Ausgabe 1058 - Juli 2018
Sag mir, wer ich bin!: Wie Identitätspolitik die Errungenschaften der Aufklärung gefährdet. Mit Beiträgen von Steven Pinker, Andreas Rödder, Ivo Scherrer u.a.
In dieser Ausgabe
Schwerpunkt
Für einen Finanzmarkt ohne Banken
Die traditionelle Bankenregulierung funktioniert nicht mehr. Für das Finanzwesen im 21. Jahrhundert ist ein neuer und radikal marktbasierter Ansatz gefragt.
Zum Beispiel Martin
Erfolgreich, angesehen, ganz oben: bis vor wenigen Jahren mussten sich Mitarbeiter der Schweizer Finanzindustrie wenig Sorgen um ihre Zukunft machen. Das hat sich radikal geändert.
Willkommen im Schlachthof!
Wer Kunden wie Mastvieh behandelt, hat irgendwann keine mehr – das gilt auch für das Private Banking in der Schweiz. Will sie nicht untergehen, muss die Branche ihre Tugenden wiederentdecken.
Kein Grund zum Jammern
Die Finanzbranche wird totgeschrieben und bemitleidet sich selbst. Beides war nie unpassender.
Wofür es Banken (nicht) braucht
Die Bank braucht uns. Aber brauchen wir die Bank? Ein Fintech-Investor analysiert.
Dossier
Identität: Wer bin ich und wo gehöre ich dazu?
Grosse Veränderungen im Leben – Wahl des Berufs, der Freundschaften, Lebenspartner und -partnerinnen, des Wohnorts – entscheiden wir aufgrund der Kenntnis unseres Selbst, unserer Identität. Die klassischen Fragen rund um Identität sind: Wer bin ich, woher komme ich und wohin will ich in und mit dieser Gesellschaft? Auch alltägliche Belange wie die
Aufklärung jetzt!
In Zeiten identitätspolitischer Verirrungen braucht es eine radikale Rückbesinnung auf die vier grossen Motive der Aufklärung: Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt.
Stammestriebe
Politiker appellieren gerne an Gruppeninstinkte, um Stimmen zu fangen. Dieser Tribalismus erschwert den Diskurs zwischen unterschiedlichen Interessen. Wie könnte eine humane Identitätspolitik aussehen?
«Die Innovation liegt in der DNA dieses Landes»
Die Chefin von Microsoft Schweiz weiss: gute Arbeitsbedingungen sorgen für Identifikation mit der Firma. Dafür engagieren sich noch längst nicht alle hiesigen Unternehmen. Können sie von einem Dinosaurier der IT-Branche etwas lernen?
Auf den Trümmern der Erwartungen
Individualität, Freiheit, Pluralismus, Marktwirtschaft und Demokratie: Europa könnte aus seinen spezifischen Errungenschaften weiterhin politisches, wirtschaftliches und soziales Kapital schlagen. Die Europäische Union steht sich dabei nun selbst im Weg.
Der Untergang des Abendlandes
China setzt an, den sich selbst aufreibenden Westen zu überholen. Was wird (von) Europa und der transatlantischen Allianz übrig bleiben?
Identität und Geographie: kein gutes Paar
In vielen Ecken Europas sind sezessionistische Bewegungen erfolgreich. Aus dem nachvollziehbaren Wunsch nach mehr politischer Eigenverantwortung wird dabei oft ein gefährliches Wettrennen nach Homogenität und Gleichmacherei. Ein Blick auf drei Epizentren des Sezessionismus.
Die aussenpolitischen Handicaps der Schweiz
Ist der Nationalstaat am Ende? Das Gegenteil ist der Fall. Für die Schweiz muss es deshalb darum gehen, ihre drei aussenpolitischen Problemzonen – Neutralität, Föderalismus, direkte Demokratie – in Aktivposten umzumünzen.
Aktuelle Debatten
Sonnenuntergang für die Altersvorsorge
Scheitern bei der Reform der Altersvorsorge ist politisch opportun, weil es den Status quo beibehält. Ein Verfallsdatum für deren politische Eckwerte könnte aus der Sackgasse führen.
Direkte Demokratie als Reformhindernis
Der Schweizer Reformstau wird durch das Abstimmungsverhalten der Bürger verursacht. Damit die liberale Grundordnung nicht gefährdet wird, müssen wir die direkte Demokratie reformieren.
Weitere Beiträge
Stefan Stirnemann über seine Eindrücke beim Lesen des «Schweizer Monat»
Die Ausgaben des «Schweizer Monats» werden jeweils von einem eingeladenen Gast beurteilt. Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir die Essenz der Blattkritik online.
Making Of 1058
Brüchige Identitäten Es dauerte eine ganze Weile, bis der «Westen» dazu überging, die Werte der Aufklärung, in deren Zentrum die individuelle Freiheit steht, nicht mehr mit dem Gewehr, sondern vorwiegend friedlich zu exportieren – damit begann eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Während sich in unseren Breiten Politiker, Medien, Kirchen und andere zivilgesellschaftliche Akteure
Editorial
«In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt, dass er quietscht.» Franz von Papen am 30. Januar 1933, votierend für die Ernennung Adolf Hitlers zum deutschen Reichskanzler. In der Rückschau ist die Bewertung eines politischen Ereignisses leichter. Dass von Papens Idee, Hitler als Pappkameraden in eine Machtposition zu
WhatsApp an Schulen – so what?
Bei einem Klassenchat, in dem es um so etwas «Brisantes» wie Hausaufgaben geht, ist mehr Gelassenheit und Pragmatismus angesagt – und zwar bei allen Beteiligten.
Journalismus auf der Couch
Nicht die neuen Medien sind schuld am Aufstieg des Rechtspopulismus, sondern die «alten».
Zahl des Monats
Tage dauert die Anmeldung eines Unternehmens in Venezuela. Dazu sind insgesamt 20 administrative Schritte notwendig. Venezuela liegt damit gleich zweimal unrühmlich an der «Spitze» von 190 Ländern, jedenfalls wenn es nach dem aktuellen Doing Business Report der Weltbank geht. In Brasilien dauert die Firmengründung mit 101,5 Tagen am zweitlängsten,
Ein Glas Wein mit Tom Hanan
Tom Hanan ist Gründer und Managing Director der Webrepublic AG, Zürich
Denkverbote
«… wir [lassen] uns von Konservativen keine Denkverbote beim Thema Geschlechtergerechtigkeit vorschreiben.» Christian Lindner, Vorsitzender der deutschen FDP, im Interview mit der NZZ vom 2. Mai 2018 Über Denkverbote zu klagen, hat Konjunktur. Besonders beliebt ist der Begriff in rechtspopulistischen Kreisen, wo man noch die abstruseste Meinung als Querdenken
Nacht des Monats mit Jennifer Jans
Die Musikerin und Festival-Organisatorin Jennifer Jans will andere Frauen inspirieren, einen ähnlichen Weg einzuschlagen.