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Die Fiskalquote ist der Entmündigungskoeffizient einer Gesellschaft. Die Zahl besagt, über wie viel vom Erwirtschafteten die einzelnen Bürger frei entscheiden können – und wie viel Macht das Kollektiv hat. Die Schweiz gilt gerade unter Schweizern als Land mit halbwegs vernünftiger Fiskalpolitik. Die Begründung liegt auf der Hand: Es sind hierzulande die souveränen Steuerzahler höchstselbst, die die Quote absegnen. Doch wie hoch ist die Fiskalquote wirklich? Mit dieser Frage werde ich von der geneigten Leserschaft immer wieder konfrontiert. Der Think Tank Avenir Suisse, unser bewährter Büronachbar in Zürich-Wipkingen, hat deshalb genau nachgerechnet. Gerhard Schwarz und Marco Salvi servieren in dieser Ausgabe die korrekt kalkulierte Fiskalquote in der Schweiz: Sie beträgt stolze 48 Prozent. Der helvetische Schematismus stellt sich demnach grosso modo wie folgt dar: Rund die Hälfte des durch die Individuen Erwirtschafteten geht an die öffentliche Hand, rund die Hälfte dieser Hälfte fliesst in Form von staatlichen Leistungen und Umverteilung wieder an die Bürger zurück. Dabei gilt selbstredend die Regel: je mehr einer einzahlt, desto weniger bekommt er zurück. Dass Herr und Frau Schweizer viel Geschick entwickelt haben, den Entmündigungskoeffizienten schönzureden (gemeinhin mit Verweis auf das europäische Ausland), zeigt bloss, wie weit die Entmündigung fortgeschritten ist. Denn es ist klar: Sie funktioniert nur, solange die Betroffenen sie nicht bemerken. Die Kollektivierung, also die Politisierung des Lebens, liegt im Trend der Zeit. Die Marktwirtschaft mit Konsumentensouveränität und freier Preisbildung ist auf dem Rückzug – ungeachtet anderslautender Rhetorik. Die Gesellschaft baut am grossen goldenen Käfig. Und die Individuen ändern nachhaltig ihr Verhalten. Mit welchen Folgen? Ich wünsche anregende Lektüre! René Scheu Herausgeber und Chefredaktor |
Editorial
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