Ausgabe 936 - November 2004
Weltwirtschaft ohne Weltregierung: mit Beiträgen von James M. Buchanan, Johan Norberg und Thomas Pogge
In dieser Ausgabe
Dossier
(5) Mythendämmerung
Die Begriffe «Globalisierung» und «Wissensgesellschaft» sind mehrdeutige Wieselworte, die den wissenschaftlichen und wirtschaftspolitischen Diskurs beherrschen. Der Autor will durch Widerlegung von Vorurteilen zur Begriffsklärung und Versachlichung der Debatte beitragen.
(4) Die Ideologie der Altermondialisten
Der Altermondialismus ist eine politische Strömung, die in Frankreich durch Attac und José Bové geprägt wird. Sie wurzelt im Marxismus und der revolutionären Gewerkschaftsbewegung, deren Protagonisten aus den USA stammen.
(3) Globalisierung ohne Sicherheit
Auch im sicherheitspolitischen Bereich haben sich die Parameter seit dem Ende des Kalten Krieges grundlegend verändert. In weiten Teilen gleich geblieben ist aber jener institutionelle Rahmen, der Sicherheit gewährleisten soll. Das Problem ist dringlich, harrt indessen einer Lösung.
(2) Anti-Globalisierung und die Logik des Handels
Jeder Handel beruht auf der Erwartung der Beteiligten, sich durch das Tauschgeschäft besserzustellen. Die Globalisierungsgegner behaupten, im globalen Austausch dominierten negative Nebeneffekte. Ihre Argumente beruhen auf einem fragwürdigen theoretischen Ansatz.
(1) Nicht schlechter wird es, sondern besser
Der junge Autor, der sich an dieser Stelle zu Wort meldet, gehört zu jenen Zeitgenossen, die aktiv gegen die Litanei der Globalisierungsgegner ankämpfen. Er tut es mit Leidenschaft, aber auch mit Zahlen, Fakten und guten Argumenten.
(0) Weltwirtschaft ohne Weltregierung
Globalisierung wird sehr häufig mit einer schädlichen «Entfesselung der Marktkräfte» gleichgesetzt. Bei einer längerfristigen und grundsätzlichen Betrachtungsweise ist es aber gerade diese Entfesselung, die weltweit die Armen reicher macht. Die Frage, ob eine globalisierte Wirtschaft nicht letztlich auf einen Weltstaat angewiesen wäre, wird immer wieder aufgeworfen. Der autarke «geschlossene Handelsstaat»
Aktuelle Debatten
Schranken der Demokratie, Schranken der Regierung
In der Schweiz ist eine Volksabstimmung eine verbindliche Volksbefragung, keine Ausnahmesituation, die die Regierung gewinnt oder verliert. Die Kollegialregierung muss sachlich informieren, darf aber nicht kampagnenhaft für die Regierungsmehrheit werben.
Wir sind nicht das Volk!
Nach der Ablehnung der erleichterten Einbürgerung im September stellt sich die Frage, wie die Landesregierung das Abstimmungsergebnis kommentieren soll. Der Autor analysiert das Problem und mögliche Lösungen.
Deutschland bekommt (k)ein Zuwanderungsgesetz
Deutschland braucht Zuwanderer. Den Grund dafür kennen wir längst. In den kommenden Jahrzehnten wird die Zahl der Deutschen im Erwerbsalter deutlich schrumpfen. Das ist die unerfreuliche Spätfolge unserer zu niedrigen Geburtenrate. In Zukunft werden immer weniger Junge mit frisch erworbenem Wissen aus dem Bildungssystem auf den Arbeitsmarkt nachrücken. Gleichzeitig muss
Mehr Autonomie und Solidarität im Bundesstaat Schweiz
Zur Neugestaltung des Finanzausgleichs
Globalisierung: Missverständnisse und Realitäten
Selten hat ein Thema so viele Missverständnisse und zuweilen auch bewusste Verzerrungen von Fakten und Entwicklungen hervorgerufen wie die Globalisierung. Wir hören und lesen von Entwicklungsländern, die unaufhaltsam verarmen, von Eintönigkeit beim Produkteangebot und von Unternehmen, die jeder Kontrolle entglitten sind. Sicher gibt es Probleme. Eine tiefgreifende Veränderung wie die
Weitere Beiträge
Mathematikmanie: Ursache oder Erscheinungsform der Krise?
