Ausgabe 1056 - Mai 2018
Die Demokratie ist nicht kaputt: Die Demokratie ist nicht kaputt (aber unser Verständnis davon) Mit Beiträgen von Jason Brennan, Herfried Münkler, Karen Horn u.a.
In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
Der Sündenfall
Mit und nach 1968 wurden neue Wertvorstellungen von der Gemeinschaft leichtfertig auf die Gesellschaft übertragen. Doch was im Kleinen funktionierte, hatte im Grossen nicht nur positive Folgen.
Ring-Kampf um die Revolution
Gemässigte Studenten haben Ende der 1960er Jahre den «revolutionären» die Stirn geboten. Was trieb sie an, was ist aus ihnen geworden? Eine Recherche zum «Studenten-Ring».
Erinnerung: Gleichgesinnt gegen Fanatiker
Anfangszeiten des Studenten-Rings. Ein Mitgründer blickt zurück.
Die Achtundsechzigerinnen
Eine Revolution innerhalb der Revolution: Die Rolle der weiblichen Achtundsechziger ist bemerkenswert, fand bisher aber kaum öffentliche Beachtung. Drei Zeitzeuginnen berichten.
Die 68er gibt es nicht
Das Jahr und die gleichnamige Bewegung haben die unterschiedlichsten Lebensläufe hervorgebracht – das zeigen Interviews mit über hundert Personen, die einen direkten Bezug zu 1968 haben.
Dossier
Die freiheitliche Ordnung
Die Demokratie wird im Allgemeinen als die einzige auf Dauer zuverlässige politische Sicherung individueller Freiheit angesehen. In der Geschichte des politischen Denkens begriff man das Verhältnis meist aber erheblich kritischer. Eine Einführung.
Wie unumgänglich ist Herrschaft?
Seit Thomas Hobbes gilt weitgehend unhinterfragt: Damit menschliches Zusammenleben nicht in einen Krieg aller gegen alle umschlägt, geht es nicht ohne eine zentrale Instanz mit Gewaltmonopol. Auch Volksherrschaft ist Herrschaft. Lassen sich gemeinsame Regeln nicht auch ohne durchsetzen?
Wie Demokratie (wirklich) funktioniert
Unbequeme Wahrheiten zu unserer Staats- und Regierungsform.
Im demokratischen Gruselkabinett
Schon in allen Ecken der Welt wählten Stimmbürger Personen an die Macht, die sich dann anschickten, das Land zu entdemokratisieren. Meist ist aber umstritten, ob solche Entwicklungen vorherzusehen gewesen wären. Insofern ist es unklar, ob dieses Phänomen ein Armutszeugnis für die Demokratie rechtfertigt. Klarer sind die folgenden Fälle. Die
Im Systemwettbewerb
An Kritikern der liberalen Demokratie mangelt es nicht – sinnvolle oder gar gangbare Alternativen bleiben sie aber meist schuldig. Die Daten der grossen Freiheitsindizes erklären, warum.
Volksgericht, nicht Volksherrschaft
Das Verständnis der Demokratie als «Volksherrschaft» ist nicht nur weitverbreitet und falsch – es kann auch sehr gefährlich werden. Diese Feststellung war dem Philosophen Karl Popper so wichtig, dass er sie als Kern seines politischen Hauptwerks verstand.
Störfaktor direkte Demokratie
Die direktdemokratische Mitbestimmung in Form von Initiativen und Referenden ist bei den politischen Vertretern nicht beliebt. Sie verkompliziert die Lage und erinnert an das eigene Versagen als Repräsentant des Volkes.
Jetzt experimentieren!
Die föderale Schweiz eignet sich hervorragend, um experimentelle Pionierarbeit bei der Digitalisierung der Demokratie zu leisten. Warum sich das lohnt.
Aktuelle Debatten
Wert und Gesetz
Eine Erinnerung an CVP, SVP und andere: Werte können nicht per Gesetz verordnet werden. Der Rechtsstaat ist kein Moralstaat.
Hehre Ziele, handfeste Interessen
In der Politik dienen moralische Argumente mitunter dazu, die Bedienung von Partikularinteressen zu kaschieren. Wie das geht, zeigt sich beim Geldspielgesetz.
Weitere Beiträge
Editorial
«Demokratie ist die Wahl durch die beschränkte Mehrheit statt der Ernennung durch die bestechliche Minderheit.» George Bernard Shaw Kaum eine Wahl wird heute noch durchgeführt, ohne dass daraufhin öffentlich spekuliert wird, ob der Souverän «gut» entschieden hat, und falls nicht, wer für dieses Ungeschick verantwortlich ist. Mal sind es dann
Making Of 1056
«Der Wählerwille» – ein Mythos Die gängige Theorie der Demokratie sagt: Wenn die Bürger an die Urne gehen, wählen sie, wie es ihren Werten entspricht und ihren Interessen nützen könnte. Wer regiert und welche Gesetze erlassen werden, stellt so einen Kompromiss zwischen allen Weltanschauungen und Interessen dar. Der Philosoph und Politikwissenschafter
Privatsphäre für alle
Ich finde, dass Schwindler und Betrüger der Sozialsysteme keine Privilegien auf Kosten der Allgemeinheit geniessen sollen. Der Schutz der Privatsphäre jedoch ist essenziell.
Die Kohäsionsmilliarde
Jeden Morgen werfen US-Bürger einen angstvollen Blick auf ihr Smartphone, um zu erfahren, welch Irrsinn ihr Regierungschef nun wieder auf Twitter ausgespuckt hat.
Ein Glas Wein mit Alain Naegeli
Alain Naegeli führt die Strickerei Aldo Naegeli.
Die Originalität der Spezies
Die Eitelkeit ist eine wichtige Triebfeder für den Eifer von Wissenschaftern und Künstlern. Das beweisen die Publikationsgeschichten von Darwins Evolutionslehre und von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie.
Nacht des Monats mit Hans Peter Meier
Hans Peter Meier verkauft am Bellevue das Strassenmagazin «Surprise».