Kriege sind wirtschaftlich extrem schädlich. Das Institute for Economics and Peace schätzt, dass Gewalt und Konflikte die Welt im Jahr 2019 um 14,4 Billionen Dollar ärmer gemacht haben. Dass es trotzdem Kriege gibt, liegt einerseits daran, dass nicht alle Entscheidungsträger rational handeln. Andererseits gibt es durchaus Personengruppen, die von Kriegen profitieren. Das Geschäftsmodell der Taliban basiert im wesentlichen auf Krieg und Ausbeutung eroberter Gebiete. Die Hamas bezieht ihre ganze politische Legitimation aus dem kriegerischen Konflikt mit Israel. Putins aggressive Aussenpolitik hat einige im Sicherheitsapparat sehr reich und sehr mächtig gemacht. In allen drei Fällen profitiert eine kleine Gruppe auf Kosten des Rests der Bevölkerung.
Dieses Prinzip gilt nicht nur für Kriege, sondern auch für Gewalt im allgemeinen. Die Sklavenhändler in den US-Südstaaten verwickelten das Land nicht nur in einen Bürgerkrieg mit über einer halben Million Todesopfer. Sie zwangen ihren Mitbürgern auch eine Sklavenwirtschaft auf, die auf lange Frist alle ärmer machte ausser sie selber. Die Ökonomen Daron Acemoglu und James Robinson haben gezeigt, dass Sklaverei mit höherer Armut und tieferen Lebensstandards einhergeht. In einer Volkswirtschaft, die auf Ausbeutung basiert, fliesst kaum Kapital in Innovationen oder Geschäftsfelder mit höherer Produktivität, und kluge Köpfe haben wenig Anreize, sich in diesen Bereichen zu betätigen. Die Folge ist, dass die Südstaaten bis heute eine deutlich tiefere Wirtschaftskraft pro Kopf aufweisen als die anderen Gliedstaaten. Freiheit kann man zwar nicht essen, aber sie ist ein guter Dünger – viel besser jedenfalls als Blut.Gewalt und Angriffskriege sind aus Sicht der Gesamtbevölkerung also ausgesprochen schlechte Ideen – das ist auch der Grund, warum in der Geschichte noch kaum je Demokratien Krieg gegeneinander führten. Leider liegt die Entscheidungsmacht jedoch nicht immer bei der Gesamtbevölkerung, sondern zu oft bei einer kleinen Elite, die von Gewalt profitiert. Wenn jene, die die Kosten tragen, entscheiden könnten, würden sie sich kaum selber ins Bein schiessen.Blut ist ein schlechter Dünger
Demokratien würden sich aus guten Gründen nie für Krieg entscheiden.
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