In seinem Artikel «Mathematikmanie und die Krise der Ökonomie» behauptet Viktor Vanberg, dass sich die traditionelle Ökonomie in einer Krise befinde. Er führt dies auf den «ungebrochenen Trend zur Formalisierung» zurück, gegen den es «eigentlich schon immer ein Unbehagen gab». So sehr ich Vanbergs Beurteilung der Lage der traditionellen Ökonomie
Ein normales, souveränes Deutschland
Die deutsche Aussenpolitik ist ins Gerede gekommen, weil sie sich anmasste, 2002 auf die Weltbühne zurückzukehren. Seit dem Überfall der USA auf den Irak (zusammen mit einer «Koalition der Willigen») und der Weigerung Bundeskanzler Gerhard Schröders, sich an diesem Abenteuer zu beteiligen, findet eine heftige, kontroverse Debatte über die Ziele
Emmanuel Joseph Sieyès und die Französische Revolution.
Auch die politische Ideengeschichte kultiviert ihren Kanon der Klassiker. Im europäisch geprägten Kulturkreis umfasst er vielleicht zwanzig Namen. Die alte Prüfungsfrage, ob dieser oder jener Autor seinen Status im erlauchten Kreis tatsächlich verdiene, mag ihre Berechtigung haben, sie ist indes auch müssig. Was jemand schreibt, ist eines. Ein anderes ist,
Thesen essen Kunst auf
Die Basler Fondation Beyeler zwingt Architektur und Skulptur in einen Dialog, in dem Wechselwirkungen und Ähnlichkeiten zwischen beiden Gattungen augenfällig werden sollen. Die so konstruierten Zusammenhänge beginnen im späten 18. Jahrhundert und führen bis in die Gegenwart.
Das Wirklichwerden der Kunst
Im Gedicht verschränken sich zwei Sphären zu einer neuen Einheit aus Klängen und Bildern. Die Autorin macht diese sinnliche Verschränkung nachvollziehbar und zeigt, wie Mörike mit «Gesang Weylas» an den Ursprung der Kunst selbst rührt.
Der paradoxe Prediger
Pfarrer Albert Bitzius, bekannt als Jeremias Gotthelf, kämpfte gegen die Säkularisierung. Seine Literatur sollte seine Predigten verkünden, doch Leser nahmen seinen Realismus wörtlich statt als Gleichnis.
Globales Europa – «Zum ewigen Kant»
Kants Gedanken prägen bis heute Erkenntnistheorie, Ethik und Ästhetik. Eine abschliessende Analyse untersucht seine politische Aktualität und praktische Umsetzbarkeit. Die europäische Einigung dient als Modell für eine globale Staatenföderation.
Ehre ist variabel, Würde fundamental
Im Versuch einer Unterscheidung der Begriffe Ehre und Würde bietet sich ein Blick auf Hegels Abgrenzung an. Die Ehre kann abgeschnitten werden, die Würde jedoch kann niemals etwas «Verletzliches» sein.
Editorial
Dreierlei sei hier gesagt. Ein Erstes zum inhaltlichen Schwerpunkt dieser Ausgabe. Er gilt dem Verhältnis von Wirtschaft und Politik nicht innerhalb, sondern jenseits staatlicher Grenzen: ob es notwendig sei, einer globalisierenden Ökonomie politische Gegengewichte im Weltmassstab entgegenzustellen. Für unsere Autoren mögen wir nicht sprechen; wir selber sind skeptisch und stellen