Ausgabe 946 - April 2006
Inspiring Europe: Bilder von M+M
In dieser Ausgabe
Dossier
(8) Zur Zukunft des Euros im globalen Währungssystem
Der Luxemburger Zentralbankgouverneur analysiert nach sieben Jahren, welche Rolle der Euro im globalen Währungssystem spielen könnte. Der Fachtext richtet sich an Experten und bleibt deshalb im Original.
Societas Europaea
Europaweit tätige Kapitalgesellschaften haben ein vitales Interesse daran, dass die Weiterentwicklung der Societas Europaea vorangetrieben wird. Die bisher vollzogenen Schritte zur Harmonisierung sind ein Meilenstein für ein europäisches Unternehmensrecht.
(6) Attraktivität nicht ohne Anstrengungen
Unter dem Druck der Globalisierung wird Europa gezwungen sein, sich von überholten etatistischen, interventionistischen und zentralistischen Modellen zu lösen. Die Politik wird jenen Prozess nachvollziehen müssen, den erfolgreiche Unternehmen bereits vorgezeichnet haben.
(5) Mehr Selbstvertrauen in Europa
Europa hat viele Gemeinsamkeiten, die in einer – trotz aller Vielfalt – gemeinsamen Geschichte wurzeln und jenes Sozialkapital bilden, das im globalen Umfeld Vertrauen schafft und Erfolg verspricht.
(4) Indien und China – setzt Europa die richtigen Prioritäten?
Europas Asienbild wird von Vorurteilen und Modetrends geprägt. Indien ist als Rechtsstaat offener und berechenbarer als China. Beide sind führende Mächte des 21. Jahrhunderts, mit denen intensiver Austausch für Europa lohnenswert ist.
(3) Die EU – Vorbild einer friedlichen Kooperation
Die Nachfolgestaaten der Sowjetunion unterscheiden sich historisch, wirtschaftlich und politisch stark. Ihre EU-Beziehungen sollten unabhängig von ihren Russland-Verhältnissen und der EU-Russlandpolitik gestaltet werden.
(2) Welche Selbstwahrnehmung für Europa?
Der Abbau innereuropäischer Grenzen wird problematisch, wenn er mit stärkerer Betonung der Aussengrenzen verbunden ist. Der europäische Nationalismus basierte auf rassischer und kultureller Abgrenzung zu Kolonien; heute leben ausgrenzende Haltungen in neuen Formen auf.
(1) Europa global
Wer die Rolle Europas in der heutigen Welt diskutiert, muss sich fragen, wie Europa es mit der Globalisierung hält – oder besser: in welchem Verhältnis die Europa- und Globalisierungsdiskurse stehen und was wir lernen können, wenn wir beide vergleichen.
(0) Inspiring Europe
Europa inspirieren oder Inspirierendes Europa? Die St. Galler Stiftung für Internationale Studien (isc) hat mit Vorbedacht für ihr nächstes Symposium an der Universität St. Gallen einen doppelsinnigen Titel gewählt. Europa kann in der heutigen Welt keinen Führungsanspruch mehr stellen, aber europäische Werte haben keineswegs abgedankt. Vom 18. bis 20. Mai
Aktuelle Debatten
Visionen oder Illusionen
Kein Zweifel, die Idee hat etwas Faszinierendes: über einen rekordhohen Lift im ohnehin bereits gebauten Zugangsstollen bei Sedrun soll eine abgelegene Bergregion von der grossen Investition des Gotthardbasistunnels profitieren. Den Bündnern mag man es eigentlich nicht verargen. Sie kämpfen mit dem Einsatz aller Kräfte und Emotionen für das Projekt mit
Zweitdrittelmehrheit für Zweidrittelrechtschreibung
Ein tiefsinniges Scherzwort sagt: Vor zwei Tore gestellt, über deren einem stünde «Zum Himmelreich», dem andern aber «Zu Vorträgen über das Himmelreich», wählten die Deutschen das zweite Tor. Ist es sicher, daß das Wort nicht auch die Deutschschweizer trifft? Und wie steht es mit der Wahl zwischen «Zum Kampf gegen
…und alle wollten Liberale sein
"Liberal" bedeutet je nach Sprache, Region und Zeit sehr Unterschiedliches. In den USA gelten Liberale spontan als Befürworter des Wohlfahrtsstaats, es sei denn, sie betonen ausdrücklich "klassisch" oder "europäisch".
