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Die Emanzipation hat den Frauen alles gebracht – nur nicht das Glück

Frauen haben so viele Möglichkeiten wie noch nie. Zugleich scheinen sie überfordert. Das liegt daran, dass die Frauenbewegung ideologisch instrumentalisiert worden ist.

Die Freiheit der Wahl ist gewachsen – ebenso die Erwartungen an Frauen. Bild: Pexels.
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Seit 1971 dürfen Frauen in der Schweiz auf Bundesebene abstimmen. Heute führen sie Unternehmen, studieren häufiger als Männer und haben gleiche Rechte. Ein liberaler Triumph. Gut so.

Bloss: Warum sind die Frauen in dieser Zeit unglücklicher geworden?

Die Ökonomen Betsay Stevenson und Justin Wolfers stellten bereits 2009 fest, dass Anfang der 1970er-Jahre amerikanische Frauen glücklicher waren als Männer. Drei Jahrzehnte später war es umgekehrt. Eine internationale Studie von 2025 zeigt zudem: In den USA hat sich der Anteil junger Frauen mit besonders schlechter psychischer Gesundheit seit 1993 nahezu verdreifacht.

Willkommen im Paradies der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Antidepressiva liegen am Eingang.

2023 nahmen in den USA 15 Prozent der Frauen Medikamente gegen Depressionen, aber nur 7 Prozent der Männer. In der Schweiz waren 2022 ganze 41 Prozent der erwerbstätigen Frauen zwischen 16 und 24 Jahren bei der Arbeit emotional erschöpft, gegenüber 14 Prozent der Männer. Junge Frauen scheinen zudem stärker belastet als ältere, traditioneller aufgewachsene.

Gleichschaltung unter dem Deckmantel der «Befreiung»

Heute sollen Frauen Karriere machen, Mütter sein, attraktiv bleiben und sich selbst verwirklichen. Gleichzeitig. Kommt hinzu, dass viele Familien zwei Löhne für Hypothek und Betreuung brauchen. Aus einem Ernährer wurden zwei Steuerzahler. Für den Fiskus ein Erfolg. Für die Beteiligten oft eine Falle.

Hinzu kommt die Biologie. In der Schweiz bleibt rund jeder Vierte dauerhaft kinderlos. Und in den USA geben 38 Prozent der über 50-jährigen Kinderlosen an, sich irgendwann Kinder gewünscht zu haben.

«Vielleicht hat eine Generation über der Selbstverwirklichung vergessen, dass Lebenssinn oft dort entsteht, wo wir Verantwortung für andere übernehmen.»

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist keine Befreiung. Kinder sind mehr als ein Lifestyle-Entscheid. Vielleicht hat eine Generation über der Selbstverwirklichung vergessen, dass Lebenssinn oft dort entsteht, wo wir Verantwortung für andere übernehmen.

Könnte es sein, dass die traditionelle Familie nicht bloss Unterdrückung, sondern auch eine Quelle von Stabilität, Zugehörigkeit und Lebenssinn war?

Verstehen Sie mich nicht falsch: Nicht die Emanzipation ist das Problem. Es ist, was in ihrem Windschatten mitsegelte.

«Die Frauenbewegung befreite Frauen von männlichen Vorschriften. Sozialistisch-egalitäre Trittbrettfahrer nutzten die Gelegenheit, um traditionelle Lebensformen zu delegitimieren.»

Die Frauenbewegung befreite Frauen von männlichen Vorschriften. Sozialistisch-egalitäre Trittbrettfahrer nutzten die Gelegenheit, um traditionelle Lebensformen zu delegitimieren. Die Hausfrau? Unterdrückt. Der Ernährer? Patriarchalisch. Wer freiwillig daheim bleibt und Kinder grosszieht? Dumm, bildungsfern, unterwürfig. Ausgerechnet die Prediger der Selbstbestimmung begegnen diesen Frauen mit Verachtung.

Ihr Ziel ist nicht individuelle Freiheit oder die «Befreiung» der Frauen, sondern die Gesellschaft nach ihren Vorstellungen umzuformen. Geht es tatsächlich um das Wohlergehen der Menschen – oder um ihre politische Nützlichkeit?

Freie Entscheidung – auch gegen den Zeitgeist

«Früher schrieb das Patriarchat Frauen ihre Rolle vor. Heute erklärt ihnen ein Teil des Linksfeminismus, welche Rolle fortschrittlich ist. Beide misstrauen der freien Entscheidung.»

Früher schrieb das Patriarchat Frauen ihre Rolle vor. Heute erklärt ihnen ein Teil des Linksfeminismus, welche Rolle fortschrittlich ist. Beide misstrauen der freien Entscheidung.

Chancengleichheit ist liberal. Erzwungene Ergebnisgleichheit ist kollektivistisch. Ob Konzernchefin oder Hausfrau, Hausmann oder Ernährer: Entscheidend bleibt die Wahlfreiheit – auch gegen den Zeitgeist.

Die Befreiung der Frau war ein Triumph des Liberalismus. Ihre ideologische Umerziehung verrät ihn.

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