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Cover: Das Unbehagen im globalen Kapitalismus
April 2008

Ausgabe 960 - April 2008

Das Unbehagen im globalen Kapitalismus

Autoren dieser Ausgabe:

In dieser Ausgabe

Dossier

(7) Vertrauen ist das höchste Kapital

Ohne Vertrauen kein Erfolg. Das gilt vor allem für die sich zunehmend weltweit vernetzende Wirtschaft. Doch die Kooperation zwischen unbekannten Menschen schafft auch neue Unsicherheiten. An-merkungen zur Genese einer zwischenmenschlichen Ressource unter den Bedingungen eines globalen Wettbewerbs.

(6) «So entstehen Illusionen»

Kapitalismuskritiker haben in Krisenzeiten Hoch-konjunktur. Doch greift ihre Systemkritik zu kurz. Die grossen Finanzkrisen sind nicht systemimmanent, sondern politisch fabriziert. Falsche Anreize erzeugen gefährliche Spekulationen. René Scheu im Gespräch mit Konrad Hummler

Der Nutzen des Marktes für die Moral

Der Konsument bestimmt zunehmend, was auf dem Markt passiert. Globalisierung führt nicht zwangsläufig zu Moralverlust. Wohlstand und Bildung ermöglichen neue ethische Standards, die Produktauswahl und Herstellung beeinflussen.

(3) Warum Globalisierung Vielfalt schafft

Differenzierung und Vielfalt – und nicht Vereinheit-lichung und Verflachung sind Ausdruck der weltumspannenden Märkte. Die Strategie eines inter-nationalen Nahrungsmittelunternehmens zeigt, dass eine Produktausrichtung auf lokale Bedürfnisse ebenso notwendig wie erfolgreich ist.

(0) Auftakt

Unter welchen Umständen könnte es uns allen besser gehen, durch welche politischen und wirtschaftlichen Systeme könnte Wohlergehen und Wohlstand aller gehoben werden? Das ist der Kern, um den sich die meisten politischen Diskussionen drehen. Die Frage ist knapp formuliert, doch das heisst nicht, dass die Antwort ebenfalls knapp sein könnte.

Aktuelle Debatten

Medienfreiheit nach Schweizer Art

Der Streit um Radio- und Fernsehkonzessionen ist entbrannt. In Bern wird entschieden, was wert ist, von den Konsumenten gehört und gesehen zu werden – und was nicht. Die Vergabe der Konzessionen trägt durchaus kabarettistische Züge.

Auf der Flucht

Als «Steuersünder» und «Steuerflüchtlinge» werden Menschen bezeichnet, die ihr Geld vor dem Fiskus in Sicherheit bringen. Die politische Rhetorik zielt auf moralische Verunglimpfung. Warum nicht illegitim sein muss, was nicht legal ist.

Mein 68

Nostalgiker und Kritiker von «1968» haben eines gemeinsam: sie überschätzen jene aufregenden Sommertage.

In der Mitte des realen Liberalismus

Kritik am Liberalismus ist schön und gut, doch nicht, wenn sie mehr Utopismus enthält, als ihr bekommt. Eine kritische Entgegnung auf einen Beitrag von Slavoj Žižek in unserer letzten Ausgabe.

Weitere Beiträge

Vom Schweigen und Staunen

Vielleicht ist es das schönste Kompliment, das man Peter Stamms Schreibkunst machen kann: klappt man seine Erzählbände zu – auch seinen neusten Band «Wir fliegen» – und sinnt dem Gelesenen nach, so erinnert sich das Gedächtnis kaum an Handlungsabläufe. Was sich festgesetzt hat, was auferstehen wird, sind einzelne Bilder und ein paar

An die Leser

Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, es herrscht Krisenstimmung. Gelassenheit und nicht Hysterie ist in solchen Situationen die einzig vernünftige Haltung. Dass die auf Aktualität fixierten Medien damit nicht viel anfangen können, versteht sich von selbst. Viele Tages- und Wochenzeitungen stimmen das alte Lied der Kapitalismuskritik an. Ewiggestrige, mitunter vulgärmarxistische Verschwörungstheorien