Freiheit und Sicherheit
Wie offen, wie frei wollen moderne Gesellschaften sein? Umgekehrt: Sicherheit um welchen Preis? Dass auch letzte Werte Nullsummenspiele kennen, ist keineswegs neu. Jede Generation ist aber neu gefordert, die gute Mitte zu finden und gut bedeutet nicht bequem.
Ein offener atlantischer Wirtschaftsraum
Die Vereinigten Staaten und Europa sind durch gemeinsame Wertvorstellungen über Demokratie, Menschenrechte und individuelle Freiheit verbunden und haben das gemeinsame Ziel, kollektive Sicherheit und ökonomische Freiheit zu fördern. Diese Werte bilden den Kerngehalt unserer Zivilisation und werden auch von andern befreundeten Ländern geteilt. Die atlantische Verbundenheit ist sowohl für Europa
Weitere Beiträge
Private Kulturförderung
Das Dossier der Ausgabe Mai 2006 gilt dem Thema «Private Kulturförderung». Gast in der Galerie ist die Schweizer Künstlerin Bessie Nager.
Sabina Spielrein
Sabine Richebächer Sabina Spielrein. «Eine fast grausame Liebe zur Wissenschaft» Zürich: Verlag Dörlemann, 2005
Was ist Eigentum?
Andreas Eckl/Bernd Ludwig (Hrsg.) Was ist Eigentum? Philosophische Positionen von Platon bis Habermas München: Beck, 2005
Jahrtausendelange Geschichte Europas
Bernd Marquardt, Die «Europäische Union» des vorindustriellen Zeitalters: Vom Universalreich zum Staatskörper des Jus Publicum Europæum Zürich: Schulthess, 2005
Wilhelm Röpke – Freiheit in Vielfalt
Im Herbst 1945, als Europa noch in den Trümmern des 2. Weltkriegs lag, trafen sich zwei der grossen liberalen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, Wilhelm Röpke und Friedrich August von Hayek in Zürich. Beide hatten sich über ihre professorale Tätigkeit hinaus den Status einflussreicher politischer Publizisten und erfolgreicher Autoren erworben. Röpkes
Büsten von Rodin bis Wang Du in Appenzell
«Eine gute Büste anfertigen, heisst, eine harte Schlacht liefern» soll Auguste Rodin über die nun im Museum Liner erstmals umfassend dargestellte Kunstform gesagt haben. Eine harte Schlacht liefern mussten wohl auch die Kuratoren der Ausstellung «Die obere Hälfte». Dank der Zusammenarbeit ihrer drei Häuser – des Museums Liner, der Städtischen Museen
Rückerts Uebersetzung der «Hamasa»
Hochwerte Vettern, wir müssen Euch totschlagen. Friedrich Rückerts Übertragung der ältesten arabischen Anthologie.
Leonardo da Vinci im Orient
War ausgerechnet Leonardo da Vinci, die europäische Symbolfigur par excellence, ein Grenzgänger zwischen den Kulturen? Über Dichtung und Wahrheit eines biographischen Mythos und über das neuerdings stark verbreitete Bild einer multikulturellen Renaissance.
Besser Scheitern: Samuel Beckett
Versuchen. Scheitern. Besser scheitern. Zum Leben und Werk Samuel Becketts, der vor 100 Jahren geboren wurde.
auf der suche nach europa
wir sind barbaren? also gut. wir werden euch zeigen, was das ist – barbaren. und unsere unbarmherzige, schreckliche antwort – wird allein menschenwürdig sein. alexander block erinnerst du dich, europa, an unsere ersten berührungen? ich war vielleicht vierzehn oder fünfzehn jahre alt, ein halbwüchsiger, der mit einer unausgegorenen wut auf die diktatur
Was ist der Westen?
Philippe Nemo, Professor an der Ecole Supérieure de Commerce de Paris, zeigt in seinem neuesten Buch, dass der Westen trotz seiner Vielfalt durch die Geschichte zu einer kulturellen Einheit wurde: die abendländische Zivilisation.
Editorial
Vor einem halben Jahrhundert hat der Zürcher Germanist Karl Schmid seine «Betrachtungen zur seelischen Lage des heutigen Europa» unter dem Titel «Hochmut und Angst» herausgegeben. Unüberhörbar war seine durch die Jungsche Psychologie inspirierte Ermahnung, die Europäer müssten vor dem Einigungsprozess zunächst ihre nationalen Schatten integrieren. Nur wer im Innern eine