In dieser Ausgabe
Dossier
Die EZB ist kein Ersatzfiskus
Deutschland und die Schweiz setzen auf ein stabiles Wirtschaftssystem. Tut dies auch die EU?
Vom liberalen Gen
Schweizer David gegen deutschen Goliath? Eine österreichische Aussensicht.
«Wir werden weiterhin den Kopf schütteln»
Die Schweiz erhält Aufmerksamkeit von Deutschland. Nur nicht dort, wo sie es gerne hätte: zu viel Beachtung in der Steuerfrage, zu wenig bei der Verteilung des Fluglärms. Für Christian Blickenstorfer, den ehemaligen Schweizer Botschafter in Berlin, hilft nur eines: persönliche Kontakte!
Im Innern anders
Kennt Ihr noch den Halt der Tradition? Ein Brief an meine alten deutschen Freunde.
Bleibt euch treu!
Er kam von Frankfurt nach Vevey und eroberte von dort aus die Welt: Helmut Maucher ist als Deutscher zu einem der wichtigsten Wirtschaftsführer der Schweiz geworden. Heute blickt er gelassen zurück. Und sendet eine Warnung mit Blick auf die Zukunft an die beiden Länder: übertreibt es nicht!
Wenn Nachbarn zu Gegenspielern werden
Geldfluss gegen Privatsphäre: das neue Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland ist eine Lösung, die viele besänftigt, aber wenige begeistert. Chefunterhändler Michael Ambühl hat das Abkommen ausgearbeitet. Und durchgesetzt. Wie gut ist es wirklich?
Aktuelle Debatten
«Die Lektion lautet: Du weisst nichts»
Was passiert, wenn die Bürger realisieren, dass sie nicht erhalten, was ihnen versprochen wurde? Es gibt einen Schock, der heilsam sein kann – oder auch nicht. Bill Bonner plädiert für mehr ökonomischen Realismus. Und für eine Rückkehr zum Goldstandard.
«Ich bin furchtbar britisch-pragmatisch»
Was Martin Wolf schreibt, lesen die wichtigsten Vertreter der Finanzwelt. Aber hören sie auch auf ihn? Und sollten sie denn auf ihn hören? Er argumentiert historisch. Eine grosse Depression gelte es um jeden Preis zu verhindern.
Keynesianer lieben Inflation
Mathematiker und Nobelpreisträger John Forbes Nash misstraute Geld aus dem Nichts, sah aber sein Potential zum Spielen. Bei hoher Inflation profitieren Schuldner – das wissen Privatpersonen und Politiker. Die Frage bleibt: Wer gewinnt letztendlich?
Weitere Beiträge
Nacht des Monats mit Isabelle Krieg
Die Künstlerin pendelt zwischen Berlin, Zürich und den verschiedensten Orten in der Schweiz.
Fortschritt an allen Fronten
Charles Kenny: Getting Better. Why Global Development Is Succeeding – and How We Can Improve the World Even More. New York: Basic Books, 2011.
Der Sandkasten des Bösen
Roberto Bolaño: Das Dritte Reich. Aus dem Spanischen von Christian Hansen. München: Hanser, 2011.
Kunstblasen und Kulturimperialismus
Richard Armstrong besuchte New Yorker Museen als Jugendlicher zur Abkühlung an heissen Tagen. Der 62-Jährige leitet heute kulturelle Institutionen und erforscht die Beziehung zwischen Kunst und Ökonomie.
Was unsere Identität ausmacht
Auf der Suche nach Idylle und Exotik: urbane Bohémiens entdecken den Kulturraum Appenzell. Roland Inauen, Volkskundler und Konservator, über die neue Brauchtumseuphorie, die einfache Schönheit der Bauernmalerei und wie die Kunst Appenzell für immer veränderte.
«Three to Tea»
Die amerikanische Tea-Party-Bewegung wird medial als Auffangbecken libertärer bis urkonservativer Aussenseiter mit antiquiertem Weltbild karikiert. Doch das Bild vom protestfreudigen Hinterwäldler ist falsch. Die Bewegung hat starke feminine Wurzeln.
Augen auf und durch
Wirtschaftswachstum allein löst das Schuldenproblem nicht, zeigt die Erfahrung. Staatsbankrott ist unrealistisch, versteckte Enteignung fern. Europa bleibt nur: sparen und Steuern erhöhen – zwei bittere, aber notwendige Optionen.
Wider die Gleichgültigkeit!
Offene Gesellschaften sind schön, aber anstrengend. Karl Popper verfasste sein Plädoyer für sie während des Zweiten Weltkriegs. Seither herrscht Frieden, doch wächst die Gleichgültigkeit. Unsere freie Ordnung verdient mehr Engagement.
Sind Sie nicht googlebar? Dann sind Sie sympathisch!
Googlen Sie Personen, die Sie gerade erst kennengelernt haben? Lesen Sie, was Rihanna oder Demi Moore twittern? Haben Sie mich schon einmal gegooglet oder im Facebook gesucht? Für welches der unzähligen Profile haben Sie sich entschieden? Und glauben Sie, ich hätte alle Profile selbst erstellt? Egal, ob bei Prominenten, Möchtegernprominenten
Die Grossbanken richten sich im Glücksspielkapitalismus ein
Nicht erst seit der jüngsten Finanzkrise gelten Banken als die bösen Buben unseres Wirtschaftssystems.
Gefühlshandel
Mit verhaltener Sorge beobachten die Händler den Verlauf der Ereignisse. Sie erkennen das Schicksal an den Zeichen über ihren Köpfen, an den Zahlen auf dem Laufband, der Kurve auf der Anzeigetafel, den farbigen Pfeilen und Säulen auf den Bildschirmen – im Sekundentakt. Die Wohlfahrt der Nationen entscheidet sich in höheren Sphären.
Die Zeit der Parteien ist vorbei
Die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» veröffentlichte eine «Grabrede auf den Liberalismus». Die (Un-)Popularitätswerte der deutschen FDP, seit 2009 als kläglicher Bündnispartner der bürgerlichen Koalition fungierend, lassen in der Tat mutmassen, dass man schon einmal den Pfarrer rufen sollte. Aber auch die Sozialdemokratie ist in der Krise, wenn man dem Wochenblatt
Heile unternehmerische Welt
Es war einmal eine heile Welt. Sie war bevölkert von Gewerbetreibenden, selbständig Erwerbenden, kleinen und mittleren Unternehmen. Sie wussten, was es bedeutet zu wirtschaften. Es war die Zeit der einfachen Ökonomie: verdienen, sparen, reinvestieren. Dann aber übernahmen grosse multinationale Unternehmungen, zumeist Aktiengesellschaften, das Zepter und liessen die Gewinne der KMU