Philipp II meets Coca Cola

Philipp II meets Coca Cola

Mit einer Schreibklause in Ibiza, einer Biofarm in Argentinien, dem Software-Wahnsinn im Silicon Valley und einer Filmproduktion in Los Angeles bin ich recht eigentlich ein Wanderzirkus, und trotzdem das Gegenteil von globalisiert, da alle Projekte aus der Beziehung zu Freunden entstehen. Globalisierung ist immer Anonymisierung und kapitale, möglichst weltweite

Edgar Oehler im Gespräch

Edgar Oehler war Gipser, Universitätsassistent, Nationalrat, Chefredaktor und CEO. Mit der AFG-Holding setzt er mittlerweile 1,5 Milliarden Franken pro Jahr um. René Scheu traf ihn in Arbon, um über den Standort Schweiz, seine Antriebe und Horrorvisionen zu sprechen.

Schweizer Literatur in Kurzkritik VII

Schweizer Bücher schaffen es auf die Bestsellerliste der «Weltwoche» und des «Spiegels», sie stehen als Nachschlagwerke auf Redaktionsschreibtischen und liegen als Einschlaflektüre neben dem Bett. 10 Bücher, vorgestellt in der siebten Folge der «Schweizer Literatur in Kurzkritik». Fortsetzung folgt.

Was heisst denn hier Freiheit?

Eine Antwort aus dem Stegreif von Stefan M. Seydel: «Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern darin, dass er nicht tun muss, was er nicht will.» («Briefe vom Berge» (1764), in «Schriften», hrsg. von Henning Ritter, 1988)

Champagner? Dünnbier!

Ein Volkssessel von Max Werner Moser aus dem Jahr 1931 … ein kleines Schwarzes von Prada mit offenem Schlitz zwischen den Brüsten … ein stahlblaues knöchellanges Kostüm von Issey Miyake … ein himbeerfarbenes von DKNY mit kurzem Rock … ein schwarzweiss quergestreiftes Deux-Pièces mit riesiger schwarzer Masche von Sonia Rykiel … ein kurzes hochgeschlossenes

Einsiedler Totentanz

Thomas Hürlimanns «Einsiedler Welttheater» war das Ereignis des letzten Theatersommers. Zum zweitenmal nach 2000 wurde das Stück auf dem Vorplatz des Benediktinerklosters Einsiedeln gespielt, allerdings in einer komplett neuen Fassung. Für Verstimmung sorgte dabei Hürlimanns Eingriff, die Figur Gottes ganz aus der Vorlage, Calderón de la Barcas «El gran teatro

Bein zu Bein, Blut zu Blut, Glied zu Glied…

Wer kann sich eine Geschichte ausdenken, in der es genauso um Aussteiger geht, die im Baselbiet und im Schwarzwald als Möchtegernindianer in Tipis spirituelle Feiern abhalten, wie um den Basler Geld- und Kunstadel, eine Geschichte, in der griechische Statuen mit mittelalterlichen Altarbildern kombiniert werden, Solbaden mit Schweinezüchten, die baselstädtische Schwulenszene

Wir spielen immer…

Der Zug nach Bukarest hält auf freiem Feld, weil jemand den Lokführer bestochen hat. Denn die meisten Reisenden wollen nicht bis in die Hauptstadt des seit kurzer Zeit kommunistischen Rumänien weiterfahren, sie wollen zum «Heiligen», einem Wundertäter, der sie von ihren Gebrechen erlösen soll. Später, so erfahren wir von der

Aktuelles

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Prävention wird kaum honoriert, Krankheit dagegen zuverlässig finanziert. Die Pflege-Unternehmerin Alessia Schrepfer erklärt, warum diese Fehlanreize Patienten und Pflegekräfte belasten – und weshalb das System von Grund auf neu gedacht werden muss.