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Aktuelles

Ein Ort, ein Garten, etwas Zeit

Ein Ort, ein Garten, etwas Zeit

Der Dichter Durs Grünbein polarisiert: seine Gedichte werden von Kritikern ebenso oft ausgezeichnet wie der altertümelnden Gelehrsamkeit bezichtigt. Auf dem Monte Verità gibt er sich entspannt, kritisiert den heisslaufenden Literaturbetrieb – und plant die eigene Künstlerkolonie.

Bilder vom heiligen Bill

Bilder vom heiligen Bill

Wer als gläubiger Mensch, Tourist oder – wie ich – als Ruhesuchender im Berner Münster einkehrt, wird von den dort seit neustem installierten Bildschirmen überrascht sein. Statt Fernsehpredigten, wie man vielleicht hätte erwarten können, zeigen Videos rätselhaft handelnde, stumme Menschen in Slow Motion und HD. Mein Gott, ist es etwa Kunst? Hat

Wachs-Tum und Freiheit

Wachs-Tum und Freiheit

Loredana Sperini arbeitet mit Stickerei, Wachs und Spiegelglasskulpturen – jedes Medium trägt ihre unverwechselbare künstlerische Handschrift. Die international anerkannte Künstlerin vereint erfolgreich ihre kreative Praxis, ihre Galerie und ihr Familienleben miteinander.

Relevanz Fussball

Fussball ist, wenn man trotzdem mitredet. Die Fussballwelt gehorcht derselben Regel wie die politische: Jeder hat eine Meinung, auch wenn er keine Ahnung hat. Dieses Magazin legt Wert auf die Darlegung ebenso differenzierter wie relevanter An-, Gegen- und Aussensichten zur herrschenden Lage. Doch ist Fussball relevant? Immanuel Kant schrieb in

Making of 1017

König Fussball regiert auch uns In diesem Monat ändern sich unsere Geschäftszeiten: Vom 12. Juni bis zum 13. Juli erreichen Sie uns Montag bis Freitag frühestens ab 12:00 Uhr mittags. König Fussball regiert auch uns, sogar von Brasilien aus – und trotz verbriefter Obrigkeitsskepsis. Im Ernst: damit Sie, liebe Leser,

Wie rund ist der Ball?

Von der brasilianischen Seleção keine Spur: wenn es nach der englischen Komikertruppe Monty Python ginge, müssten sich im WM-Final Griechenland und Deutschland gegenüberstehen. So will es einer ihrer Sketches, der ein denkwürdiges Spiel zeigt: Platon, Aristoteles & Co. gegen eine deutsche Elf mit philosophischen Himmelsstürmern wie Hegel und Nietzsche.

Bücher? Weg damit!

Bücher? Weg damit!

Die Astronomie war jahrhundertelang die Königin der Wissenschaften. Warum eigentlich? Weil sie für die Menschen ihrer Zeit – ihre Nautik, ihre Kalender- und vor allem ihre astrologischen Berechnungen – so grossen Nutzen stiftete? Eher nicht. Sondern weil ihre geheimnisvollen Instrumente, ihre Observatorien beispiellos kostspielig waren. Die Investitionen in diese Prestigewissenschaft waren wahrlich

Vorwärts, So-li-da-ri-tät!

Vorwärts, So-li-da-ri-tät!

Auch so ein Wort, das durch täglichen Missbrauch abgenutzt und mürbe geworden ist. Oder war es damals schon verschlissen, als man jubelnd singend danach marschierte, von Brecht die Worte, von Hanns Eisler die Melodie? Organisierte deutsche Schriftsteller, die stets gern laut in den Chor eingefallen sind, haben mit der Solidarität

Brasilien und Fussball I

Bis das Alter seinen Tribut forderte, habe ich leidenschaftlich Fussball gespielt. Auch in Brasilien, bis vor kurzem, fast zehn Jahre lang. Eine Partie unter Freunden nennt sich da «pelada» («nackt») und ist terminologisch scharf von einer echten «partida de futebol» zu unterscheiden. Man trifft sich beispielsweise samstags um 10 Uhr

Brasilien und Fussball II

«Brasilianer werden ist schwierig, weil es eigentlich keine Brasilianer gibt.» Der Medienphilosoph Vilém Flusser, der 1939 vor den Nazis aus Prag nach London und später nach São Paulo floh, wo er bis 1971 lebte und lehrte, wusste zweifellos, wovon er sprach. Brasilien ist ein Durcheinander, eine portugiesisch-afrikanisch-indianisch-japanisch-