei entscheiden können – und wie viel Macht das Kollektiv hat. Die Schweiz gilt gerade unter Schweizern als Land mit halbwegs vernünftiger Fiskalpolitik. Die Begründung liegt auf der Hand: Es sind hierzulande die
Making of 1027
BÜRGERTUM ADE! Seit Jahren planten wir, Thomas Hürlimann zu treffen.Gesundheitszustand und Agenda des Schriftstellers liessen das lang nicht zu, nun gelang es gleich doppelt: Anlässlich der «Eventi letterari» in Ascona nahm sich der wieder genesene Autor an zwei Tagen Zeit für ausgiebige Unterhaltungen, entstanden ist ein grosses Gespräch. Hürlimann
Der Staat, der Weihnachtsmann
Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) könnte transparenter nicht sein. Das ist mutig. Denn das nimmt ihre potentiellen Wähler in die Pflicht. Niemand wird jemals behaupten können, er habe nicht gewusst, welche Politik er für seine Stimme serviert bekommt. Wo SP draufsteht, ist SP drin. Ich würde meinen: das können
Petri Heil, Kleiner!
Eine Bekannte erzählte mir, dass ihr vierjähriger Enkel sie in eine peinliche Situation gebracht habe, als er auf offener Strasse lauthals – und mit der Spielpistole in der Hand – geschrien habe: «Peng, peng, peng! Alle tot!» Die Öffentlichkeit strafte die Grossmutter mit missbilligenden Blicken – sie hätte sich, sagte sie, am liebsten
Wiesel public
Etwas unwirsch kommt sie daher, die neue Kampagne des Personalverbands des Bundes.
Sie wollen kommen
Millionen von Menschen planen ihre Ausreise aus afrikanischen Ländern. Viele sehen ihre Chance in Europa. Sie sind auf der Suche nach Arbeit, Wohlstand und Komfort. Hat eine der grössten Wanderungsbewegungen der Menschheitsgeschichte erst begonnen?
Verkehrte Politik
Viele Bewohner Afrikas, die ihr altes Leben aufs Spiel setzen, um in Europa ein neues zu bekommen, sind keine politisch Verfolgten und auch keine Armutsflüchtlinge. Es handelt sich in der Mehrzahl um junge Männer, die oftmals den mittleren Schichten ihrer Länder entstammen. Sie und ihre Familien haben genügend Geld gespart,
Warum Migranten alles für ein neues Leben in Europa riskieren
Warum erreicht die illegale Migration über das Mittelmeer nach Europa zurzeit Höchststände? Warum ebbte sie in den letzten Jahren zuerst ab und schwoll dann wieder an? Wer Antworten haben will, muss sie auf dem Kontinent suchen – und in Syrien.
Abgaben statt Kontingente
Ein EU-kompatibler und umsetzbarer Vorschlag für weniger Zuwanderung
Was ist ein Populist?
Der Populist ist nicht der Vertreter der Frustrierten. Und er ist nicht ein Bewirtschafter diffuser Ängste. Er ist vielmehr derjenige, der selbst dann das Volk zu vertreten laubt, wenn ihm die Mehrheit der Bürger nicht folgt. Ein Definitionsversuch.
Die Diktatur der Mittelmässigkeit
Gesamtschule statt Gymnasium, Grossbildschirm statt Bibliothek, Denkverbot statt Debatte – Bürgertum ade, klagt Thomas Hürlimann. Die einst fortschrittliche und mächtige Gesellschaftsschicht, so der Schriftsteller, wurde von einem Kleinbürgertum abgelöst, das den Gleichheitsmief kultiviert.
Nacht des Monats mit Money Boy
Sebastian Meisinger, auch bekannt als «Money Boy», hat Erfolg mit schlechten Songs.