zum Inhalt

Kolumne

Städter und Tölpel

Städter und Tölpel

In den Fünfziger- und Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts war von der heutigen Überflussgesellschaft noch wenig zu spüren. Erst recht nicht auf dem Land. Das einzige, was im Gegensatz zu heute im Überfluss vorhanden war, das waren die Wirtshäuser. Sie an einem Samstagabend mit meinen Brüdern abzuklappern erforderte schon eine gewisse

Vitamin C

Kürzlich diskutierte ich im kleinen (Studenten-)Kreis über die Verantwortung von Spitzenmanagern in der Wirtschaft. Ein Teilnehmer warf plötzlich die Idee in die Runde, dem sogenannten C-Level einer Unternehmung konkrete 10-Punkte-Verhaltensregeln vorzulegen, welche auswendig zu lernen wären. «Und dann noch einen Eid ablegen», meinte etwas ironisch ein

…der (fehlenden) Männerbewegung

Seit Jahren wird das Thema «Mann» in den Medien und in der Wissenschaft gewälzt. Tut sich deswegen etwas? Hat die Diskussion etwas daran geändert, dass Männer heute das verletzlichere, schwächere und problematischere Geschlecht sind? Dass sie ungesünder leben, früher sterben, häufiger Selbstmord begehen und gewalttätiger sind? Kommen Jungen in der

Bremsen los!

Bremsen los!

Pardon, dass ich Sie nochmals mit der Masseneinwanderungs-Initiative belästige, aber etwas liegt mir doch noch auf dem Magen: die damit verbundene Bankrotterklärung der liberalen Politik in der Schweiz. Dass es nicht besonders gut bestellt ist um FDP und Konsorten, war dem liberalen Beobachter ja schon vorher klar. Tragisch ist

Ein Wille, der Berge versetzt

Ein Wille, der Berge versetzt

Roger Schawinski fragt sich: «Wer bin ich?» Landauf, landab waren die Blätter mit Kritiken und Interviews zur frisch erschienenen Autobiographie des Medienpioniers gefüllt. So viel Rummel um eine wohlbekannte Lebensgeschichte stimmte mich skeptisch. Deshalb kaufte ich das Buch. «You can get it if you really want» – Anstoss für Schawinskis «Radio

Warum messen wir im Jahr 2014 eigentlich immer noch die Wirtschaftsleistung von Ländern und nicht jene von Regionen?

Warum messen wir im Jahr 2014 eigentlich immer noch die Wirtschaftsleistung von Ländern und nicht jene von Regionen?

Unsere Darstellung der Wirtschaftsleistung ist ein Erbe des europaweiten Nationalismus, da sie auf willkürlichen, alten Landesgrenzen basiert – und die daraus resultierenden Zahlen sagen auch für sich allein recht wenig aus. Das wäre harmlos, würden sie nicht bis heute die Natur unserer europäischen Wirtschaftsdebatte prägen. Ich kann die ewigen Klischees, die

Der «Monat» lebt – und wie!

«Freiheitlich, sachlich, mit Lust an der Debatte» – so habe ich den «Monat» vor drei Jahren in meinem Editorial anlässlich der Neulancierung unseres Magazins beschrieben. Ich finde die Charakterisierung unverändert zutreffend. Wir haben unser Profil seither erfolgreich geschärft. «Freiheitlich»: Wir biedern uns nicht an etatistische Modeströmungen an, sondern sind mit unseren

Mensch, menschlicher, Unmensch

Der Mensch steht im Mittelpunkt und darf damit als grösstes Hindernis für klare Sicht betrachtet werden. Er ist nicht nur in aller Munde, jedenfalls der Politiker, er verursacht auch Gedrängel, weil seine Vertreter ihn unermüdlich abholen und in den Arm nehmen wollen. Wo vom Menschen die Rede ist, gebe man

Von Fischern, Fischen und Ködern

Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Werbetreibende an unserer kleinen Strasse wohnen. Aber es müssen viele sein. Denn nur für sie kann die Botschaft bestimmt sein, die uns von der Hausfassade der Dorfbeiz im Riesenformat herunter zuruft: «Sorry, Venus, Brands fahren auf unsere Plakate, nicht auf Kurven ab.» Wie

…des Wohlstandes

Die Schweiz lobt ihre Innovationskraft und rühmt sich als Insel der Glückseligen mit «freiem Unternehmertum» und «breit abgestützter» Wirtschaftskraft. Grund zum Feiern und Schulterklopfen? Wir denken nein: Seit einiger Zeit sind nämlich auch wir mit einer schleichenden Erosion der frei verfügbaren Mittel konfrontiert. Ein Angriff auf unser individuelles und kollektives

Küchenkompromiss

Kennen Sie das Harvard-Verhandlungsmodell? Nicht? Sollten Sie aber. Denn es stellt nicht nur ein kommodes Diplomatenwerkzeug dar, sondern ist auch für jeden Streit am Küchentisch ein unerlässliches Utensil. Schnitt, und Auftritt Klischeepaar. Sie: «Schatz, kommst du am Sonntag mit zu meinen Eltern?» Er: «Kann nicht, der FC Zürich spielt

Wozu eigentlich Ökonomen?

Das wissen viele Ökonomen selbst nicht so genau. Ich sage es immer wieder gern: Die Rolle eines Ökonomen ist bestimmt nicht, das BIP zu vergrössern, sondern – schon eher – die Fallhöhe von Konjunkturzyklen zu verkleinern. Das bedeutet: das BIP muss während prosperierender Jahre künstlich verkleinert werden, um Ressourcen zur Erholung zu

François und die Turteltauben

Was wäre, wenn François Hollande Schweizer wäre? Einfach: die Auserwählte, mit der er wilde Nächte geniesst, hiesse nicht Julie Gayet, sondern etwa Barbara Moser. Und die Filme, in denen sie mitspielte, hätten nicht so verführerische Titel wie «Un baiser s’il vous plaît», sondern vielleicht «Missen-Massaker». Hollande müsste sich