Ausgabe 1034 - März 2016
Übers Meer: Alex Perry zur Ahnungslosigkeit Europas gegenüber dem eigentlich so nahen Kontinent Afrika.
In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
Helfen wollen
Der Westen spielt sich gegenüber Afrika noch immer als wohlwollender grosser Bruder auf. Für eine Geschäftsbeziehung taugt das nicht.
Dossier
Weshalb die Redefreiheit fundamental ist
Das Recht zur freien Meinungsäusserung erscheint uns heute so selbstverständlich, dass es keiner Verteidigung bedarf. Das ist ein Irrtum.
Diderots Trojanische Pferde
Die französischen Aufklärer gelten als unerschrockene Helden der freien Rede. Ihren Kampf gegen kirchliche und königliche Satzungen fochten die Publizisten mit subversiven Mitteln – und freundlicher Unterstützung der Zensurbehörde.
Akute Aufklärungsunverträglichkeit
Die von den europäischen Aufklärern hart erkämpften Freiheiten enden im Hörsaal oft schon vor Ablauf des akademischen Viertels. Das stört nicht nur die Professoren, sondern den gesamten Universitätsbetrieb.
Wut im Netz
Das Problem wurde früh erkannt, ist aber noch immer ungelöst: In der Anonymität des Webs grassiert eine Unkultur aus Tipp-Tourette, Cholerik und Diffamierung. Was tun?
Ans Eingemachte
Russische Schriftsteller wissen, was politische Zensur bedeutet. Das gilt nicht nur für die Klassiker, sondern auch für ihre Nachkommen. Eine neue Generation sagt nun offen: die Erinnerung an die totalitäre Vergangenheit hilft, eine totalitäre Zukunft zu verhindern. Das allein reicht aber nicht.
Recht auf Unfug
Menschen haben das Recht, Dummheiten zu verbreiten. Damit hat Political Correctness ein Problem. Doch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verhindert, dass die Schweiz Exzentriker in die Mitte zwingen kann. Das ist wichtig und richtig.
Aktuelle Debatten
Unerwünschte Follower
Die Geheimdienste sammeln Bürgerdaten heute per Schleppnetz. Das kümmert keinen – bis es zu spät ist. Eine Anleitung zum Schutz gegen digitale Übergriffe.
Privilegienwirtschaft
Es gibt gute Gründe, gegen die heutige Finanzwirtschaft und ihr Bankenwesen zu protestieren. Mit Kapitalismus haben sie allerdings wenig zu tun.
Weitere Beiträge
Editorial
Während eines klugen Vortrags begann der CEO einer Schweizer Privatbank plötzlich von einer verschlafenen Fischerstadt namens Bagamoyo zu erzählen. Vor zehn Jahren, auf meiner Reise entlang der Küste Tansanias, deutete noch nichts darauf hin, dass Bagamoyo auf dem Radar von Schweizer Bankiers landen könnte. Seither hat sich vieles getan. Im
Making of 1034
Am Meer Der alte Hafen von London, nah an den Weltmeeren und nah an den Börsen, ist ein grossartiger Ort für ein Gespräch über Afrika. «Wenn wir an Afrika denken, sehen wir noch immer arme Kinderlein oder böse Mächte», sagt der langjährige «Time»-Reporter Alex Perry, während draussen der Wind
Heiter bis wolkig
Ich liege öfter falsch, als mir lieb ist. Ein Beispiel: Nie hätte ich gedacht, dass Donald Trump sich so lange im amerikanischen Präsidentschaftsrennen halten würde. Kognitive Niederlagen bergen indes auch grosse Chancen. Sie helfen, eigene Überzeugungen als Hypothesen zu erkennen, die ständig überprüft werden wollen. Machen wir den Test im
Die Rechnung, bitte!
Bis weit ins bürgerliche Lager hinein scheint klar: Das «Migrationsproblem», das ist vor allem eines mit «dem Islam».