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Kolumne

Rauchende Köpfe

Was haben der Marlboro-Man und Don Draper, der New Yorker Werber aus der US-Serie «Mad Men», gemeinsam? Die dauerbrennende Zigarette. Sie steht bei beiden für ungezähmte Freiheit und Männlichkeit. Im wirklichen New York verströmt der Rauch einer Zigarette aber schon lange keine Freiheit mehr. Die örtliche Anti-Tabak-

Der Finanzplatz wird langsam gekocht

Bis zur Finanzkrise war der Finanzplatz international ein Vorzeigeobjekt der Schweiz. Die Banken wurden bewundert, wenn auch nicht geliebt. Dann stürzte die UBS und wurde vom Staat zweimal gerettet. Die erste Rettung war eine wohl nötige Meisterleistung und hat der Schweiz im nachhinein sogar Milliardengewinne beschert. Die zweite war unnötig

…des Schweizer Fussballs

Fussball ist die wichtigste Nebensache der Welt. Er füllt Stadien, bringt Männer zum Verzweifeln, Brüllen und Weinen, fördert oder untergräbt lokalen und nationalen Stolz. Vor der WM 2014 fragen wir uns: Wie halten wir Schweizer es damit? Bestandesaufnahme: Der Oberwalliser Sepp Blatter steht der (nach der katholischen Kirche) mächtigsten nichtstaatlichen

Freiheit ist Freiwilligkeit – oder sie ist nicht

«Kind. Krippe. Karriere»: Die Titelgeschichte der letzten Ausgabe (Nr. 1010) – das Streitgespräch mit Carolina Müller-Möhl – hat mir zahlreiche Zuschriften beschert. Ein Sieg nach Punkten ist nur schwer auszumachen, die Voten halten sich die Waage. Wir waren uns einig über das Ziel: Beruf und Familie müssen vereinbar sein. Der Disput

Impact ist Impact

In den letzten «Monaten» habe ich viel über die verschiedenen Wege zum Erfolg (und die auf ihnen liegenden Hindernisse) nachgedacht. Heute werfe ich einmal einen Blick auf die, die schon erfolgreich sind. Mir ist nämlich aufgefallen: Vielen finanziell erfolgreichen Menschen scheint ihr sozialer Aufstieg oder das verdiente Geld keine echte

Osteria Berlusconi

Sie humpelt, lacht selten, und das Herz trägt sie nicht auf der Zunge. Aber sie ist eine Seele von Mensch: Santina, die Besitzerin der Osteria/Pizzeria auf der Stadtmauer mit Blick in die mittelitalienische Landschaft und auf das Adriatische Meer, hinten im Giardino pubblico unseres Städtchens. Dort, wo wir gerne

Afrikas 9/11

Afrikas 9/11

Die Tür steht offen, in den Schaufenstern warten die Puppen. Sie sind unverletzt. Schicke Kleider, Tops, Schuhe, Handtaschen gibt es zu kaufen, auf Kreditkarte. Kein Fenster ist zersprungen, nichts ist zertrümmert oder ausgeplündert. Eine junge Mutter umklammert ihr Kind; der Schrecken ist ihr ins Gesicht geschrieben. Krampfhaft hält sie das

Die Bauernopfer der Sugar-Daddys

Frauen werden von Männern an ihrer Karriere gehindert; Frauen sind bessere Führungskräfte; Teams mit Geschlechtermischung arbeiten effizienter; Frauen wäre die Finanzkrise nicht passiert; Frauen sind Opfer verkrusteter Rollenbilder in der Gesellschaft; Frauen müssen in den Unternehmen die demographische Entwicklung kompensieren: Keine dieser Behauptungen ist nach wissenschaftlichen Standards so gut gestützt,

Zuerst das Fressen, dann die Ökologie

Beim Gang durch die Gassen von Mykonos strömen mir im Oktober glücklicherweise keine Unmengen von schwitzenden Touristen mehr entgegen – dafür aber ein ungewohnt eisiger Wind. Es ist kalt, wirklich kalt. Und deshalb mache ich mich auf einen Abend im Inneren einer schummrigen Taverne gefasst. Schliesslich lande ich unten am Hafen,

Die Nationalbank als Hoffnungsträger

Der Bundesrat und die Schweizer Banken demontieren unseren Finanzplatz. Sie tun das in einem labilen Umfeld. Das Finanzsystem der westlichen Welt hat sich seit 2008 ebenso selbst demontiert und befindet sich in einem kritischen Zustand. Europa und die USA erkaufen sich mit der Droge des billigen Geldes kurzfristige Sicherheit und

…der Aufmerksamkeitsgier

Twitter, Facebook, Instagram und die ganze virtuelle Welt der Social Media sind für viele das echte Leben. Intimes ist gedankenlos und impulsiv per Tastendruck im Äther verewigt, beliebig für Unbekannte verfügbar und der Kontrolle des Versenders entglitten. Kürzlich wurde bekannt, dass kaum vorstellbare Mengen an Datensätzen mit privaten Informationen von

Unerträgliche Leichtigkeit?

Ich zähle mich nicht zu den hartgesottenen Kulturpessimisten. Deshalb will ich auch nicht in ein allgemeines Lamento über den Zu- bzw. Missstand der einen oder anderen Kunstform einstimmen. Ich kann aber mit Sicherheit sagen, dass es nicht an zeitgenössischen kulturellen Leistungen mit Anspruch mangelt, die ihre verdiente Anerkennung erfahren. Trotzdem